Beinwell: Heilpflanze Symphytum officinale L.

Beinwell - der Knochenheiler

Beinwell

Beinwell ist eine alte Heilpflanze mit einer langen umfassenden therapeutischen Vergangenheit. Sie wurde vor allem im Mittelalter und in der Renaissance sowohl innerlich wie äußerlich bei Knochenbrüchen, Wunden, Geschwüren, Magen- beschwerden, Durchfall und Lungenkrankheiten verwendet. Heute findet Beinwell wissenschaftliche Anerkennung zur äußerlichen Behandlung von Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen und Quetschungen. Zudem haben Sportmediziner der Universität Prag festgestellt, dass Extrakte aus Beinwell auch bei verspannter Rückenmuskultur eine schmerzlindernde Wirkung entfalten.

Namen aus dem Volksmund

Beinwurz, Beinheil, Bienenkraut, Chüechlichrut, Hasenlaub, Eselsohrwurzel, Honig- blum, Hasenlaub, Hälwurzel, Imbelichrut, Kuchenkraut, Schwarzwurz, Scheuerwurz, Schmalwurz, Wallwurz, Wundschad, Wottel und Zottel.

Botanik

Der Beinwell zählt zur Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae) und erreicht eine Höhe von 30 bis 100 Zentimetern. Er ist in fast ganz Europa beheimatet und gedeiht hauptsächlich auf schweren Böden und feuchten Standorten bis zu einer Höhe von 1500 Metern. Das ausdauernde mehrjährige Kraut weist eine rübenförmige schwarze Wurzel, einen vierkantigen Stängel und wechselständige, rauhe lanzettliche Blätter auf. Die  kräftigen Wurzeln sind innen schleimig, weich und weiss. Seine gelben, weissen und rot-violetten glockigen Blüten, die von Mai bis September blühen, sitzen in überhängenden Trauben.

Verwendete Pflanzenteile, Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete

Beinwell

Medizinisch verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter und die Wurzeln. Der wundheilungsfördernde Allantoingehalt in den Wurzeln ist in den Monaten Januar bis März am höchsten. Ausgegraben werden sie im zeitigen Frühjahr sowie im Oktober. Nach gründlicher Reinigung schneiden Sie die Wurzeln in dünne Scheiben und lassen diese flach ausgebreitet entweder an der Sonne oder im Backofen bei 40 Grad Celsius trocknen. Anschließend werden die Stücke in Glasgefäßen aufbewahrt. Das Kraut ernten Sie während der Blütezeit, es wird an einem luftigen, schattigen Ort ausgebreitet. Zu den pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen zählen Allantoin, Cholin und Gerb- stoffe. Je nach Sorte der Pflanze können Spuren von toxischen Pyrrolizidinalkaloiden mit enthalten sein. Das Allantoin regt die Durchblutung an, es fördert die Neubildung von Zellen und damit die Regeneration von Gewebe. Außerdem besitzen die Inhaltsstoffe schmerzlindernde, entzündungshemmende und abschwellende Effekte. Beinwell schätzt man heute wegen seiner regenerationsförderndernden und schmerzlindernden Eigenschaften besonders in der Sportmedizin. Gerade bei Verletzungen wie Verstauchungen, Verrenkungen, Zerrungen, Prellungen, Schwellungen und Blutergüssen sowie auch bei schmerzhaft verhärteten Muskelgruppen (Myogelosen) ist Beinwell eine sinnvolle Alternative gegenüber den synthetisch hergestellten Medikamenten, die oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Zudem unterstützt die Pflanze bei der Behandlung von Sehnenscheiden- und Schleimbeutel- entzündungen, Furunkeln und schlecht heilenden Narben.

Darreichungsformen, Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen

  • Zubereitungen aus Beinwell zur äußerlichen Behandlung werden im Handel in Form von Salben, Cremes und Gelen angeboten - diese sind Pyrrolizidinalkaloid-frei.
  • Für die innere Anwendung kommt heute nur noch das homöopathische Mittel «Symphytum» bei Knochenbrüchen zur Anregung der Kallusbildung, stumpfen Verletzungen, schlecht heilenden Wunden, Durchblutungsstörungen und Gelenkschmerzen zum Einsatz.
  • Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.
  • Zubereitungen aus Beinwellblättern- und wurzeln dürfen nicht innerlich eingenommen werden, weil sie Spuren von Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Diese stehen in Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen. Außerdem sollten Beinwellzubereitungen nicht während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter zwei Jahren angewendet werden.


