Augentrost: Heilpflanze Euphrasia officinalis L.

Augentrost: Muntermacher für die Augen

Augentrost

Augentrost (Euphrasia officinalis Linné oder Euphrasia rostkoviana Hayne) war dem römischen und griechischen Volk in der Antike noch nicht bekannt. Aber im Jahr 1485 findet er bereits in dem ersten Heilkräuterbuch - dem Gart der Gesundheit - Erwähnung. Auch in den späteren mittelalterlichen Schriften wird er ausführlich beschrieben. So schildert Nicholas Culpeper (1616 bis 1654): «Augentrost hat die Macht, die im Alter schwindende Sehkraft zu untersützen und zu verbessern.» Auch für andere Leiden empfiehlt die Volksheilkunde den Augentrost, so etwa bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Husten, Schnupfen und Krämpfen. Äußerlich wird Augentrost in Form eines Umschlages bei Augenlidentzündungen und geschwächten, müden Augen verwendet.

Namen aus dem Volksmund

Augenkraut, Lichtkraut, Milchdieb, Milchschelen, Hirnkraut, Spöttlich, Nitnützle, Augustinerkraut, Gibinix, Grummetblume, Herbstblümle, Wegleuchte, Wiesenwolf.

Botanischer Steckbrief

Augentrost zählt zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Der einjährige Halbschmarotzer kann eine Höhe von dreissig Zentimetern erreichen, sein Stängel ist aufrecht, weich und drüsig behaart. Die Blätter besitzen eine länglich-ovale Form, sie sind wechselständig im unteren Teil und oben gegenständig angeordnet. In den Blattachseln befinden sich weiße Blüten, mit einem gelben Fleck und zarten blaßlilafarbenen Adern. Die Blütezeit geht von Juli bis September. Augentrost wächst auf mageren, trockenen Wiesen und Weiden, an Wegrändern und Waldsäumen.

Verwendete Pflanzenteile, Inhaltsstoffe und Wirkungen

Augentrost

Geerntet wird das ganze Kraut während der Blütezeit. Das Sammelgut wird gebündelt an einem trockenen, luftigen Ort kopfüber aufgehängt. Es muss schnell getrocknet und dann lichtgeschützt in einem gutschließenden Gefäß aufbewahrt werden, denn Feuchtigkeit verdirbt die Droge. Die Wirksamkeit des Augentrostkrauts wurde bisher nur wenig erforscht. Dennoch ist heute bekannt, dass der Inhaltsstoff Aucubin die Bildung von Entzündungsstoffen beeinflusst und dadurch entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Außerdem konnte in Laborversuchen festgestellt werden, dass Aucubin eine Vervielfältigung des Hepatitis-B-Virus unterdrückt. Darüber hinaus zeigte sich in einer weiteren klinischen Studie eine gute Wirkung der Droge bei der Anwendung von Bindehautentzündungen (Konjunktivitiden) mit sehr guter Verträglichkeit. Zu den weiteren Inhaltsstoffen der Pflanze zählen Lignane, Flavonoide, Gerbstoffe und Iridoide wie z. B. das Catalpol sowie das bereits genannte Aucubin.

Anwendungsgebiete

Zubereitungen aus dem Augentrost werden heutzutage hauptsächlich bei Augenerkrankungen eingesetzt. Das Kraut kommt zur Anwendung bei Entzündungen der Augenlider und der Augenbindehaut, Gerstenkörnern, Ermüdungserscheinungen der Augen sowie bei funktionellen Sehstörungen. Bei diesen Beschwerden kann eine innerliche (zum Beispiel «Augentrost-Tee») oder als Homöopathikum «Euphrasia D4» und äußerliche Anwendung in Form von Umschlägen und Waschungen kombiniert werden. Außerdem hat sich in der Erfahrungsheilkunde gezeigt, dass Augentrost auch bei Erkältungskrankeiten wirksam ist.

Darreichungsformen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

  • Tee (Infus, Dekokt), Tinktur, Kataplasma, Homöopathikum, Fertigpräparate (Monopräparate).
  • Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt.
  • Gegenanzeigen sind derzeit keine bekannt.

Wichtiger Hinweis:
Bei der Herstellung von Augentrost-Tee zur äußerlichen Behandlung an den Augen, müssen extrem saubere Verhältnisse geschaffen werden. Damit keine Keimverschleppung entsteht, wird für jede weitere Anwendung ein neuer Tee zubereitet.  Außerdem trägt eine zusätzliche Verwendung  von «sterilen Kompressen» zu einer wesentlich besseren Hygiene bei. Werden Augentropfen in Form von Fertigpräparaten benutzt, so ist ebenfalls auf äußerste Sauberkeit zu achten.


