Pflanzensteckbrief: Cetraria islandica L.
Isländisches Moos - ein Mittel gegen Halsweh und Heiserkeit
Das Isländische Moos (Cetraria islandica (L.) Ach.), auch Lichen islandicus genannt, ist aus botanischer Sicht kein Moos, sondern eine Flechte, die eine Symbiose (Zusammenspiel) von Pilz und Alge darstellt. Seit dem 17. Jahrhundert zählt es zu den beliebtesten Heilpflanzen der Volksheilkunde - vor allem gegen Magen- beschwerden, Lungen- und Bronchialkrankheiten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird es von dem berühmten Arzt Hufeland zur Behandlung der Lungentuberkulose empfohlen. Heute findet die Flechte wissenschaftliche Anerkennung bei Schleim- hautreizungen im Mund- und Rachenraum, Reizhusten und Appetitlosigkeit.
Namen aus dem Volksmund:
Lungenmoos, Brockenmoos, Blätterflechte, Isländische Flechte, Heideflechte, Tatschenflechte, Felsengras, Krampeltee, Raspel, Geißtraube, Fiebermoos, Bergraupen, Blutlungenmoos, Hirschhornflechte, Matzegge, Rentierflechte, Strübli und Purgiermoos.
Botanischer Steckbrief:
Das Isländisch Moos gehört zur Familie der Schüsselflechten (Parmaliaceae) und kommt weltweit in gebirgigen Gebieten und in tieferen Lagen auf silikat- und kalkhaltigen Böden vor. Es besitzt einen vier bis zwölf Zentimeter hohen, strauchartigen, aufrechten Flechtenkörper (Thallus). Dieser ist reich verzweigt und gabelt sich häufig in Lappen auf. Die Lappen sind lederartig, U-förmig gebogen und am Rand fransig. Die grundständigen Lappen sind grünlich und die Oberseite ist oft weiß, während die Unterseite graugrün gefärbt ist. Die Randfransen weisen eine leicht bräunliche Farbe auf.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe:
Für arzneiliche Zwecke findet die gesamte getrockene Flechte (Thalli) Verwendung. Die Ernte erfolgt im Spätsommer und Herbst. Das Islandmoos ist hierzulande geschützt und darf nicht gesammelt werden. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen viele Schleimstoffe wie beispielsweise Lichenan und Isolichenan sowie bittere Flechtensäuren, denen man eine antibiotische (keimhemmende) Wirkung nachsagt. Inzwischen konnte die Wirksamkeit dieser Säuren gegen bestimmte Organismen wie Salmonellen und Mycobacterium tuberculosis (wichtigster Erreger der Tuberkulose) nachgewiesen werden.
Wirkungen:
Die Schleimstoffe der Flechte wirken unterstützend bei der Behandlung von Husten und Heiserkeit. Sie legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizten Schleimhäute des Rachenraumes und entfalten so ihren reizlindernden und schleimlösenden Effekt. Die Bitterstoffe hingegen steigern den Appetit und fördern die Verdauung.
Isländisches Moos in der Volksmedizin
Die Isländer verwendeten ihr sogenanntes «Fjallagrös» (Felsengras) zur allgemeinen Kräftigung sowie als Nahrungs- und Heilmittel. Als Naturarznei wurde es neben der Behandlung gegen die Tuberkulose auch noch bei Husten, Heiserkeit, Bronchialkatarrh, Magenleiden, Blasenentzündungen und bei Erschöpfungszuständen gebraucht.
Heutige Anwendungsgebiete:
Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum, chronischer Bronchialkatarrh, Reizhusten, Appetitlosigkeit, Erschöpfungszustände und zum Schutz der Stimmbänder bei Sängern und Rednern.
