Eisenkraut - Ein Kraut gegen Grippeviren

Lange galt es nur noch als Unkraut – doch neuere Untersuchungen haben das Eisenkraut wieder in den Stand einer Heilpflanze erhoben. Es lindert Rheuma und macht Erkältungsviren den Garaus.

Eisenkraut - Ein Kraut gegen Grippeviren

Das Eisenkraut (Verbena officinalis L.) gehört zu den vergessenen Heilpflanzen. Sie wurde im Laufe der Zeit als ein lästiges «Unkraut» aus unseren Gärten verbannt. Dennoch hat das Eisenkraut eine sehr lange Geschichte, die bis in die Keltenzeit hineinreicht. Für die verschiedensten Rituale und Heilanwendungen fand das Kraut Verwendung. Heute spielt es in der Volksmedizin eine eher untergeordnete Rolle, neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass antivirale sowie immunstärkende Inhaltsstoffe in der Pflanze vorhanden sind. Der römische Geschichtsschreiber Gajus Plinius der Ältere (23 bis 79 n.Chr.) berichtete damals, dass das Eisenkraut zu den Druidenkräutern gehörte. So erzählte er, dass die Druiden im Monat August unter rituellen Handlungen die Wurzel des Krautes ernteten. So müsse beim Aufgang des Hundssternes, wenn weder Sonne noch Mond scheine, mit einem Eisen um die Pflanze eine Kreis gezogen werden. Danach sollte diese mit der linken Hand ausgegraben und hoch in die Luft gehalten werden. Der Grund dafür war, dass die Pflanze bei der Herstellung von Waffen den Schmieden zum Härten diente. Der heutige Name des Krautes hat sich angeblich aus diesem Ritual entwickelt. Die Kelten verwendeten die Pflanze auch zu Heilzwecken und zum Schutz vor allen bedrohlichen Dingen. Ein lästiger Kopfschmerz war nach ihren Vorstellungen mit einem bösen Zauber behaftet. Aus diesem Grunde legten sie sich zum Selbstschutz geflochtene Kränze auf den Kopf.

Das «Heilige Kraut» unter den Römern

Plinius erwähnt  das Eisenkraut in seiner «Naturalis historia», wie folgt: «Nulla tamen Romanae nobilitatis plus habet quam hiera botanae, aliqui peristereon, nostri verbenacam vocant». «Kein Kraut hat bei den Römern mehr Ansehen als das heilige Kraut, von anderen auch Taubenkraut und bei uns Verbenaca genannt». Er sprach auch davon, daß einige Magier behaupteten, wenn sich ein Mensch damit einsalbe, dann stehe ihm in seinem Leben alles offen. Die Salbe vertreibe zudem auch das Fieber und der Betroffene wird die Freundschaft mit anderen Menschen erringen. Der griechische Arzt und Pharmakologe Pedanius Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) berichtete in seiner Materia Medica über ähnliche Geschichten. Plinius war überzeugt davon, dass die Verbene heilsam sei bei allen Eingeweide- und Leberbeschwerden. Auch die Schwindsucht wäre gut zu beeinflussen, wenn das Kraut mit altem Schmalz vermischt werde.

«Verbene» oftmals mit Wein getrunken

Eisenkraut

Auch im Mittelalter galt das Eisenkraut als wahrhaft heilkräftige Pflanze. So schrieb der Mönch Odo Magdunensis in seinem «Macer floridus» über die Wirkung des Krautes: «Mit Wein oftmals getrunken, nützt die Verbene den Gelbsüchtigen. Sie heilt, mit Wein gestampft und aufgelegt, verderbliche Bisse, doch jeden vierten Tag muß dies Pflaster erneuert werden. Wälzt man den lauen Saft im Munde, reinigt und heilt er Wunden in der Mundhöhle. Und gleiche Wirkung tut die frische Abkochung des Krautes, denn auch durch sie wird jegliche Eiterfäule im Munde vertrieben. Legt man das Kraut gestampft auf eine frische Wunde, verklebt und leimt es diese, und trinkt man es mit Wein, so widersetzt es sich sämtlichen Giften». Selbst Hildegard von Bingen empfahl das Kraut bei Entzündungen der Mundhöhle sowie Kompressen zur äußeren Anwendung bei Geschwüren und fauligen Wunden. Außerdem rät Hildegard zu einem warmen Halswickel bei Mandelentzündungen. Die Äbtissin ordnete die Pflanze als kühlend ein. In der damaligen Volksmedizin wurde das Eisenkraut auch zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, Nieren- und Blasensteinen sowie bei Gallenblasenbeschwerden eingesetzt. Kurzum, das Eisenkraut fand damals für vielerlei Beschwerden und Zipperlein Verwendung.

