Satt und sauber?...

Satt und sauber? Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand

            ...Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand

Buchtipp des Monats

Seit Jahren herrscht in Deutschland ein akuter Mangel an Pflegefachkräften in Krankenhäusern und Altenheimen. In sehr vielen Seniorenheimen ist die Pflege alter Menschen eine gefährliche Pflege geworden. Die Grund- und Behandlungspfege kann aufgrund des Personalmangels nicht mehr in der Form, wie man es in der Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger gelernt hat, erfüllt werden. Viele Fachkräfte klagen über die hohe Belastung, da sie ihre Aufgaben aufgrund von zu vielen Bewohnern nicht mehr bewältigen können. So lastet auf ihnen ein enorm hoher Druck durch Vorgesetzte aber auch durch Angehörige und dennoch können sie sich nicht mehr ausreichend um Patienten und Bewohner kümmern. Dadurch entstehen Fehler während der Grund- und

Satt und sauber? Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand

Behandlungspflege, die zu Lasten der kranken und alten Menschen gehen. Hinzu kommt, dass auch das Pflegepersonal immer älter wird und dadurch häufiger wegen Krankheit ausfällt. Nicht selten muss eine Fachkraft in Seniorenheimen den Nachtdienst bei über 60 Bewohnern alleine bewältigen. Hinzu kommt, dass der Nachwuchs im Pflegebereich sehr dünn gesät ist und die älteren Fachkräfte aufgrund der katastrophalen Zustände so früh wie möglich in Rente gehen. Bis heute ist es den Verantwortlichen nicht gelungen, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten. Mehr gesellschaftliche Anerkennung sowie eine leistungsgerechte Bezahlung wären eine grundlegende Basis dafür. Ferner sollte bei kranken und alten Menschen auch im Zeitalter des Kapitalismus das Wohlergehen und die Pflege im Vordergrund stehen, und nicht die Profitmaximierung der entsprechenden Einrichtungen.

Ein aufklärendes Buch über Mangel an Zeit, Sorgfalt und Zuwendung

  • Satt und sauber? Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand

Ein Plädoyer für eine menschenwürdige Pflege. Vor rund zehn Jahren hatte es harmlos angefangen. Brigtitte Heinisch wollte als Altenpflegerin einfach ihre Arbeit machen, so, wie sie es gelernt hatte, wie sie es für richtig und verantwortbar hielt. Doch die Realität sah anders aus: Bewohner lagen bis zum Mittag in Urin und Kot. Andere bekamen wegen des eklatanten Personalmangels nicht genügend zu essen und zu trinken. Brigitte Heinisch schlug intern Alarm – keine Reaktion. Und selbst als die Kontrolleure des Medizinischen Diensts kamen, änderte sich an den Zuständen im Heim kaum etwas. Also entschloss sich Brigitte Heinisch zu handeln ... Brigitte Heinisch erzählt hier von ihrem Kampf gegen den Pflegenotstand und zeigt eindrücklich, auf welche Katastrophe wir zusteuern, wenn wir glauben, Pflegeheime könnten «Profitcenter» sein und alte Menschen per Fließbandpflege abgefertigt werden.

Über die Autorin
Brigitte Heinisch, lebt und arbeitet als examinierte Altenpflegerin in Berlin.

Satt und sauber?
Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand
von Brigitte Heinisch

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: rororo