Chinin - wirksam bei Fibromyalgie

- Chinabaum
Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine undurchsichtige Erkrankung, deren Ursache bis heute nicht geklärt ist. Allein in Deutschland leiden 1,5 Millionen Menschen unter dauernden Schmerzen, vor allem an Muskeln und Sehnen, dazu sind die Betroffenen ständig müde und erschöpft. Die Volkskrankheit, die zu dem «Rheumatischen Formenkreis» gehört, wird erst seit rund 16 Jahren als ein eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.
Der Naturstoff «Chinin», der aus der Rinde des in Südamerika beheimateten Chinabaumes (Cinchona pubescens) gewonnen wird, konnte in einer wissenschaftlichen Studie zu einer deutlichen Reduzierung der Beschwerden und damit zu einer verbesserten Lebensqualität der Betroffenen beitragen. Durch den Wirkstoff «Chininsulfat» konnten die häufig auftretenden nächtlichen Krampf- und Muskelschmerzen wesentlich gebessert werden.
Wechselnde schmerzhafte Beschwerden in den Muskeln
Zur Diagnose des Fibromyalgie-Syndroms werden bestimmte druckschmerzhafte Punkte, die sogenannten «Tender Points» herangezogen. Wenn 11 dieser 18 Punkte bei Druck wehtun und der Betroffene seit 3 Monaten und länger über anhaltende Schmerzen mit wechselnder Lokalisation im Bereich der Muskeln und Sehnen in den verschiedenen Körperregionen berichtet, gilt die Diagnose als gesichert. Zudem leiden die Kranken an Schlafstörungen, Müdigkeit, geringer Belastbarkeit, Kopfschmerzen und Depressionen.
Durch Beobachtungen hat man festgestellt, dass sich die Schmerzen durch Sauerstoffmangel und Übersäuerung im Gewebe verstärken. Mit zusätzlichen durchblutungsfördernden Maßnahmen wie Massagen, Bädern und einer Ernährungsumstellung können daher die Schmerzen deutlich gelindert werden. Der Naturstoff «Chinin» vermindert zudem die auftretenden Muskelkrämpfe durch die Herabsetzung der Erregbarkeit am Muskel.
Wissenschaftliche Studie belegt die Wirkung von «Chininsulfat»!
Im Rahmen einer klinischen Doppelblindstudie haben Wissenschaftler der Universtität Essen im Jahre 2002 die Wirksamkeit von Chinin nachgewiesen. In diese Studie wurden 98 Patienten im Alter von 17 bis 70 Jahren eingebunden, die innerhalb eines Zeitraumes von 14 Tagen mindestens 6 Muskelkrämpfe hatten. Die Probanden bekamen zwei Wochen lang entweder täglich 400 mg Chininsulfat oder ein Plazebo (Scheinpräparat). Nach dieser Testreihe konnte ohne nennenswerte Nebenwirkungen festgestellt werden, dass durch die Einnahme von Chinin sich die Häufigkeit der nächtlichen Wadenkrämpfe sowie die Intensität der Schmerzen gegenüber der Plazebogruppe deutlich reduziert hatte.
Fibromyalgie ist gut behandelbar
Die besten Erfolge bei der Behandlung von Fibromyalgie erzielte man dann, wenn begleitend zur Schmerztherapie zusätzlich eine Ernährungsumstellung, Bewegungstherapie und physikalische Maßnahmen durchgeführt wurden.
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Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische
Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall
immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem
Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.
Literatur
• Weiss: «Fibromyalgie. Das erfolgreiche Erährungsprogramm», Südwest-Verlag 2008
• Weiss: «Fibromyalgie, Schmerzen überall», Südwest-Verlag 2008
• Hobhouse: «Fünf Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zucker, Tee, Baumwolle, Kartoffel»
• Bäumler: «Heilpflanzenpraxis heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung»

