Fenchel: Heilpflanze Foeniculum vulgare Mill.

Fenchel - der Klassiker der Pflanzenheilkunde

Es gibt kaum eine andere Pflanze, die so vielfältig nutzbar ist wie der Fenchel, denn seine Früchte helfen bei Verdauungsstörungen, Blähungen und Husten. Und bei Säuglingen und Kleinkindern wirkt der Fenchel gegen Magen-Darm-Beschwerden.

Fenchel - der Klassiker der Pflanzenheilkunde

Fenchel wurde bereits 3000 v. Chr. von den Babyloniern sowie später von den Griechen und Römern als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze angebaut. In der antiken Medizin empfahl der Arzt Pedanius Dioskurides (um 60. n. Chr.) den Fenchel gegen Übelkeit, zur Stärkung der Sehkraft, zur Förderung der Muttermilch, gegen Menstruationsbeschwerden sowie bei Nieren- und Blasenleiden. Im Mittelalter brachten ihn die Benediktinermönche über die Alpen und hegten den Fenchel in ihren Gärten. Fenchel galt als der Klassiker der Kräuterheilkunde und der Klostermedizin. Er wurde im St. Gallener Klosterplan aufgenommen, und der Mönch Walahfrid Strabo (808 - 849 n. Chr.) beschrieb den Fenchel in seinem Gartengedicht - dem «Hortulus» - wie folgt: «Nützen soll er den Augen, wenn sie Schatten trügend befallen, und sein Same, mit Milch einer Ziege getrunken, lockere, so sagt man, die Blähung des Magens und fördere lösend den zaudernden Gang der lang verstopften Verdauung. Ferner vertreibt die Wurzel den keuchenden Husten.» Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung der Fenchelfrüchte bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und Völlegefühl sowie bei Bronchitis und Rachenentzündungen. Als schleimlösendes Mittel bei Erkältungen ist eine Mischung mit Anis empfehlenswert. Fenchel wird auch gerne in der Kinderheilkunde eingesetzt und ist hilfreich bei Blähungen, Säuglingsdyspepsie mit Durchfall (Verdauungsstörung, die besonders bei der Umstellung von Muttermilch auf Säuglings-Anfangsnahrung auftreten kann), krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei Erkältungskrankheiten.

Namen aus dem Volksmund

Finkel, Fennichl, Brotanis, Brotsamen, Fennel, Kinderfenchel, Langer Anis, Langer Kümmel, Frauenfenchel, Femis, Kammfenchel, Fennkol, Dickfenchel, Felsknolle, Brotwürzkörner.

Botanik, Inhaltsstoffe und Wirkungen

Fenchel zählt zu den Doldengewächsen (Apiaceae) und wird in Europa, Asien, in Teilen Afrikas und Südamerika als Gemüse-, Gewürz-  und Arzneipflanze angebaut. Als Urahn des Gemüsefenchels gilt der Wilde Fenchel, auch Pfeffer- oder Eselsfenchel genannt, aus dem bereits vor Jahrhunderten mehrere Arten gezüchtet wurden. Dazu gehören der Gemüse- oder Knollenfenchel (Foeniculum vulgaris ssp. vulgare var. azoricum), der Süss- oder Gewürzfenchel (Foeniculum vulgaris ssp. vulgare var. dulce) und der Bitterfenchel (Foeniculum vulgaris ssp. vulgare var. vulgare). Für die arzneiliche Verwendung kommen nur die Früchte des Bitterfenchels (Foeniculi fructus, Foeniculum vulgare Miller var.) zum Einsatz. Die ein- bis mehrjährige Pflanze besitzt bläulich-grüne, fein gefiederte, dem Dill ähnliche Blätter und kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Der Fenchel entwickelt kleine gelbe Blütendolden; sie bestehen aus maximal 25 einzelnen Blüten. Nach der Blüte reifen sie zu Schliessfrüchten oder Samen heran. Die Früchte sind länglich gerillt und etwa zehn Millimeter lang. Die Blütezeit geht von Juli bis Oktober und die Samenreife beginnt im September und endet im Oktober. Fenchelsamen enthalten ätherisches Öl (trans-Anethol, Fenchon und weitere Monoterpene), wenig Kumarine, fettes Öl und Flavonoide, die krampflösend, schleimlösend, entzündungshemmend und harntreibend wirken.

