Pflanzensteckbrief: Thymus vulgaris L.
Thymian - «Das Antibiotikum der armen Leute»
Das stark duftende Thymiankraut wird seit Menschengedenken als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Seine Heimat ist der Mittelmeerraum, wo er ganze Hügelketten mit seinem Duft überzieht. Thymian wurde um 800 nach Christus von den Benediktiner-Mönchen in den Norden gebracht und erst ab diesem Zeitpunkt wurde die heilende Wirkung auf Lunge und Bronchien bekannt. In der Volksheilkunde wurde Thymian als das «Antibiotikum der armen Leute» bezeichnet. Dem ist auch heute noch so, denn Thymiankraut verfügt über wirksame Eigenschaften bei Bronchitis, festsitzendem Husten sowie bei Keuch- und Krampfhusten.
Namen aus dem Volksmund:
Demut, Echter Thymian, Feldkümmel, Gartenthymian, Immenkraut, Römischer Quendel, Welscher Quendel, Hühnerkohl, Wurstkraut.
Botanischer Steckbrief:
Thymian gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Das Kraut liebt sonnige, trockene Plätze und wächst hierzulande überwiegend kultiviert in Gärten. Der niedrige Halbstrauch erreicht eine Höhe von 20 bis 40 Zentimetern und weist einen kurz behaarten Stängel auf, an dem kreuzgegenständig angeordnet längliche Blätter sitzen. Die rosa Blüten bilden eine Art Ähre an den Enden der Zweige. Ihre Blütenkrone besteht aus einer Oberlippe und einer dreizipfeligen Unterlippe. Das angenehm aromatisch riechende Kraut wird in der Blütezeit zwischen Mai und August geerntet.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe:
Für arzneiliche Zwecke werden die getrockneten Laubblätter und Blüten verwendet. Zu den pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen des Thymiankrautes zählen Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Triterpene und ätherisches Öl mit den Bestandteilen Thymol, p-Cymen und Carvacrol.
Wirkungen:
Thymian wirkt keimhemmend, krampflösend und auswurffördernd auf die Bronchien. Zudem wirkt es leicht harntreibend.
Thymian in der Volksheilkunde:
Das Kraut wird innerlich bei Blasenentzündungen, Verdauungsstörungen, Asthma, Rachenentzündungen, Appetitlosigkeit und bei chronischer Magenschleim-
hautentzündung eingesetzt. Die Erfahrungsheilkunde empfiehlt es zur äußeren Behandlung bei entzündlichen Erkrankungen im Mund- und Rachenraum, rheumatischen Beschwerden und Hautproblemen.
Anwendungsgebiete:
Thymus vulgaris L. und Thymus zygis L. (weißblühender spanischer Thymian) ist wissenschaftlich anerkannt zur inneren Anwendung bei Katarrhen der oberen Luftwege, Bronchitis und Keuchhusten. Besonders in Kombination mit der Schlüsselblume (Primel) oder dem Efeu wirkt Thymiankraut hervorragend, da sich die Inhaltsstoffe beider Pflanzen optimal ergänzen. Während Thymian eine Vielzahl von Bakterien unschädlich macht, kommt als zusätzliche Komponente die Viren abtötende Wirkung der Primelwurzel hinzu. Zudem eignet sich Thymian sehr gut für die Anwendung bei Kindern.
Darreichungsformen:
Tee, Tinktur, Flüssig- und Trockenextrakte. Für die äußerliche Anwendung werden im Handel Präparate in Form von Badezusätzen und Lösungen für Einreibungen angeboten.
Nebenwirkungen: Allergische Reaktionen sind möglich. Eine zu häufige Anwendung von Thymian kann zur Überfunktion der Schilddrüse führen. Von einer dauerhaften Anwendung des ätherischen Öls in Form von Bädern ist abzuraten, da das «Thymol» die Hautbarriere passieren kann.
Gegenanzeigen: Das ätherische Öl nicht während der Schwangerschaft anwenden. Einreibungen mit dem ätherischen Öl nicht bei Säuglingen und Kleinkindern durchführen.
Anwendungsbeschränkungen: Thymianbäder nicht bei Hautverletzungen, Hautentzündungen, Fieber, Herzschwäche und Bluthochdruck (Hypertonie) anwenden.

