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Gentechnik - bald in unserem Essen!


Autor Nachricht
Verfasst am: 26. 01. 2008 [10:34]
Cicero177
Themenersteller
Dabei seit: 28.12.2007 - Beiträge: 0
Hallo Leute,

aus aktuellem Anlass möchte ich ein Thema aus einem anderen Thread nochmal aufgreifen. Der Bundestag hat nun ein neues Gentechnik-Gesetz beschlossen, das laut unseres sogenannten "Verbraucherschutz-Ministers" Seehofer Mensch und Umwelt vor der Gentechnik schützen soll.

Ob das wirklich der Fall sein wird, darf stark bezweifelt werden: Es klingt zwar erstmal nicht schlecht, daß Gentechnik in Lebensmitteln jetzt auf der Verpackung gekennzeichnet werden muss, was aber hier nicht gesagt wird, ist daß man z.B. nicht sehen kann, ob ein Rind, von dem ich mir ein Steak kaufe, mit Genmais gefüttert worden ist.

Völlig daneben finde ich, daß in einem derartigen Gesetz Mindestabstände von Feldern mit Genpflanzen zu solchen mit "normalen" Pflanzen festgelegt werden (150m Abstand zu konventionellen und 300m zu Feldern mit Bio-Anbau). Ich weiß nicht wie Politiker und Wissenschaftler wirklich ernsthaft behaupten können, daß durch diese Abstände die Pollen von z.B. Genmais nicht auf normale Pflanzen übertragen werden können - Es sei denn, sie verabschieden gleich auch noch ein Gesetz, das es dem Wind und Insekten verbietet, Genmaisfelder anzufliegen icon_lol.gif

Ich denke, wenn der Anbau von Genpflanzen wirklich in großem Stil kommt, finden wir trotz aller Augenwischerei das Zeug bald in unserem Essen. Das Ganze entwickelt sich langsam aber sicher immer mehr zu einem richtigen Krieg gegen unsere natürlichen Grundlagen.

Ich habe da eine interessante Idee, dazu würde mich eure Meinung interessieren:
Ziel der Gentechnik-Firmen (und hier vor allem Monsanto) ist es ja vor allem, die Landwirte von ihrem Saatgut abhängig zu machen. Neben vielen anderen genetischen Manipulationen arbeiten sie daher vor allem auch an Saatgut, das nur ein einzigesmal keimt und dessen Ertrag dann steril ist, d.h. du nimmst z.B. ein bestimmtes genetisch verändertes Saatgut für Weizen, baust diesen an, erntest ihn und kannst dann das Korn wie normales Getreide zu Mehlherstellung usw. verkaufen.

Was Du allerdings nicht mehr kannst, ist einen Teil der geernteten Körner zur erneuten Aussaat zu verwenden, da diese nicht mehr keimen. Ergo musst Du zu Deinem "Gentech-Dealer" gehen und von ihm neues Saatgut kaufen - Du bist sozusagen zum "Saatgut-Junkie" geworden.

So und hier nun ein Gedanke, der schon etwas erschrecken kann, wenn man etwas näher darüber nachdenkt:

Was würde denn passieren, wenn (aus welchen Gründen auch immer) das - nicht keimfähige - Genmaterial einer solchen Pflanze sich in der Natur (durch Einkreuzung o.ä.) ausbreitet, gegenüber den bisherigen Weizenpflanzen dominant wird, und diese weltweit verdrängt?

Und was, wenn dies nicht nur bei Weizen passiert, sondern bei allen Pflanzen, die für die Ernährung oder für Tierfutter verwendet werden? Nach nur wenigen Aussaatjahren gibts nur noch steriles, nicht keimfähiges Korn. Was bauen wir denn dann auf den Feldern an? Rinder? Schweine?


Ich glaube nicht, daß irgendein Politiker, Lobbyist (ist ja leider meist ohnehin dasselbe icon_evil.gif ) oder Wissenschaftler sich ausmalen kann, was dann auf unserem Planeten los wäre. Wir hätten als Raubtier am Ende der Nahrungskette buchstäblich nichts mehr zu "fressen". Auch die Klimakatastrophe würden wir dann wahrscheinlich gar nicht mehr erleben, weil die Menschheit lange vorher verhungert ist (vielleicht findet die ohne uns ja gar nicht mehr statt).

Freue mich auf (hoffentlich) viele Antworten und Meinungen.
Lg. Chris

Sehr gute Hintergrundinfos zur Thematik "Grüne Gentechnik" (durch das Wörtchen "grün" klingts fast schon wieder positiv, so wie "bio" - findet Ihr nicht?) könnt Ihr bei Greenpeace nachlesen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.2008 um 16:27.]
Verfasst am: 12. 02. 2008 [07:35]
Stefano
Dabei seit: 25.12.2007 - Beiträge: 12
Hallo Chris,

zum Thema Monsanto und Gentechnik lief gestern ein sehr interessanter Beitrag auf NDR.
Hier der Link, leider gibts keinen Podcast o.ä. dazu.

Der Beitrag hieß "Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut" und erzählt, wie Monsanto derzeit versucht, sich weltweit das Patent an bestimmten Abschnitten der Genstruktur von Hausschweinen zu sichern. Das Ziel dabei scheint zu sein, weltweit die Produktion von Schweinefleisch in die Hand zu bekommen.

Bedeutet im Klartext: Nur wer Lizenzgebühren an Monsanto abdrückt, darf noch Schweine züchten icon_mad.gif

Das Schlimme dabei ist: Es gibt in Deutschland z.B. alte Rassen von Hausschweinen, die nach ersten DNA-Tests diese Genmarker im Erbmaterial aufweisen. Diese Rassen haben nichts mit Gentechnik zu tun, die Gen-Abschnitte gehören zum natürlichen Erbmaterial der Schweine. Monsanto versucht hier also, sich natürliche Ressourcen anzueignen! Im Prinzip nichts Neues: In ähnlicher Weise versuchen ja auch Lebenmittelkonzerne wie Nestlé, sich weltweit das Eigentum an Trinkwasservorkommen zu verschaffen, damit sie dieses dann teuer an die Menschen verkaufen können.

Die Politik schaut wie immer nicht nur zu, sondern beteilgt sich sogar aktiv an diesen Geschichten, in dem die Politiker entweder (bezahlte?) Lobbyarbeit dafür machen oder wie auch in dem Film gezeigt, (Ex-?)Mitarbeiter von Monsanto bis in die staatlichen Institutionen bringen, die letztendlich über Zulässigkeit von z.B. gentechnischen Zulassungen entscheiden.

Selbstbedienungsladen!

viele Grüße
Stefan

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.03.2008 um 12:01.]