Augentrost-Rezepturen und Fertigpräparate


Augentrost-Tee

Zubereitungen aus dem getrockneten Kraut des Augentrosts (Euphrasiae herba) werden traditionell bei Augenkrankheiten wie beispielsweise Bindehautentzündungen, Lidrandentzündungen, Sehschwäche, müden Augen und Gerstenkörnern (siehe auch: Gerstenkorn - wenn's am Auge schmerzt ... so hilft die Homöopathie beim Gerstenkorn) sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet. Zudem hilft Augentrost, die durch die Bildschirmarbeit überanstrengten Augen zu entspannen.

Zubereitung zur inneren Anwendung:
Ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Droge mit 150 Milliliter kochendem  Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Zwei Tassen täglich trinken.
Umschlag zur äußeren Anwendung bei Gerstenkörnern, müden Augen und Augenentzündungen:
Zwei Teelöffel des getrockneten Krautes mit einer Tasse heissem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
Sterile Kompressen (z. B. «ASKINA Mullkompressen steril» - siehe Online-Apotheke: >> online bestellen ) damit tränken und mehrmals täglich auf die geschlossenen Augen legen. Augentrost-Tee nicht in die offenen Augen geben.

Wichtiger Hinweis:
Bei der Herstellung von Augentrost-Tee zur äußerlichen Behandlung an den Augen müssen extrem saubere Verhältnisse geschaffen werden. Damit keine Keimverschleppung entsteht, wird für jede weitere Anwendung ein neuer Tee zubereitet.  Außerdem trägt eine zusätzliche Verwendung  von «sterilen Kompressen» zu einer wesentlich besseren Hygiene bei.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind derzeit keine bekant.

Mehr Infos zu «Augentrost-Tee Aurica» finden Sie auf der Homepage der Online-Apotheke: >> online bestellen

Euphrasia Augentropfen von WALA

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Bereits der Name Augentrost lässt in der Signaturenlehre seine Beziehung zu den Augen erkennen. So weisen die hübschen Blüten gelbe bis lilafarbene Flecken auf, welche die Aufgabe haben, die Bienen anzulocken. Diese sogenannten Saftmale auf der Unterlippe der Blüten haben dem Augentrost seine Signatur verliehen, da sie an kleine Pupillen und Augenwimpern erinnern. Augentrost wirkt beruhigend auf die Augen. Die WALA Augentropfen (ohne Konservierungsstoffe) werden bei entzündlichen Veränderungen (z. B. Bindehautentzündungen), bei starken Reizen wie Sonnenlicht, Ozon und Allergenen sowie bei Überbeanspruchung der Augen (z. B. langes Arbeiten am Computer oder Bildschirm) eingesetzt. Auch bei geröteten und tränenden Augen während der Heuschnupfen-Saison ist Augentrost geeignet.

Anwendungsempfehlung:
Soweit nicht anders verordnet, ein bis zweimal täglich einen Tropfen in den Bindehautsack einträufeln. Zur Tropfanleitung bitte Packungsbeilage beachten!

Hinweis:
Nebenwirkungen sind keine bekannt. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei länger anhaltenden Beschwerden sollten die Augentropfen nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

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Euphrasia in der Homöopathie

Euphrasia zur inneren Anwendung hat sich in der Homöopathie außer bei Bindehaut- und Lidentzündung oder leichtem Heuschnupfen auch bei Überanstrengung der Augen durch zu langes Arbeiten am Computer bewährt. In der Potenz D4 gibt man dreimal täglich fünf Globuli bei katarrhalischen Kopfschmerzen, starkem Fließschnupfen mit Husten, Heuschnupfen sowie bei müden überanstrengten Augen. Als wichtigstes Merkmal für Euphrasia gilt -  entsprechend dem homöopathischen Arzneimittelbild - eine beißend-scharfe Tränenflüssigkeit bei mildem Nasensekret. Weitere Beschwerden wie dauerndes Blinzeln sowie verschwimmen der Buchstaben vor den Augen können ebenfalls vorhanden sein. Die Beschwerden verbessern sich beim Blinzeln, im Freien sowie auch im Dunkeln. Geschlossene Räume, Licht und Wärme hingegen verschlimmern den Zustand.

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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