Sonnenbrand - Nein Danke!

Vor rund 80 Jahren machte die französische Modeschöpferin Coco Chanel gebräunte Haut salonfähig. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte die vornehme Blässe - außer bei Feldarbeitern und armen Leuten - zum guten Ton der feinen Gesellschaft. So schützten die Reichen und die Schönen ihre makellose weiße Haut mit Sonnenschirmen und breitkrempigen Hüten. Heute dagegen wird in nahezu allen Bevölkerungsschichten sehr viel dafür getan, um dem Teint ein sportliches braunes Outfit zu verleihen. Diesem Schönheitsideal hinterher zu eilen bleibt jedoch nicht ohne Konsequenzen für die Gesundheit. Angefangen von einer beschleunigten Hautalterung bis hin zur Entwicklung von Hautkrebs im ungünstigen Fall, können die Folgen einer zu langen und häufigen Sonnenbestrahlung sein.

Sonnenstrahlung auf der Erde

Sonnenstrahlen spenden in erster Linie Wärme und Licht. Die sichtbare Sonnenstrahlung kann als Licht, das sich aus den sogenannten Spektralfarben, wie rot, gelb, grün und blau zusammensetzt, verstanden werden. Alle anderen Anteile, wie die ultravioletten und infraroten Strahlen können mit dem menschlichen Auge nicht erfasst werden. Auf dem Weg durch die Erdatmosphäre sind die Sonnenstrahlen in ihrer Intensität abgeschwächt. Hierbei spielt der Sonnenwinkel, die geographische Breite sowie die Jahres- und Tageszeit eine wichtige Rolle. Auch die Höhe über dem Meeresspiegel sowie die Wolkendecke beeinflussen die Intensität der Sonnenstrahlen. Hierzulande treffen sie vor 11 Uhr und nach 15 Uhr schräg auf die Erde. Bei diesem Einfall erreichen uns lediglich bis zu 50 Prozent der Sonnenenergie, was bedeutet, dass die UV-Strahlung zwischen 11 Uhr und 15 Uhr am höchsten ist. Die Ozonschicht filtert dabei die schädlichen UVC-Strahlen fast vollständig aus und und schwächt die weit weniger gefährlichen UVB-Strahlen deutlich ab. Die UVA-Strahlen, die auch in Solarien benutzt werden, gelangen fast nahezu vollständig auf die Erde.

Licht, Leben und Psyche

Die Ultraviolette Strahlung regt in der Haut die Vitamin D Synthese an, das ohne Sonnenlicht nicht gebildet werden kann, das aber für die Gesunderhaltung der Knochen dringend benötigt wird. Hierbei reicht bereits eine relativ geringe Sonnenbestrahlung von etwa 10 Minuten auf Gesicht und Arme drei mal pro Woche aus, um dem Körper die benötigte Menge dieses Vitalstoffes zu geben. Sonnenlicht regt die Stoffwechselprozesse an und kann bestimmte Hauterkrankungen, wie die Schuppenflechte (Psoriasis) positiv beeinflussen. Auch die Photosynthese der grünen Pflanzen funktioniert nicht ohne Licht. Durch sie sind Pflanzen in der Lage, die eingestrahlte Sonnenenergie in den Kreislauf der Natur einzubringen, um so lebenswichtigen Sauerstoff zu produzieren. Abseits aller Erkenntnisse besitzt Sonnenlicht eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden, denn wir werden aktiver, sind gut gelaunt und freuen uns auf die sonnendurchfluteten Sommertage, die uns erwarten.

All zu viel ist ungesund!

Zum Sonnenbrand kommt es, wenn die Haut ungeschützt und übermäßig viel der UV-Strahlung ausgesetzt wird. Die Folge davon sind Schäden an den oberen Hautschichten (Epidermis) mit Rötung, Schwellung und eventuell auftretenden Bläschen. Bei extremer Einstrahlung kann der gesamte Körper mit Übelkeit und Fieber reagieren. Verantwortlich hierfür ist die UVB-Strahlung, die etwa einen Millimeter tief in die Haut eindringt und eine Entzündungsreaktion in Form einer Rötung hervorruft. UVB-Strahlung ist zudem an der Entstehung von Hautkrebs und Hautalterung mitbeteiligt. Die so oft verharmloste UVA-Strahlung ist der Hauptverursacher der vorzeitigen Hautalterung sowie den verstärkt auftretenden Pigmentierungen, die auch als Altersflecken bezeichnet werden. In hohen Dosen kann die UVA-Strahlung ebenfalls zum Sonnenbrand führen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Haut ist es, den Körper vor schädigenden Einflüssen zu schützen. Damit die Haut ihre Funktion erfüllen kann, reagiert sie auf die Sonnenbestrahlung mit Bräunung. Während des Bräunungsvorganges erzeugt der Körper mehr Melanin. Dieses Pigment wird von Hautzellen, den Melanozyten gebildet. Die Aufgabe des Melanins besteht darin, die Energie der UV-Strahlen zu absorbieren. In der Regel dauert es zwei Tage, bis Melanin erzeugt und auf die näher gelegenen Keratinzellen verteilt ist. Dieser Vorgang wird verstärkt, indem die sogenannten ruhenden Melanozyten aktiviert werden. Ein Eigenschutz der Haut kann nur langsam und allmählich aufgebaut werden. Je mehr Melanin im Körper vorhanden ist, desto besser ist der Eigenschutz gegen die schädliche UV-Strahlung. So sind dunkelhäutige Menschen weniger empfindlich gegen Sonnenlicht als hellhäutige Zeitgenossen.

