Sie befinden sich hier:
Marienpflanzen...
Buchtipp des Monats Juni 2010
Im Mittelpunkt dieses Buches der Autorin Simone Widauer - erschienen im AT-Verlag - stehen ganz besondere Pflanzen, die seit Jahrhunderten in einem engen Zusammenhang mit der Gottesmutter Maria gesehen werden. Hierbei hat die Autorin aus der Vielfalt der Natur Pflanzen wie Gänseblümchen, Veilchen, Rose, Pfingstrose, Weiße Lilie, Walderdbeere, Schwertlilie und Akelei ausgewählt, die sehr häufig in Mariendarstellungen zu finden sind. Anfänglich waren die Pflanzen heidnischen Göttinnen geweiht, doch im Zuge der Christianisierung wurden sie in den «Hortus Conclusus», einen von Mauern umrankten Mariengarten eingeführt, der das Paradies symbolisieren sollte. Bis in das 18. Jahrhundert hinein wurden Marienpflanzen auf vielen Gebieten wie Literatur, Musik oder Kunst als Symbole für Redlichkeit und biblische Gegebenheiten verwendet.
So wurde etwa die rote Rose zum Symbol des Blutes Christi und aller Märtyrer, die weisse Rose gilt hingegen wegen ihrer Reinheit und Unberührtheit als Sinnbild Marias. Auch die Lilie, häufig auch als Madonnenlilie bezeichnet, soll Marias Unschuld, Auserwähltheit und Keuschheit verkörpern. Vor allem die weiße Lilie genießt unter den Marienpflanzen eine sehr hohe Wertschätzung. Der heilige Ambrosius sah in der Schönheit der Blume die Gnadenfülle, mit der die Heiligen gesegnet sind. Die gut recherchierten und informativ aufbereiteten Inhalte zwischen Natur, Religion und Symbolik - bezogen auf die acht ausgesuchten Pflanzen - machen das Buch «Marienpflanzen» zu einem ansprechenden Lesestoff. Ergänzt wird das Werk durch hervorragende Illustrationen.
Das Buch weckt Lust auf Lesen.
In Marienbildern vereinen sich Themen der Kunstgeschichte, der Medizingeschichte, der Botanik und der Religionswissenschaft. Dieses Buch spürt mit eindrücklichen Bildern illustriert jenen Pflanzen nach, die besonders häufig in Mariendarstellungen zu finden sind: Madonnenlilie, Rose, Erdbeere, Iris, Akelei, Veilchen, Gänseblümchen und Pfingstrose. In der Schönheit der mittelalterlichen Marienbilder verbinden sich Göttlichkeit und Naturdarstellung mit Maria als Mittlerin zwischen der himmlischen und der weltlichen Sphäre. Der Garten wird ein Abbild des wiedergewonnenen Paradieses. Keine der abgebildeten Pflanzen ist zufällig gewählt, sondern sie sind immer im Kontext der christlichen Pflanzensymbolik zu verstehen.
Das Buch stellt die Mariendarstellung und -verehrung in den Zusammenhang älterer Kulte, die vom Christentum teilweise übernommen wurden. Ein Anliegen des Buches ist es daher auch, der weiblichen, mütterlichen Maria neben einem männlich gedachten Gott wieder mehr Raum zu geben, so wie sie auch im Mittelalter eine zentrale Ansprechpartnerin für die Gläubigen war und, obwohl von der Kirche nie als solche ernannt, den Status einer Göttin hatte.
Über die Autorin
Simone Widauer 1963 geboren, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte des Mittelalters und vergleichenden Religionswissenschaft, journalistische Tätigkeit, Erwachsenenbildnerin und Deutschlehrerin. Ausstellungskonzepte und Projektmitarbeit an verschiedenen Museen (Kunsthalle Basel, Pharmazie-Historisches Museum, Basel, Museum Blumenstein, Solothurn). Seit 2003 Führungen im Kräutergarten des ehemaligen Frauenklosters und heutigen Museums Kleines Klingental, Basel.
Marienpflanzen
Der geheimnisvolle Garten Marias in Symbolik, Heilkunde und Kunst
von Simone Widauer
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Verlag: AT-Verlag







