Pflanzensteckbrief: Arnica montana L.

Arnika: Die Wunderheilerin

Arnika: Die Wunderheilerin

Arnika (Arnica montana L. ) war in der Antike nicht bekannt. Früheste Erwähnung fand sie im 44. Kapitel der «Physica» Hildegards von Bingen. Sie schrieb dort: «Wenn zwischen der Haut und dem Fleisch des Menschen Flecken und Blasen hervorbrechen, dann soll Wundkraut in Wasser gekocht und warm aufgelegt werden, und jeder wird geheilt werden.» Weitere Beachtung fand die Pflanze im 16. Jahrhundert im «Kräuterbuch» des Adam Lonitzer (1528 bis 1586): «Bei den Sachsen gebraucht das gemeine Volk die Arnika, vor allem bei denjenigen, die von einer Höhe herabgestürzt sind oder sich sonst bei der Arbeit verletzt haben.» Heute wird die Arnika hauptsächlich bei stumpfen Verletzungen sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautentzündungen eingesetzt.

Namen aus dem Volksmund

Bergwohlverleih, Wolfsblume, Wundkraut, Wohlverleih, Fallkraut, Engelkraut, Kraftwurz, Dunderblume, Gemsblume, Johannisblume, Blutblume, Feuerblume, Marienkraut, Magdalenakraut, Christwurz, Engeltrank.

Vorkommen und Botanik

Arnika - die Wunderheilerin

Arnika zählt zur Familie der Korbblütler. Sie ist eine Gebirgspflanze, was sich auch in ihrem lateinischen Beinamen «montana» widerspiegelt. Durch das Überdüngen der Bergwiesen ist sie fast ausgerottet. Sie steht deshalb unter Naturschutz und darf nicht mehr gesammelt werden. Über einen gewissen Zeitraum wurde die nordamerikanische Wiesen-Arnika (Arnica chamissonis) für Kosmetika und Arzneimittel eingesetzt. Inzwischen gelang es jedoch, Arnica montana durch erfolgreichen Feldanbau zu züchten. Daher wurde die Arnica chamissonis im Jahr 2002 als Stammpflanze wieder aus der Zulassung genommen. Arnika ist eine ausdauernde, bis zu fünzig Zentimeter hohe Pflanze, meist unverzweigt und mit Drüsenhaaren besetzt. Ihre Grundblätter formatieren sich zu einer Rosette. Ihre Blätter sind länglich, verkehrt-eiförmig und kurzhaarig. Die dottergelben bis orangegelben Blütenkörbchen sind endständig angeordnet. Die Blütenköpfe tragen die schmalen Zungenblüten, die bis zu drei Zentimeter lang werden. Die gesamte Pflanze duftet aromatisch würzig mit einer zimtartigen Note. Von der Wurzel bis zur Blüte ist sie von einem feinen System mit Ölgängen durchzogen, diese enthalten die gesundheitsfördernden ätherischen Öle. Blütezeit ist von Juni bis August. Arnika gedeiht auf mageren Bergwiesen, auf Heiden und ausgetrockneten Mooren. Sie bevorzugt sauren, sandigen Lehmboden. Im Volksmund verglich man sie wegen ihrer auffälligen Farbe mit den gelben Augen eines Wolfes. Deshalb verlieh man ihr den Namen «Berg-Wohlverleih», abgeleitet von «Wolferlei», was soviel wie Wolfsauge bedeutet.

Verwendete Pflanzenteile, Inhaltsstoffe und Wirkungen

Zu arzneilichen Zwecken finden hauptsächlich die getrockneten Blüten Verwendung. In seltenen Fällen werden auch die Wurzeln genutzt. Pharmakologisch wichtige Inhaltsstoffe sind vor allem Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Flavonoide, Cumarine, Kaffeesäurederivate und ätherisches Öl. Arnikablüten besitzen entzündungs- und keimhemmende sowie anthireumatische Effekte. Zudem wirken sie gegen Nervenschmerzen. Ferner ist Arnika ein wirksames Therapeutikum gegen Venenleiden.

Arnika in der Volksmedizin sowie heutige Anwendungsgebiete

In der Volksmedizin galt Arnika als Universalmittel gegen Menstruationsbeschwerden, Gebärmutterblutungen, Herzschwäche, Herzmuskelentzündungen, Arteriosklerose, Rheuma sowie bei stumpfen Verletzungen. Wissenschaftlich anerkannt ist die äußerliche Anwendung der getrockneten Arnikablüten bei der Behandlung von stumpfen Traumen, Blutergüssen, Prellungen, Zerrungen, Quetschungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, zur Schmerzlinderung beim Karpaltunnelsyndrom (geschädigter Mittelarmnerv im Karpaltunnel) sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen. Auch bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und Insektenstichen wird sie unterstützend eingesetzt. Ferner eignen sich Arnikazubereitungen bei Venenleiden und Schweregefühl in den Beinen.