Eigenschutz durch Schüßler Salze

Eigenschutz durch Schüßler-Salze

Biochemische Funktionsmittel nach Dr. Schüßler (siehe auch Schüßlers Biochemie) können eine gesunde Bräunung unterstützen. Ein sehr gutes Vorsorgemittel gegen Sonnenbrand ist Ferrum phosphoricum  Nr. 3. Dieser Betriebsstoff vorbeugend eingenommen stärkt die Widerstandskraft des Körpers. Zusätzlich sollte noch der Mineralstoff Kalium sulfuricum Nr. 6, der an der Pigmentierung der Haut mitbeteiligt ist, zur Verfügung gestellt werden. Natrium sulfuricum Nr. 10 sorgt dafür, dass im Gewebe befindliche Schad- und Schlackenstoffe abtransportiert werden. Damit der Wasserhaushalt gut reguliert wird, kann auch Natrium chloratum Nr. 8 dazu gegeben werden. Mit der Einnahme dieser Mineralstoffe sollten Sie bereits im zeitigen Frühjahr beginnen, damit Sie für die Sommermonate gut gerüstet sind. Sie mischen die Mineralstoffe in Mengen von je 5 bis 7 Tabletten zusammen und nehmen diese über den Tag verteilt ein. Hinweis: Die Mineralstoffe bieten keinen direkten Sonnenschutz, sondern verbessern Ihre allgemeine Abwehrkraft sowie den Eigenschutz Ihrer Haut in den Sommermonaten. Wenn Sie sich an der Sonne aufhalten, sollten Sie in jedem Fall ein Sonnenschutzprodukt mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden. "

Lichtschutzfaktor und Hauttyp

Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor lassen ein langes Verweilen in der Sonne zu, ohne dass es zum Sonnenbrand kommen muß. Bedenken Sie jedoch, dass übermäßiges Sonnenbaden nicht nur die Haut schädigt, sondern auch die Bildung freier Radikale (siehe freie Radikale) verstärkt. Neben dem Lichtschutzfaktor kommt es auch auf den Hauttyp an, wie lange ein Aufenthalt in der Sonne zu vertreten ist. Es werden vier Hauttypen unterschieden:

Typ I, circa 2 Prozent der Bevölkerung;
Fast weiße Hautfarbe, oft rote Haare, helle Augen, viele Sommersprossen, wird nie braun. Begeben Sie sich für nur 10 Minuten ungeschützt und ungebräunt in die Sonne und reagieren bereits mit einem Sonnenbrand, dann gehören Sie zum Hauttyp I. Die genannten 10 Minuten werden als Eigenschutzzeit bezeichnet. Die Eigenschutzzeit liegt beim Hauttyp I zwischen 3 und 10 Minuten.

Typ II, circa 12 Prozent der Bevölkerung;
Blonde Menschen, helle Augen und Sommersprossen. Dieser Hauttyp bekommt oft einen Sonnenbrand und wird wenig braun. Begeben Sie sich für circa 20 Minuten ungeschützt und ungebräunt in die Sonne und reagieren mit einem Sonnenbrand, dann gehören Sie zum Hauttyp II. Die Eigenschutzzeit liegt bei 10 bis 20 Minuten.

Typ III, circa 78 Prozent der Bevölkerung;
Blonde bis dunkelblonde Menschen mit hellen bis dunklen Augen. Bekommt selten Sonnenbrand und wird gut braun. Die Eigenschutzzeit liegt bei 20 bis 30 Minuten.

Typ IV, circa 8 Prozent der Bevölkerung;
Dunkelhaarige Menschen mit dunklen Augen. Dieser Hauttyp wird immer braun und bekommt fast nie einen Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit liegt hier bei circa 40 Minuten.

Nützliche Tipps, für eine Haut ohne Schäden!

  • Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr sollten Sie Sonnenbäder meiden; bleiben Sie im Schatten.
  • Achten Sie auf die Besonderheiten Ihres Hauttyps.
  • Verwenden Sie ein gutes Sonnenschutzmittel. Sonnenschutzprodukte müssen UVA und UVB wirksam sein.
  • Nach dem Baden sollten Sie sich gut abtrocknen, denn feuchte Haut ist durchlässiger für eine UV-Strahlung. Danach erneut eincremen!
  • Kinder benötigen ein Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktor. Zudem brauchen die Kleinen einen Hut und lichtdichte Kleidung.
  • Säuglinge und Kleinkinder im ersten Lebensjahr dürfen nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden.

Eigenschutzzeit!

Damit Sie keinen Sonnenbrand bekommen, ist der jeweilige Lichtschutzfaktor (LSF) des verwendeten Sonnenschutzmittels maßgeblich. Multipliziert man die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor des verwendeten Produktes erhalten Sie die Zeit, in der Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Umgekehrt können Sie Ihren LSF ausrechnen, indem Sie die Zeit, in der Sie sich in der Sonne aufhalten wollen, durch Ihre persönliche Eigenschutzzeit teilen.

Beispiel 1:
Hauttyp I,(Eigenschutzzeit 3 Minuten), Ihr Sonnenschutzmittel hat einen LSF von 12. 3 x 12 = 36 Minuten. Nach dieser Rechnung könnten Sie sich 36 Minuten in der Sonne aufhalten.

Beispiel 2:
Hauttyp I, (Eigenschutzzeit 10 Minuten), Sie wollen 120 Minuten in der Sonne liegen. Der benötigte Sonnenschutzfaktor errechnet sich wie folgt: 120 : 10 = 12 LSF.
Die Rechenbeispiele gelten unter Berücksichtung eines UV-Index von 8. Dieser entspricht in etwa unseren Breiten. Halten Sie sich dagegen am Wasser oder in den Bergen auf, ist die UV-Strahlung und damit der UV-Index höher.

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