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Legende aus dem alpenländischen Raum
Das Isländische Moos galt in früheren Zeiten aufgrund seines eigentümlichen «verdorrten» Wuchses als verwunschene Pflanze. So soll es einst, wie auch die Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina) ein saftiges Kraut gewesen sein, von dessen Genuss das Vieh viel zuviel Milch abgab. Daraufhin fluchten die Almbauern und verdammten die Pflanze wegen der vielen Arbeit. «Ach! Melken, melken immerfort. Oh! wärt ihr Kräuter längst verdorrt, die ihr so reichlich sprießet, von Milch ihr überfließet.» Die Konsequenz dieses Fluches war, dass die Flechte verdorrte.

Isländisch-Moos-Tee
Als Schleimdroge besitzt Isländisches Moos (Cetraria islandica (L.) Ach., früher: Lichen islandicus) einen reizmildernden Effekt, weil sich die Stoffe wie ein Schutzfilm auf die entzündeten Schleimhäute in Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Trakt legen. Daraus ergibt sich die Anwendung als Tee sowie auch als Spülmittel zum Gurgeln bei folgenden Beschwerdebildern: «Reizhusten», «Husten und Keuchhusten», «Entzündungen im Mund- und Rachenraum», «Zahnfleischentzündungen» sowie bei «Erschöpfungszuständen». Zudem wirken die Bitterstoffe allgemein kräftigend und anregend auf Magen und Darm wodurch die Verdauung und der Appetit angeregt werden.
Zubereitung:
1 ½ Teelöffel der getrockneten Droge mit 150 Milliliter kaltem Wasser übergießen, eine Stunde ziehen lassen, abgießen und erwärmt trinken. Dreimal täglich eine Tasse Tee trinken. Die empfohlene Tagesdosis der getrockneten Droge liegt bei 4 bis 6 Gramm, 1 Teelöffel entspricht 1,3 Gramm). Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind keine bekannt.
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Weleda Flechtenhonig
Weleda Flechtenhonig (Isländisches Moos, Bartflechte, Rentierflechte) hat sich aufgrund seiner Schleimstoffe besonders bei trockenem Reizhusten bewährt. Die Schleimstoffe besitzen einen entzündungshemmenden Effekt, sie beruhigen den Hustenreiz und verhindern eine Verkrampfung der Atemmuskulatur. Darüberhinaus lösen die Inhaltsstoffe den zähen Schleim und fördern das Abhusten. Zudem wirkt Weleda Flechtenhonig unterstützend bei katarrhalisch-entzündlichen Erkrankungen der Luftwege wie beispielsweise Luftröhrenentzündung und Bronchitis.
Einnahmeempfehlung:
Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren 3 - 5 mal täglich 1 Teel., Kinder von 6 - 11 Jahren 3 mal täglich 1 Teel., Kleinkinder von 1 - 5 Jahren 3 mal täglich 1/2 Teel. möglichst in warmem Tee ein.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen der Haut, der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes auftreten. Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr soll Weleda Flechtenhonig nicht angewendet werden. Außerdem darf das Arzneimittel bei Überempfindlichkeit gegen Anis oder Anethol nicht eingenommen werden.
Packungsbeilage beachten!
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Isla-Moos Pastillen
Isla-Moos® Pastillen enthalten die Wirkstoffe des Isländischen Mooses. Die darin enthaltenen Schleimstoffe legen sich schützend über die Schleimhäute in Hals und Rachen. So kann sich die gereizte Schleimhaut schneller erholen, vor allem bei Beschwerden im Hals durch Hustenreiz, Heiserkeit sowie bei starker Beanspruchung der Stimmbänder (Sänger, Schauspieler, Redner).
Einnahmeempfehlung:
Je nach Bedarf mehrmals täglich 1-2 Pastillen lutschen. In der Regel dürfen Kinder etwa ab 4 Jahren, wenn diese bereits richtig lutschen können, die Pastillen einnehmen. Kinder unter 4 Jahren sollten die Pastillen nicht anwenden, um ein versehentliches Verschlucken zu vermeiden.
Hinweis:
Bei Vorliegen einer Überempfindlichkeit gegen einen der enthaltenen Inhaltsstoffe darf das Präparat nicht eingenommen werden.
Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt.
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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, daß die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.
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