Engelwurz - Angelica archangelica L....

...wirksam bei Verdauungsschwäche

In mittelalterlichen Klöstern wurde Angelika oder Engelwurz vor allem gegen die Pest angebaut. Heute dagegen werden die lindernden Eigenschaften bei Magen-Darm-Beschwerden und Völlegefühl sowohl von der Schulmedizin als auch von der Volksheilkunde sehr geschätzt

Engelwurz - Angelica archangelica L

Die einst im Norden beheimatete Heilpflanze «Engelwurz» (Angelica archangelica L.) ist ein Doldengewächs (Apiaceae, früher Umbelliferae), das bis zu 2,5 Meter hoch werden kann. Sie wächst bevorzugt in Wäldern, auf feuchten Wiesen sowie an Uferböschungen. Die grünlich-weißen, kugeligen Blüten spenden den Insekten in den Monaten Juli und August reichlich Nahrung. Der heimische Waldengelwurz (Angelica silvestris L. ) sieht ähnlich aus, ist jedoch wesentlich kleiner und in seiner Heilwirkung schwächer. Engelwurz kann sehr leicht mit dem tödlich giftigen Wasserschierling (Cicuta virosa L.) verwechselt werden, daher sollte man beim Sammeln beide Pflanzen gut kennen.  Angelica verströmt einen würzigen, leicht nach Sellerie duftenden süßlichen Geruch und lässt sich so gut vom Schierling unterscheiden, der eher unangenehm nach Moder riecht. Zu Heilzwecken wird der getrocknete Wurzelstock (Angelicae radix) verwendet. In der Volksheilkunde wird der Engelwurz wegen seiner Bitterstoffe bei allgemeinen Schwächezuständen eingesetzt.

Verdauungsstörungen - Roemheld-Syndrom

Mit zunehmendem Alter lässt die Tätigkeit der Verdauungsorgane nach; spürbar wird dies in der Regel bereits ab dem 50. Lebensjahr. Dieser Vorgang kann sich zunächst in einer leichten Unverträglichkeit von Speisen äußern, die als Völlegefühl nach den Mahlzeiten oder als vermehrte Blähungen wahrgenommen wird. Die Beschwerden können sich jedoch auch bis hin zum Roemheld-Syndrom entwickeln. Das Roemheld-Syndrom, auch «gastrokardialer Symptomenkomplex» genannt, äußert sich durch nicht abgehende Blähungen bei gleichzeitiger Hebung des Zwerchfells. Bei diesem Vorgang stellen sich im Anschluss Herzbeschwerden ein. Die im Engelwurz enthaltenen Bitterstoffe regen reflektorisch die Speichel- und Magensaftsekretion an. Aufgrund der funktionellen Verknüpfung aller Verdauungsorgane kommt es zu einer allgemein verbesserten Verdauung. Gleichzeitig sind im Engelwurz ätherische Öle vorhanden, die blähungsauflösend und entkrampfend auf die glatte Muskulatur der Verdauungsorgane wirken.

Engelwurz zählt zu den «Amara aromatica»

Die Pflanze enthält neben Bitterstoffen (Amara) auch ätherische Öle, die zusätzlich verdauungsfördernd, karminativ (blähungstreibend), gallenflussfördernd und spasmolytisch (entkrampfend) wirken. Zu den Amara aromatica zählen neben dem Engelwurz vor allem der Kalmus, das Benediktenkraut sowie die Schafgarbe. Engelwurz besitzt einen würzigen und bitteren Geschmack und ist deshalb auch in bekannten Magenlikören, wie dem »Benediktiner» oder »Chartreuse» enthalten.

Weitere Anwendungsgebiete

  • leichte Magen-Darm-Krämpfe
  • Völlegefühl
  • Förderung der Magensaftsekretion
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
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In der Apotheke erhalten Sie die getrocknete Wurzel als Tee (Angelicae radix), 100 Gramm kosten etwa 8,-- Euro. Überbrühen Sie 1 Teelöffel der Angelikawurzel mit 150 Milliliter siedendem Wasser. Anschließend lassen Sie den Tee für 10 Minuten bedeckt ziehen, danach abseihen. Trinken Sie täglich, soweit nicht anders verordnet, 1 Tasse mäßig warm jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tagesdosis von 4,5 g sollte nicht überschritten werden.

Nebenwirkungen:
Die in Angelica vorhandenen Furanocumarine machen die Haut lichtempfindlich. Unter der Einwirkung von UV-Strahlung kann dies zu Hautentzündungen führen, daher sollten Sie während der Anwendung auf längere Sonnenbäder verzichten. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie weitere photosensibilisierende Substanzen wie beispielsweise Johanniskraut oder Schafgarbe einnehmen. Allergische Reaktionen können möglich sein. Angelikawurzel darf nicht bei bestehenden Magen- oder Darmgeschwüren verwendet werden.

Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf.

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