Fenchelfrüchte in der Volksmedizin sowie heutige Anwendungsgebiete

Fenchelfrüchte bzw. Samen

In der Erfahrungs- und Volksheilkunde werden die Fenchelfrüchte bei Appetitlosigkeit, Bronchitis, Magersucht, Leber- und Milzverhärtungen sowie zur Förderung der Muttermilch und in der Stillzeit empfohlen. Zur äusseren Anwendung kommen sie wegen ihrer keimhemmenden und beruhigenden Eigenschaften als Augenbad bei verklebten Augen, Gerstenkorn und bei Ermüdungserscheinungen der Augen zum Einsatz. Es besteht eine Positiv-Monographie der Kommission E und ESCOP bei Verdauungsbeschwerden, leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen sowie Katarrhen der oberen Luftwege. Fenchel ist das klassische Mittel gegen Darmkrämpfe, Blähungen und Durchfall bei Babys und Kleinkindern.

Darreichungsformen, Dosierung, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

  • Tee, Teemischungen, ätherisches Öl, Fertigpräparate, Fenchelhonig, Fenchelsirup und Urtinktur. Beim Tee darf die Tagesdosis von 5 - 7 g nicht überschritten werden. Bei Kindern gelten folgende Dosierungen: 0 bis 1 Jahr: 1 - 2 g, 1 bis 4 Jahre: 1,5 - 3 g, 4 bis 10 Jahre: 3 - 5 g, 10 bis 16 Jahre: 5 - 7 g.
  • Ätherische Öle niemals in die Augen bringen! Für Säuglinge und Kleinkinder ist das Fenchelöl nicht geeignet. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Fenchelöl nicht angewendet werden. Bei einer bekannten Allergie sollten die ätherischen Öle nicht verwendet werden.
  • Sehr selten löst Fenchel Allergien aus, dennoch können Kreuzreaktionen mit Sellerie auftreten. Für Teezubereitungen sind keine Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bekannt. Fenchelöl kann bei äusserer Anwendung in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen der Haut sowie der Atemwege führen.


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Stärkt die Manneskraft und macht schlank

Fenchel galt bereits in der Antike als wertvolle Heilpflanze und war so Bestandteil eines Heiltrankes gegen den Teufel. Auch Plinius erwähnte ihn in einer Fabel: «So sollten Schlangen, wenn sie ihre alte Haut abstreifen, ihre Sehkraft unter Mithilfe von Fenchelsaft wiedererlangen.» Ferner empfahl er den Fenchel, um Kraft und Mut zu bekommen und die Jugend zu verlängern: «Er macht Begierde zum Essen, stärcket die leiblichen Geister und mehret den natürlichen Samen - richtet die hangenden Mannesruten wieder auf.» Des weiteren trugen römische Gladiatoren Siegerkränze aus Fenchel und die Frauen würzten damit Gerichte, um schlank und zierlich zu bleiben. Fenchel galt damals als ein entschlackendes Gemüse. Der englische Arzt William Cole berichtete im 17. Jahrhundert: «Samen, Blätter und Wurzeln werden von jenen, die fett und träge geworden sind, in Suppen verwendet, um wieder schlank und rank zu werden.» Wissenschaftler haben in den letzten Jahren entdeckt, dass Fenchel tatsächlich beim Abnehmen behilflich sein kann. So erhielten Versuchstiere in höheren Dosen Fenchel verabreicht und nahmen dadurch deutlich an Körpergewicht ab. Fenchel bindet im Darm das Fett, sodass sich die Fettzellen reduzieren.

