Melisse - macht das Herz glücklich

Melisse - Melissa officianalis L.

Die Melisse (Melissa officinalis L.), auch Zitronenmelisse genannt, gehört zu den ältesten Heilpflanzen. Die frische Melisse riecht beim Zerreiben mit den Fingern nach Zitrone. Aus diesem Grunde wird sie auch als Zitronenmelisse bezeichnet. Der Name Melisse kommt ursprünglich aus dem griechischen "Melissophyllon" und heißt Honigblatt. Während der Antike war die Melisse als Bienenfutter sehr beliebt. Hildegard von Bingen nannte die Melisse "Binsuga" (Bienenauge). Sie schrieb, dass die Melisse das "Herz glücklich mache" weil diese "trage die Kräfte 15 anderer Kräuter in sich". Im Volksnamen wird sie daher auch gerne Herztrost genannt.

Hildegard von Bingen schrieb  über die Melisse
"Die Melisse ist warm und ein Mensch der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz erfreut wird. Aber wem das weiße im Auge wächst, der reiße sie mit der Wurzel aus der Erde, und die eben entwurzelte Pflanze lege er über Nacht in das Wasser einer sprudelnden Quelle, und dann erwärme er die Pflanze in einer Schüssel, nachdem sie aus dem Wasser genommen ist. Und so warm lege er sie auf jenes Auge. Und dies tue er während drei Nächten, und das Weiße in seinem Auge wird geheilt werden und verschwinden." [Hildegards Biographie, hier:]

Anbau der Heilpflanze in Klostergärten
Das Kraut stammt aus Westasien und dem östlichen Mittelmeerraum und wurde im 11. Jahrhundert von den Arabern nach Spanien gebracht. Von dort aus kam sie dann nach Deutschland. In Deutschland wurde die Melisse in Klostergärten als Heilpflanze angebaut. Der Arzt und Leiter einer großen Medizinschule, Arnaldus von Villanova (1238 - 1311), entdeckte schon damals die Giftigkeit des Kohlenmonoxids und erwähnte in seinen Büchern die Melisse als Heilpflanze. Er empfahl das Kraut für Ausgeglichenheit und guter Laune sowie für Herzbeschwerden und Depressionen. Im Jahre 1450 wurde der Buchdruck erfunden, so daß es zu einem neuen Aufschwung der Heilpflanzenkunde kam. Paracelsus rühmt die Melisse in seinen Büchern und beschrieb die gute Wirkung gegen Herzkrankheiten. Im Jahre 1522 wird das "Herba Melissae" im Braunschweiger Marktregister geführt, dadurch wurde sie offiziell aktenkundig.

Blütezeit von Juli bis September
Die Melisse gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceen). Die Pflanze ist ein ausdauerndes Kraut mit vierkantigem Stängel. Die Blüten sind klein und weisen je nach Alter der Blütezeit eine Farbe von schwachgelb über weiß bis leicht bläulich auf. Die Blätter sind ei- bis herzförmig, die unteren Blätter sind lang gestielt und gesägt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Die Pflanze wird bis zu 80 cm hoch und ist heutzutage hauptsächlich eine Gartenpflanze, wobei sie auch in lichten Gebirgswäldern zu finden ist. Für pharmazeutische Zwecke wird sie in Kulturen angebaut.

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Viele ätherische Öle
Zu den Inhaltsstoffen der Pflanze gehören ätherische Öle wie das Citronellal, Citral und Caryophyllen; diese wirken krampflösend und hemmen das Wachstum von Pilzen und Viren. Weiterhin sind Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe enthalten. Im Vordergrund steht die entspannende und krampfstillende Wirkung der Melisse. Sie wirkt auch beruhigend auf den nervösen Magen und besitzt eine windtreibende Eigenschaft. Die ätherische Öle sind in vielen Arzneien vorhanden, wobei der Melissengeist sicherlich den größten Bekannheitsgrad hat. Dieser wird bei nervösen Herz-, Magen- und Darmbeschwerden eingenommen. Als mildes Schlafmittel kommt er ebenfalls nicht zu kurz. In den kalten Wintermonaten verbessert er die Abwehrlage gegen Erkältungen. Eine ausgleichende Wirkung der Melisse wird auch durch ein Vollbad erreicht. Die Pflanze enthält zudem eine antivirale Wirkung gegen das Herpes-Simplex-Virus. Die Melisse verhindert das Andocken der Viren an die Zellen. Für Betroffene, die ständig unter Fieberbläschen leiden. wurde die "Lomaherpan-Salbe" entwickelt.
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Melissentee - bei Nervosität und Schlafstörungen
Bei Kindern 1 Teelöffel (bei Erwachsene 2 Teelöffel) Melissenblätter mit kochendem Wasser übergießen, 10 bis15 Minuten ziehen lassen, abseihen und abends 1 Tasse trinken.
Es sind keine Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen von Melisse bekannt. Melissentee in Kombination mit Schüßler-Salzen Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6, wirken gut bei Einschlafstörungen und allgemeiner Unruhe.  Auch bei Prüfungsängsten hat sich diese Kombination bewährt. Die Tabletten (6 bis 7 Stück) werden im noch heißen Melissentee aufgelöst und anschließend schluckweise getrunken.
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Melissen-Vollbad
Es werden ca. 60 g Melissenblätter mit einem Liter Wasser übergossen, dann kurz aufkochen lassen und nach 15 Minuten abseihen. Dieser Aufguß wird zu dem Vollbad gegeben.

Die Kommission E schätzt die Wirksamkeit der Melisse als sehr hilfreich ein. Die Behörde verneint Gegenanzeigen und Nebenwirkungen und gibt als Anwendungsgebiet an: "nervös bedingte Einschlafstörungen", "nervöse Darmbeschwerden", "Appetitanregend".

Anbau im eigenen Garten
Für einen kleinen Haushalt reichen 2 bis 3 Pflänzchen. Diese werden im Frühjahr gesetzt. Der Boden sollte feucht, humusreich sein. Eine warme Lage im Garten ist empfehlenswert. Um die Pflanze herum sollte der Boden immer etwas locker aufgehackt sein. Das ist schon alles. Die jungen Blätter können dann bei Bedarf abgeschnitten und zum Verzehr genutzt werden.

Verwendung in der Küche
Die frischen Melissenblätter schmecken ausgezeichnet zu Salaten, Gemüse, Eintöpfen und Suppen. Die Blätter werden kurz vor dem Servieren zum Gericht dazugegeben. Fein gehackte Melissenblätter schmecken besonders gut in einem Weichkäse. Köstlich sind die Blätter in Sommerbowlen und zu Longdrinks mit Fruchtsäften.

Kartoffelsalat mit Zitronenmelisse

Zutaten:
400 g festkochende Kartoffeln                     
50 g frische Melisse
2 kleine Zwiebeln
50 g saure Sahne                                          
Kräutersalz und Pfeffer

Kartoffeln dämpfen, schälen und in kleine Scheiben schneiden. Zwiebeln fein hacken und zu den Kartoffeln geben. Die frischen Melisseblätter ebenfalls sehr klein schneiden, dazu geben. Anschließend heben Sie die saure Sahne unter die Kartoffelmasse und schmecken das ganze mit Kräutersalz und Pfeffer ab.

Wichtiger Hinweis:
Alle angegebenen Arzneimittel-Informationen vermitteln nur einen allgemeinen Überblick über deren Anwendung und können keinesfalls eine fachliche Beratung durch Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker ersetzen. Im Bedarfsfall sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen. Vor einer etwaigen Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.



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