Dem Namen auf der Spur

Wie sich ursprünglich der Name Eisenkraut entwickelt hat, ist nicht sicher bekannt. Wahrscheinlich entspringt der Name aus der lateinischen Übersetzung «ferraria», wobei diese wieder eine Übersetzung aus der griechischen Namensgebung durch Dioskurides «sidhritiz» (Eisenkraut) ist. Weitere Spekulationen lassen vermuten, dass sich der Name auf den harten Stängel des Eisenkrautes bezieht oder darauf, dass mit dem Kraut das Eisen gehärtet wurde. Im alten Ägypten wurde die Verbene mit der Göttin «Isis» in Verbindung gebracht. So wurde das Eisenkraut im Mittelalter als «Isenkraut» bezeichnet, deren Ursprung auf die ägyptische Göttin «Isis» zurückzuführen ist. Das Eisenkraut geriet in der Neuzeit etwas in Vergessenheit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte der britische Arzt Dr. Edward Bach seine 38 Blüten-Essenzen in denen auch das Eisenkraut unter dem englischsprachigen Namen «Vervain» mit enthalten ist.

Edward Bach - der Begründer der Bachblüten

Eisenkraut

Dr. Edward Bach (1886 bis 1936) entwickelte diese Therapieform vor etwa 70 Jahren. Er war Arzt und studierte damals in erster Linie die schulmedizinischen Sichtweisen sowie ihre dazugehörigen Behandlungsformen. Im Laufe seines Lebens erkrankte er an Krebs. Durch seine schwere Erkrankung entstand eine neue Betrachtungsweise gegenüber den schulmedizinischen Methoden und er erkannte, dass die Krebsentstehung auch mit einer tiefer sitzenden seelischen Disharmonie in Verbindung gebracht werden müsse. Um nun krankheitsvorbeugend dem inneren unbewußten seelischen Ungleichgewicht entgegenzuwirken, entwickelte er aus 38 Blüten naturheilkundliche Essenzen. Nach seiner Ausbildung zum Arzt im Jahre 1914 begann er in der medizinischen Forschung zu arbeiten. Während dieser Tätigkeit entdeckte er einen Zusammenhang zwischen chronischen Krankheitserscheinungen und bestimmten Bakterienstämmen im Darm des Menschen. Bach entwickelte aus diesen Bakterien Impfstoffe, um damit Krankheiten zu heilen. Von 1918 bis 1922 arbeitete Dr. Bach am Londoner Homoeopathic Hospital. Dort entwickelte er seine Impfstoffe weiter und stellte aus diesen sieben homöopathische Nosoden her. Diesen Darm-Nosoden ordnete er bereits ganz spezifische Gemütssymptome zu. Auf der Suche nach Alternativen wagte er es, die Darmnosoden durch pflanzliche Essenzen zu ersetzen. Er widmete sich nur noch seiner Forschung und entwickelte pflanzliche Arzneimittel, die bis heute einem speziellen Herstellungsverfahren unterliegen. Die Blüten der jeweiligen Pflanzen werden in reines Quellwasser gegeben und einige Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt. Danach werden die Blüten vorsichtig entfernt und die zurückgebliebene Flüssigkeit sofort mit 40 prozentigem Alkohol konserviert. Später wird sie dann noch einmal verdünnt und in Vorratsflaschen, sogenannte «stock bottles» gefüllt. Dieses Herstellungsverfahren wird als die «Sonnenmethode» bezeichnet.

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Dr. Bach ging davon aus, dass viele Krankheiten ursächlich seelisch bedingt sind. Er war der Meinung, dass die Seele mitbehandelt werden muss, wenn körperliche Beschwerden auftreten. So stellte er auch von den Blüten des Eisenkrautes die Essenz «Vervain» her. Er ordnete der Pflanze Vervain spezifische Gemütssymptome zu. Danach benötigen vor allem solche Menschen «Vervain», die dazu neigen, sich für andere aufzuopfern und dabei ihre Kräfte verlieren. Geeignet sei das Mittel auch für Personen, die ehrgeizig sind und versuchen auf dem schnellstmöglichen Weg ihre Interessen durchzusetzen. Diese führen konsequent und mit großem Durchhaltevermögen ihre Aufgaben und Projekte durch ohne an ihre eigene Gesundheit zu denken. Dabei versuchen sie ihre Umgebung zu missionieren und dieser ihre Meinung aufzudrängen. Die Folgen dieses kräfteraubenden Verhaltens sind dann meistens Muskelverspannungen und starke nervöse Erschöpfungszustände. «Vervain» ist geeignet für innerlich ruhelose und angespannte Menschen, die nicht mehr in der Lage sind abzuschalten.

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Blütezeit von Juni bis September