Fenchel-Rezepturen und Produkte

Fencheltee ist hilfreich bei bei Verdauungsbeschwerden, leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen sowie Katarrhen der oberen Luftwege. Fenchel ist das klassische Mittel gegen Darmkrämpfe, Blähungen und Durchfall bei Babys und Kleinkindern.

Zubereitung:
Ein TL (2,5g) Fenchelfrüchte im Mörser zerdrücken, mit 250 ml heissem Wasser überbrühen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 2 bis 4 Tassen täglich. Die Tagesdosis muss bei Kindern und Babys entsprechend reduziert werden. Bei Babys und Kleinkindern kann der Fencheltee auch zum Verdünnen der Brei- und Milchnahrung genutzt werden.

Nebenwirkungen:
Es sind derzeit keine Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bekannt.

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Fenchel-Anis-Kümmel Tee ist hilfreich bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Sodbrennen. Diese Kräutermischung wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Bereich. Anis besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Die Fenchelfrüchte wirken krampflösend und beruhigend. Kümmel besitzt krampflösende Eigenschaften bei Magen-Darm-Beschwerden.

Zubereitung:
Die getrockneten, zerstossenen Früchte von Fenchel, Anis und Kümmel im gleichen Verhältnis mischen. Zwei Teelöffel von der Mischung mit 250 ml heissem Wasser übergiessen, sieben Minuten ziehen lassen und abseihen. Vom Tee zwei bis drei Tassen täglich trinken. Kurmässig über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen einnehmen.

Nebenwirkungen:
Bei Anis können gelegentlich allergische Reaktionen der Haut oder im Magen-Darm-Trakt auftreten. Sehr selten löst Fenchel Allergien aus. Kreuzreaktionen mit Sellerie sind möglich. Kümmel darf nicht bei einer Allergie gegen Korb- oder Doldenblüter angewendet werden.

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Fenchelhonig von Salus wird traditionell bei Katarrhen der oberen Luftwege eingesetzt.

Anwendung:
Fläschchen vor Gebrauch schütteln. Erwachsene und Kinder ab dem 6. Lebensjahr nehmen mehrmals täglich fünf Milliliter ein. Die Tageshöchstdosis beträgt 20 Milliliter und sollte nicht überschritten werden. Kleinkinder ab dem ersten Lebensjahr erhalten 2,5 Milliliter mit dem Fläschchen oder im Brei. Diabetiker sollten den Zuckergehalt beachten, 5 ml entsprechen 0,3 BE. Packungsbeilage genau durchlesen!

Wichtiger Hinweis:
Nicht einnehmen, wenn Sie allergisch gegen Fenchel sind - in Einzelfällen kann es zu Reaktionen der Haut und der Atemwege kommen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Fenchelhonig nicht eingenommen werden. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind derzeit keine bekannt.

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Fenchel-Augenauflage

Fenchel eignet sich auch für Augenauflagen wie beispielsweise bei einer Bindehautentzündung, verklebten Augen, bei einem Gerstenkorn (Hordeolum) oder bei überanstrengten Augen. Ein Teelöffel Fenchelfrüchte werden im Mörser zerquetscht und mit einer Tasse heissem Wasser überbrüht. Dann zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Tee im lauwarmen Zustand nutzen. Ein sauberes Stofftaschentuch oder eine sterile Kompresse damit tränken, ausdrücken und etwa 15 Minuten auf die Augen legen. Die Fenchelauflage hat eine mild wirkende desinfizierende Wirkung und weicht ein Gerstenkorn behutsam auf.

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Salbe gegen Blähungen

Zwei Esslöffel Butter im Wasserbad schmelzen lassen. Dann jeweils einen halben Teelöffel fein gemahlene Fenchel-, Anis- und Kümmelfrüchte zugeben und 10 Minuten wärmen. Danach das Ganze durch ein Mulltuch drücken und fest werden lassen. Bei Blähungen in der Nabelgegend schonend im Uhrzeigersinn (im Verlauf des Dickdarms) einmassieren. Dann die Bauchregion mit einem warmen Tuch abdecken.

Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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