Prostataentzündung erkennen und behandeln

Eine Entzündung der Prostata ist keine Alterserscheinung. Im Gegensatz zur vergrößerten Prostata, die in vielen Fällen gutartig und meist erst ab 45 Jahren auftritt, erkranken an einer Prostatitis auch junge Männer.

Prostataentzündung erkennen und behandeln

Diagnostisches Chamäleon

Betroffene leiden unter starken Schmerzen, die sie kaum lokalisieren können. Sie sind diffus, strahlen ins gesamte Becken und den Unterbauch aus. Zu diesen Symptomen kommen häufig Probleme beim Wasserlassen oder im sexuellen Bereich hinzu. All das macht die Prostataentzündung zu einem diagnostischen Chamäleon mit vielen Facetten.

Nicht immer ist eine entzündete Prostata Folge einer Infektion. Die nicht-bakterielle Prostatitis wird vor allem durch Stress oder psychische Probleme ausgelöst. Daher bezeichnet der Arzt sie auch als chronisches Beckenschmerzsyndrom (CPPS = Chronic Pelvic Pain Syndrome). Eine dauernde Anspannung im Alltag führt dazu, dass Betroffene sich unwissentlich muskulär verkrampfen, insbesondere im Bereich der Beckenbodenmuskulatur. Die Spannung wirkt sich auf die Prostata aus, die innerhalb der Beckenorgane, Muskeln und Nervenfasern eingebettet liegt.

Bakterielle Entzündung

Eine akute bakterielle Prostatitis zeigt, neben den Schmerzen, typische Entzündungszeichen, wie hohes Fieber oder Schüttelfrost. Typisch für das Krankheitsbild ist sein plötzliches Auftreten. Die Schmerzen, die ins gesamte Becken ausstrahlen und beim Stuhlgang stärker werden, werden von Problemen beim Wasserlassen begleitet. Einige Betroffene leiden unter Inkontinenz, andere unter Harnverhalt.

Die gesundheitlichen Probleme bei der chronischen bakteriellen Prostatitis entwickeln sich nach und nach. In vielen Fällen beschreiben Patienten nur ein Symptom, wie Schmerzen in Becken, Unterbauch oder beim Wasserlassen sowie Erektionsstörungen. Das Krankheitsbild der chronischen Prostataentzündung ist grundsätzlich weniger komplex.

Schließlich gibt es noch die asymptomatische Prostatitis. Wie der Name schon sagt, tritt sie ganz ohne Symptome auf. Erkannt wird sie meist nur durch eine Laboruntersuchung des Spermas. In diesem befinden sich Bakterien, die allerdings keine Erkrankung verursachen.

Auslöser der Prostatitis

Der häufigste Verursacher einer bakteriellen Prostataentzündung ist das Darmbakterium E. coli. Hinzu kommen Enterokokken, Klebsiellen und Proteus-Bakterien. Ursache für die chronische bakterielle Prostatitis sind vor allem Chlamydien. Die Erreger treten über den Harnweg ein und breiten sich dann auf die Prostata aus.

Behandlung einer Prostatitis

Die Diagnostik einer entzündeten Prostata besteht aus mehreren Schritten. Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch, füllen Patienten einen standardisierten Fragebogen zum Erkrankungsbild der Prostatitis aus. Es folgt eine Blutabnahme mit anschließender Labordiagnostik. Hauptaugenmerk liegt auf dem Prostata-spezifischen Antigen PSA, das bei einer Prostataentzündung erhöht ist. Untersucht wird auch der Urin auf mögliche Erreger, und zwar vor und nach dem Abtasten der Prostata. Weiterhin können Ultraschall und eine Messung des Harnflusses erfolgen.

Behandelt wird eine Prostataentzündung in Abhängigkeit von ihrer Ursache. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, kommen Antibiotika zum Einsatz. Bei gleichzeitigem Harnverhalt muss ein Katheter zur Entlastung der Blase gelegt werden. Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom helfen Entspannungstechniken und Beckenbodengymnastik.

Wichtig ist, dass Betroffene bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen

Hierzu gehören:

  • Schmerzen im Becken und Damm
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Erektionsstörungen
  • plötzlich auftretende Inkontinenz
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