Das heimische Eisenkraut zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceen). In der Apotheke können wir neben dem Eisenkraut (Verbena officinalis) auch noch zwei anderen Vertretern der Familie begegnen. Zum einen dem wohlschmeckenden, zitronenartig riechenden Lemon Verbena (Lippia citrodora) und zum anderen dem bekannten Mönchspfeffer (Vitex agnus castus). Das Eisenkraut kommt in fast ganz Europa, Nordafrika und Asien wild wachsend vor, kultiviert wird es nur selten. Die Blütezeit ist von Juni bis September, die Pflanze bevorzugt mäßig stickstoffsalzreiche und sandig-lehmige Böden. Während dieser Zeit werden die oberirdischen Pflanzenteile gesammelt und getrocknet. Das Kraut findet im Volksmund eine ganze Reihe von verschiedenen Bezeichnungen. So wurden der Pflanze unter Anderem die Namen Isenkraut, Heiligenkraut, Sagenkraut, Druidenkraut, Eisenhart, Wundkraut, Katzenblutkraut, Opferkraut verliehen. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 70 cm und wächst bevorzugt an Wegrändern, an Mauern, an Ufern von Bächen und Flüssen. An Schuttplätzen, Zäunen und auf Weiden ist sie ebenfalls anzutreffen. Verbena officinalis ist eine ein- bis mehrjährige krautige Pflanze, deren aufrechter, kantiger Stängel, der im oberen Abschnitt verzweigt ist, gegenständige, gliederteilige Blätter trägt. Im mittleren Bereich sind die Laubblätter oval, bis über die Mitte dreiteilig und gestielt. Die winzig kleinen lilafarbenen Blüten stehen auf Ähren, die während der Blüte in die Länge wachsen und mit den anderen Ähren zusammen eine Rispe bilden.

«Antivirale Eigenschaften» im Zellkulturversuch

Die Pflanze enthält drei wichtige Stoffgruppen. Dazu zählen die Flavonoide, Iridoid-Glykoside (Verbenalin, Hastatosid, Dihydrocornin) und Kaffeesäurederivate. Daneben sind Spuren von ätherischen Ölen, Triterpenen sowie Schleim- und Bitterstoffe enthalten. Das Verbenalin scheint nach neueren Untersuchungen die wirksamste Substanz dieser Pflanze zu sein. Diesem Stoff wird vor allem eine schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Das Verbascosid, welches zu den Kaffeesäurederivaten gezählt wird, besitzt antibakterielle Eigenschaften. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass antivirale sowie immunstärkende Inhaltsstoffe in der Pflanze vorhanden sind. Die Extraktbestandteile des Eisenkrauts hemmen das Wachstum von Influenza A-, Parainfluenza Typ V- und RS-Viren. Somit sind drei relevante auslösende Faktoren von Atemwegsinfekten im Zellkulturversuch gehemmt worden. In der Volksheilkunde wird das Eisenkraut bei Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Bronchitis, Katarrhe der oberen Luftwege, Halsschmerzen, Asthma, Rheuma, Verdauungsstörungen und bei Leber- und Galleerkrankungen benutzt. (Siehe auch «Eisenkraut unterstützt die Atemwege») Ferner wird die Eisenkrautdroge bei Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwege, unregelmäßiger Menses sowie im Klimakterium eingesetzt. Zur äußerlichen Anwendung findet das Kraut bei schlecht heilenden Wunden seine Verwendung.

   

Es werden 1 bis 2 TL des getrockneten Eisenkrautes (aus der Apotheke) mit 0,25 l kochenden Wasser überbrüht. Anschließend lassen Sie den Tee für fünf bis zehn Minuten bedeckt ziehen; danach abseihen. Ein bis zwei Tassen täglich trinken. Der Tee kann auch zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet werden.

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Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Selten treten Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auf. In der Schwangerschaft darf das Eisenkraut nicht angewendet werden, da es vorzeitige Wehen auslösen kann. Bei einer bekannten Allergie gegen die Droge sollten Sie auf eine Anwendung verzichten.

                      

Sinupret
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Das Eisenkraut ist im Handel ein wichtiger Bestandteil von Fertigpräparaten. In dem Arzneimittel «Sinupret» ist das Eisenkraut neben anderen 4 Extrakten von Heilpflanzen wie dem Gelben Enzian, Schlüsselblume, Holunder und dem Gartensauerampfer mit enthalten. Sinupret wird vor allem bei Beschwerden der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) eingesetzt.

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Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Selten treten Magen-Darm-Beschwerden oder Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auf. In der Schwangerschaft darf das Eisenkraut nicht angewendet werden, da es vorzeitige Wehen auslösen kann. Bei einer bekannten Allergie gegen das pflanzliche Mittel sollten Sie auf eine Anwendung verzichten.

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Dieses Handbuch geht neue Wege: Neben einer Fülle von Tipps und Rezepten, um körperliche wie seelische Beschwerden zu heilen, setzt es den Schwerpunkt auch darauf, die eigenen Gesundheitskräfte zu stärken. In 300 Portraits von heimischen und exotischen Heilpflanzen werden die Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanze in der Pflanzenheilkunde, der Aromakunde und der Homöopathie erklärt. Das Autorenteam ergänzt sich perfekt: Annekatrin Puhle recherchierte über Jahre zahlreiche Quellen und entdeckte so manchen Schatz des antiken und klösterlich-mittelalterlichen Heilwissens. Jürgen Trott-Tschepe ist einer der führenden Aromatherapeuten und blickt auf bald 30 Jahre Heilpraxis zurück. Birgit Möller weiß aus ihrem Apothekeralltag, wie die Heilkraft der Pflanzen sinnvoll helfen kann. Extra: Schnellfinder für die richtige Hilfe bei Beschwerden.

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von Birgit Möller u. a.

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