Landwirtschaft in Spanien: Erdbeeren unter Ermittlung

Nichtwissend und hungrig nach den Gefilden des Sommers greifen die Verbraucher eifrig zu den rot gefüllten Körbchen. Doch viele dieser Früchte werden in Südspanien illegal angebaut. Für den schnellen Profit zerstören Bauern in Spanien das Naturschutzgebiet «Doñana» und tragen so zusätzlich ihren Teil zur Wasserknappheit bei.

Landwirtschaft in Spanien

Erdbeeren zählen zu den beliebtesten Früchten und besitzen neben ihrem süßen, aromatischen Geschmack auch einen hohen Gesundheitswert. Die Erbeersaison beginnt hierzulande zwischen den Monaten April und Juli. Aber auch außerhalb der Saison werden die roten Farbtupfer im Handel unter anderem aus Marokko, Ägypten, Israel, Neuseeland, Mexiko und Spanien angeboten. Ein Großteil der Ware in den deutschen Supermarktregalen während der Wintermonate stammt aus Südspanien. Derzeit werden in einem Gebiet unweit des südspanischen Nationalparks Doñana in Andalusien 300.000 Tonnen Erdbeeren produziert. Die Hälfte davon ist für den Export bestimmt. Rund um das weitreichende Mündungsdelta des Flusses Guadalquivir haben sich illegale Plantagen in die Wälder eingenistet. Zahlreiche folienbedeckte Gewächshäuser finden sich dort in den Resten des einst herrschenden Pinienwaldes. Ein Meer aus Plastik so weit das Auge reicht. Rund 6000 Hektar Land für Erdbeeren, von dem ein Drittel der Anbaufläche ursprünglich nicht für die Landwirtschaft vorgesehen war. Und das Ganze in einer Gegend, in der es kaum regnet. Dennoch ist der Erdbeeranbau für die Landwirte durchaus ein lukratives Geschäft, denn unbehelligt von den Behörden, kommt ein Großteil des Wassers aus illegalen Bohrlöchern. (Siehe auch «die tageszeitung».) Die Auswirkungen dieser fortschreitenden Verwüstung durch den exzessiven Erdbeeranbau sind nicht zu übersehen. Die Bewässerungsbrunnen pumpen das Grundwasser leer und die vielen kleinen Wasserläufe, die sich in der Region befinden trocknen immer mehr aus. Das Naturschutzgebiet Doñana - ein wertvolles Feuchtgebiet und Rückzugsort für Zugvögel wie beispielsweise Flamingos und Graugänse - ist durch diesen Raubbau an der Natur massivst bedroht. Durch den Wassermangel sind bereits viele Teile des Feuchtgebietes zu einer Steppe geworden. Trotz der herrschenden Wasserknappheit werden weiterhin Erdbeeren im großen Stil angebaut, die noch nicht einmal alle verkauft werden können. So wird bisweilen ein Drittel der Ernte vom Staat eingekauft und anschließend wieder vernichtet, um die Preise am Markt zu stützen.

Die Mühlen der Behörden mahlen langsam

Durch die mangelnden Kontrolle der Behören und maroden Leitungen der Bewässerungssysteme verschärft sich
zusätzlich die Wasserknappheit. Derzeit werden im Gebiet der örtlichen Erdbeerplantagen etwa 1700 illegale Brunnen vermutet. Nur langsam scheint den spanischen Behörden die Ernsthaftigkeit der Lage bewußt zu werden, denn erst seit knappen zwei Jahren verfolgt sie die illegalen Machenschaften. Der WWF (World Wide Fund For Nature) befürchtet weitreichende Folgen für die Natur und setzt sich daher vor Ort für die Bekämpfung der illegalen Wassernutzung ein. Die Organisation versucht zudem Schutzkorridore für den dort gefährdeten iberischen Luchs einzurichten, dessen Lebensraum durch die Abholzung des Pinienwaldes sehr dünn geworden ist. Bei den Supermarktketten Coop und Migros hat der WWF mit seiner Doñana Rettungsaktion offene Türen eingerannt. Diese Unternehmen haben sich dazu überreden lassen, beim Einkauf auf legal produzierte Ware zu setzen. Fazit: Verbrauchern, die ganz sicher gehen wollen, keine Ware aus illegalen Erdbeerplantagen zu kaufen sei geraten im Winter darauf zu verzichten und im Sommer nach regionalen Bioprodukten Ausschau zu halten. Diese Früchte sind aufgrund der kurzen Transportwege sowohl aus Klimasicht wie auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit die bessere Wahl und ohne den sonst üblichen Pestizid-Gift-Cocktail sicher auch gesünder. Wenn Sie mehr über die Erdbeere aus ernährungsphysiologischer Sicht (mit leckeren Rezepten!) sowie über ihre Entstehungsgeschichte erfahren wollen, dann klicken Sie auf «Erdbeere - die zarte Verführung aus heimischen Anbau».

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