Brennessel - für Kenner den größten Wert

Jeder kennt die Brennessel als Unkraut, als ein Grünzeug was sich nicht jeder unbedingt in den Garten wünscht. Dennoch hat die Brennessel eine große Vergangenheit und zählt zu den ältesten Heilpflanzen. Der bekannte Wasserdoktor «Pfarrer Sebastian Kneipp» schrieb folgendes über das Kraut: «Die Brennessel ist die verachtetste unter den Pflanzen. Für den Kenner hat sie in der Tat den größten Wert».

Brennessel

Die alten Griechen nutzten die Brennessel als Heilkraut. Aus dieser Zeit ist noch einiges an Wissen erhalten was heute wieder aufgegriffen worden ist. So verwendeten die Griechen das Kraut gegen Arthritis zur äußeren und inneren Anwendung und nahmen es auch als Salat oder in einer Suppe mitgekocht zu sich. Hippokrates verwendete das Kraut als harntreibendes Mittel um die Körpersäfte in Harmonie zu bringen. Heute noch wird die Pflanze zu Frühjahrskuren eingesetzt um die Leber zu unterstützen. Im Mittelalter wurde die Brennessel vor allem von den Benediktinermönchen und Benediktinernonnen in ihren Klostergärten angebaut. Sie übersetzten die antiken Bücher und verfassten sie neu. Hildegard von Bingen (1098 bis 1179)  schrieb in ihrer Heilkunde «Physica» und Arzneikunde «Causae et Curae» über das Heilkraut. Sie empfahl die Blätter als Gemüse zuzubereiten und diese zu Fleischgerichten zu reichen. So schrieb Sie über Brennessel: «Die Brennesssel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt. Und dies macht jede Art der Brennessel».

Einsatz als Faserpflanze

Die Brennessel wurde während des Mittelalters sowie in der Neuzeit als Faserpflanze angebaut. Sie wurde zu einer seidig-glänzenden Faser verarbeitet; aus ihr wurde das Nesseltuch hergestellt. Bis etwa 1725 gab es in Leipzig eine Nessel-Manufactur. Später wurde jedoch die Faser endgültig von der Baumwolle ersetzt. Das Kraut kommt auch in Hans Christian Andersen's Märchen «Die wilden Schwäne» vor. In diesem Märchen wurden elf Brüder von ihrer bösen Stiefmutter in Schwäne verwandelt. Die Schwester der Brüder befreit diese, indem sie elf Panzerhemden mit langen Ärmeln aus Brennesseln flechten muß. Sie wirft die Hemden auf die Schwäne und die Brüder sind für immer von dem bösen Zauber befreit.

Brennessel und die Botanik

Brennessel

Die große und kleine Brennessel gehören zu den Nesselgewächsen (Urticaceen). Die große Brennessel kann eine Höhe von 1,50 Metern erreichen, die kleine dagegen hat eine Höhe von etwa 45 Zentimetern. Das ausdauernde Kraut weist einen weit verzweigten Wurzelstock, gerade Stängel und gegenständliche ovale Blätter auf. Am oberen Abschnitt des Stängels in den Blattachseln bilden sich rispenartige Blütenstände. Die ganze Pflanze ist mit brennenden Pflanzenhaaren (Trichomen) bedeckt. Zerbrechen diese wird ihr Inhalt in die Wunde entleert und es treten auf der Haut Bläschen hervor, die jucken und brennen. Die Trichomen enthalten Histamin, Acethylcholin, Harz, Ameisensäure und einen unbekannten Eiweißstoff. Das Kraut wächst an Zäunen, Gärten, Wegrändern, Schuttplätzen, Ruinen und Gräben. Die Blütezeit der Brennessel ist von Mai bis Juli, die Blüten sind klein, grün und in hängenden Ähren angeordnet. Die kleine Brennessel ist wesentlich aggressiver als die große Brennessel. In der Pharmakologie wird in erster Linie die große Brennessel eingesetzt. In der Homöopathie dagegen verwendet man die kleine Brennessel (Urtica urens). Diese wird hauptsächlich in Niedrigpotenzen gegen Nesselsucht und Hautausschläge mit Brennen und Jucken benutzt. Als Urtinktur wird sie in der Homöopathie bei Rheuma und Gicht eingesetzt.

Kieselsäure kräfitgt das Bindegewebe

Das Kraut enthält Gerbstoffe, Chlorophylle, Vitamine, Mineralsalze, Carotinoide, Beta-Sitosterine und wie schon erwähnt sind in den Brennhaaren Histamine vorhanden. Beta-Sitosterin findet sich überwiegend in den Wurzeln und wird in der Medizin zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen eingesetzt. Der hohe Gehalt von Gerbstoffen ist ebenfalls zu erwähnen. Die Gerbstoffe wirken blutungsstillend, kräftigen das Herz und helfen bei Krämpfen des Darmes. Der Gehalt von Kieselsäure in der Brennessel ist relativ hoch. Silizium kräftigt die Nägel, Haare und das Bindegewebe. In der Pflanze ist das Mineral Kalium vorhanden, das für einen starken harntreibenden Effekt sorgt. Daher muss bei einer Anwendung der Pflanze dem Körper genügend Flüssigkeit zugeführt werden.

Tee zur Anregung des Stoffwechsels

Die Brennessel wird zur Anregung des gesamten Körperstoffwechsels verwendet. Das Kraut ist daher ein beliebter Bestandteil von Teemischungen, die gegen Rheuma, Gicht, Hautunreinheiten (Akne) und Leberbeschwerden eingesetzt werden. Die Inhaltsstoffe der Pflanze regen die Harnausscheidung an und wird bei Männern gegen Prostatabeschwerden eingesetzt. Ferner wird die Pflanze zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und vorbeugend bei Nierengrieß angewendet. Eine Durchspülungstherapie kann mit Blättern oder Wurzeln in Form einer Teerezeptur erfolgen. Dabei ist jedoch zu beachten, das die tägliche Dosis der Blätter von 10 g und den Wurzeln von 5 g nicht überschritten wird.
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Brennessel Pflanzensaft für die Frühjahrskur

Die Brennessel ist speziell für Frühjahrs- und Herbstkuren geeignet. Hierfür wirkt besonders gut der Frischpflanzenpresssaft den es in Apotheken zum kaufen gibt. Achten Sie beim Erwerb des Saftes auf die Packungsbeilage und halten Sie sich an die angegebene Dosierung.
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Einen gehäuften TL Brennesselblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, anschließend abseihen. Täglich 3 - 4 Tasssen trinken. Zur Unterstützung der Durchspülung zusätzlich Wasser trinken.
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Nebenwirkungen sind lediglich bei der Anwendung von Brennesselwurzeln bekannt. Hier kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Gegenanzeigen sind derzeit keine bekannt."


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