Thymian-Tee
Thymian-Tee (Thymi herba) zur inneren Anwendung ist hilfreich bei Bronchitis, Keuchhusten und Asthma sowie bei Katharren der oberen Luftwege. Der Tee wirkt auswurffördernd, schleimlösend und entzündungshemmend. Zudem tötet das Kraut Bakterien, Viren und Pilze ab. Das ätherische Öl aktiviert direkt die Schleim abtransportierenden Härchen in den Bronchien und entfaltet damit seine Wirkung am Ort der Erkrankung.
Zubereitung:
Ein Teelöffel Droge mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 5 Minuten bedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen. Drei bis vier Tassen täglich und möglichst heiß trinken.
Mehr Infos zu «Thymian-Tee» finden Sie auf der Homepage der
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Thymian-Inhalation
Für die sogenannte «trockene Inhalation» träufeln Sie 2 Tropfen Thymianöl auf ein Papiertaschentuch. Halten Sie es sich direkt vor die Nase und atmen Sie tief ein und aus. Alternativ können auch mehrmals am Tag einige Tropfen des ätherischen Öles in die Schale der Aromalampe gegeben werden. In Zeiten erhöhter Infektionsgefahr wirkt die Verdampfung in Räumen desinfizierend.
Hinweis: Bei einer gleichzeitigen Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln sollten keine ätherischen Öle angewendet werden, da diese sonst die Wirkung des Homöopathikums aufheben.
Mehr Infos zu «Thymianöl» finden Sie auf der Homepage der
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Bronchipret® TP Filmtabletten
Der pflanzliche Hustenlöser enthält Extrakte aus Thymian und Primel (Schlüsselblume). Die Wirkstoffe dieser Arzneipflanzen bilden eine optimale Kombination zur Schleimlösung und Entkrampfung. Sie verflüssigen den zähen und festsitzenden Schleim, der dann wesentlich besser abgehustet werden kann. Zusätzlich können die Flimmerhärchen wieder aktiv ihre Arbeit aufnehmen.
Einnahmeempfehlung:
Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 12 Jahren können dreimal täglich eine Filmtablette einnehmen. Für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren stehen Bronchipret® Saft TE und Bronchipret® Tropfen von der Firma BIONORICA AG zur Verfügung.
Anwendungsbeschränkung:
Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Einnahme mit einer Fachkraft besprechen.
Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen sind möglich. Gelegentlich sind Magenschmerzen und Übelkeit aufgetreten.
Wechselwirkungen:
Derzeit sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.
Mehr Infos zu «Bronchipret TP Filmtabletten» finden Sie auf der Homepage der
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Bronchipret® Saft TE
Dieser pflanzliche Hustenlöser enthält Extrakte aus Thymian und Efeu. Die Wirkstoffe dieser Arzneipflanzen bilden eine optimale Kombination zur Schleimlösung und Entkrampfung. Sie verflüssigen den zähen und festsitzenden Schleim, der dann wesentlich besser abgehustet werden kann. Dieses Präparat kommt zur Anwendung bei Kindern ab einem Jahr und bei Erwachsenen.
Einnahmeempfehlung:
Falls nicht anders verordnet, sollten Sie sich bei der Einnahme genau an die Anweisungen der Packungsbeilage halten!
Anwendungsbeschränkung:
Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Bronchipret® Saft TE nicht eingenommen werden.
Nebenwirkungen:
Bronchipret Saft TE darf nicht eingenommen werden bei bekannten Allergien gegen Efeu und andere Lippenblütler sowie gegen Birke, Beifuß und Sellerie.
Wechselwirkungen:
Derzeit sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.
Hinweis: Bei Beschwerden, die länger als eine Woche andauern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Mehr Infos zu «Bronchipret® Saft TE» finden Sie auf der Homepage der
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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, daß die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.
Literatur
• Bocksch: «Das praktische Buch der Heilpflanzen», BLV-Verlag 2008
• Grünwald: «Pflanzenheilkunde Quickfinder», GU-Verlag 2008
• Bühring: «Alles über Heilpflanzen», Ulmer-Verlag 2007
• Fischer: «Frauenheilpflanzen», Nymphenburger Verlag 2006