Beinwell-Rezepturen und Fertigpräparate


Beinwell-Breiumschlag

Beinwell-Breiumschlag zur äußeren Anwendung wirkt entzündungshemmend und regenerationsfördernd bei Verstauchungen, Quetschungen, Sehnenscheidenentzündungen, Blutergüssen und stumpfen Verletzungen.
Zubereitung:
Die Wurzeln im Frühjahr oder Herbst ausgraben, säubern und anschließend ihre schwarze Außenhaut abschaben. Danach die Wurzeln zerstampfen oder fein raspeln und auf ein sauberes Tuch streichen. Als Umschlag auf die betroffene Körperstelle auflegen und dort für einige Stunden belassen. Als Alternative können Sie aber auch die getrockneten und pulverisierten Wurzeln verwenden. Diese werden unter Zugabe von kleinen Mengen heißen Wassers zu einem Brei verrührt und anschließend im warmen Zustand aufgelegt.
Achtung: Breiumschläge aus Beinwell nicht auf offene Wunden legen.
Anwendungsdauer:
Zubereitungen aus Beinwell sollten zur äußerlichen Anwendung nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr zum Einsatz kommen, da sie in geringen Mengen Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. Diese stehen in Verdacht, in hohen Dosen Leberschäden zu verursachen und die Entstehung von Krebs zu begünstigen. PA-freie Zubereitungen (aus der Apotheke) unterliegen nicht diesen Bestimmungen.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt. Aufgrund der geringen Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden dürfen Zubereitungen aus Beinwell nicht während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter zwei Jahren angwendet werden.

Beinwell-Tinktur

Die Kräuterkundige Maria Treben (1907-1991) aus Österreich hielt den Beinwell für eine unentbehrliche Heilpflanze. In ihrem Buch «Gesundheit aus der Apotheke Gottes» schreibt sie wie folgt: «Die Beinwurztinktur, die man sich leicht selbst bereiten kann, birgt wunderbare Kraft in sich. Kranke, die jahrelang gegen Rheumatismus und Gelenkschwellung mit allen vorzüglichen Mitteln behandelt wurden und keine Heilung fanden, erreichen mit der Beinwurztinktur rasche Hilfe».
Zubereitung:
Die gereinigten und zerkleinerten Beinwellwurzeln werden in ein sauberes Weißglas gelegt und mit
einem 40 - 45 %igen Alkohol aufgefüllt und gut verschlossen. Das Ganze lassen Sie 4 Wochen lang ziehen, gelegentlich schütteln Sie das Glas etwas. Nach dieser Zeit seihen Sie die Flüssigkeit ab und füllen sie in eine dunkle Tropfflasche. Die Tinktur darf nur äußerlich auf intakter Haut, in Form von Einreibungen oder Umschlägen angewendet werden.
Anwendungsdauer:
Zubereitungen aus Beinwell sollten zur äußerlichen Anwendung nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr zum Einsatz kommen, da sie in geringen Mengen Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. Diese stehen in Verdacht, in hohen Dosen Leberschäden zu verursachen und die Entstehung von Krebs zu begünstigen. PA-freie Zubereitungen (aus der Apotheke) unterliegen nicht diesen Bestimmungen.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt. Aufgrund der geringen Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden dürfen Zubereitungen aus Beinwell nicht während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter zwei Jahren angwendet werden.

Kytta Geruchsneutral
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Bei der Behandlung von Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen sowie bei Verschleißerscheinungen der Gelenke und schmerzhafter Gelenksteifigkeit haben sich Salben - hergestellt auf der Basis der besonders wirkstoffreichen Beinwell-Pflanze - seit Langem bewährt. Die stark wirksame Creme lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen und hat abschwellende Eigenschaften.
Anwendung:
Kytta auf die betroffene Körperstelle auftragen und sorgfältig einmassieren. Die Anwendung kann bis zum Abklingen der Beschwerden oder nach Anweisung des Therapeuten weitergeführt werden.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Kytta Geruchsneutral®  kann in sehr seltenen Fällen zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Diese äußern sich in Rötung, Juckreiz, Knötchen- und Bläschenbildung. Bei bekannter Allergie gegen Beinwell darf die Creme nicht angewendet werden. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie zuerst Rücksprache mit Ihrem behandelnden Therapeuten halten. Zudem darf die Salbe nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Packungsbeilage beachten!

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, daß die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

Beinwell: Ein großes Geschenk der Natur

Sie haben sich das Bein verstaucht oder gar gebrochen, Ihnen tun die Gelenke weh, Sie leiden unter Arthrose oder Rheumatismus. Beinwell als Tinktur, Breiauflage oder Creme verschafft Ihnen Linderung. Wie ihr Name schon beinhaltet, tut die Pflanze allen wohl, die Probleme mit den Beinen und Knochen und gelenken haben.

Beinwell: Ein großes Geschenk der Natur
von Hans Pechatschenk

Taschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Ennsthaler