Darreichungsformen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

  • Salben, Öle, Gele, Teezubereitungen für Umschläge, Homöopathika, Tinkturen, Fertigpräparate.
  • Arnikablüten können Allergien hervorrufen, die sich vor allem in Form von Hautausschlägen mit Juckreiz äußern. Arnika sollte daher in verdünnter Form (1 EL Tinktur auf 1/4 Liter Wasser) angewendet werden. Bei innerlicher Anwendung, außer bei homöopathischen Mitteln ab D4, können Vergiftungen mit Schleimhautreizung und Herzbeschwerden auftreten.
  • Bei bekannter Allergie sowie gegen andere Korbblütler (z. B. Kamille, Beifuß, Schafgarbe) darf Arnika nicht angewendet werden.

Hinweis

Wegen den genannten Nebenwirkungen gilt die innerliche Anwendung als veraltet. Nur in der Homöopathie wird Arnica montana ab einer Potenz von D4 innerlich eingenommen. Arnika kann im Vergleich zu anderen Pflanzen relativ häufig zu Allergien führen. Daher werden oft Arnica-montana-Sorten aus Spanien und Portugal bevorzugt, weil diese eine wesentlich geringere bis keine allergene Substanz beinhalten. Bei Kindern sollte man auf Arnika-Zubereitungen verzichten, es sei denn, sie kommen aus den genannten Ländern wie beispielsweise das Fertigpräparat «Kneipp Arnika Salbe S».



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Altes Wissen und Mythen

Der Wasserdoktor Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) bezeichnete die Arnika mit folgenden Worten: «Arnika ist nicht mit Gold zu bezahlen. Sie verdient es, an erster Stelle der Heilmittel bei Verwundungen genannt zu werden, ich kann sie deshalb nicht genug empfehlen». Im Volksbrauch spielte Arnika eine bedeutende Rolle, besonders um die Zeit zur Sommersonnwende. Als Kraut voller Magie sollte sie vor Blitzschlag und Hexenzauber helfen und Gesundheit bringen. Die Volksnamen Donnerwurz oder Kraftwurz beziehen sich auf die Abwehrung vor den gefürchteten Donner- und Blitzschlägen. Am Johannistag soll die Pflanze am stärksten sein. So steckten die Bauern am Johannistag die Arnikapflanzen um ihre Felder, um diese vor böse Dämonen - oft in Gestalt eines Teufels mit Hörnern - zu schützen.


Arnika-Fertigpräparate


Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis wird die Essenz zu äußerlichen Behandlung bei stumpfen Verletzungen (z. B. Zerrungen, Quetschungen, Blutergüsse, Muskelkater) sowie bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt.

Umschlag zur äußeren Anwendung:
Soweit nicht anders verordnet werden für Umschläge ein Esslöffel Tinktur auf etwa 1/4 l Wasser gegeben. Eine luftdichte Abdeckung des Umschlags ist zu vermeiden. Arnika darf bei offenen Wunden nicht verwendet werden. Packungsbeilage beachten!

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen:
Arnika Essenz darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Essenz ebenfalls nicht zur Anwendung kommen. Packungsbeilage genau beachten!

Hinweis:
Bei lang anhaltenen oder unklaren Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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Kneipp® Arnika Salbe S wird bei rheumatischen Beschwerden, stumpfen Traumen (Prellungen, Quetschungen, Zerrungen) sowie bei Insektenstichen angewendet. Das Fertigpräparat enthält einen öligen Auszug aus Arnikablüten und ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Die Stoffe wirken auf natürliche Weise entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Die Salbe ist leicht rückfettend und pflegt dadurch die Haut.

Dosierung:
Kneipp® Arnika Salbe S kann bei Bedarf mehrmals täglich mit leichter Streichmassage auf die Haut aufgetragen werden.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler (z. B. Schafgarbe, Kamille, Ringelblume) darf Arnika nicht angewendet werden. Auch bei offenen Wunden ist die Behandlung kontraindiziert. Packungbeilage beachten!

Hinweis:
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie Rötung, Schwellung oder Überwärmung der Gelenke auftreten.

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Arnica in der Homöopathie

Arnica montana L. zählt in der Homöopathie zu den wichtigsten Heilpflanzen. Das Homöopathikum zur inneren Anwendung wird aus dem getrockneten, pulverisierten Wurzelstock hergestellt. Die Anwendungsgebiete bei Arnica montana ab einer Potenz von D4 sind: Hexenschuß, Ischiasbeschwerden, Muskelkater, Nervenschmerzen, Zerrungen und Prellungen. Traditionell wird Arnica in der Homöopathie bei Schockzuständen, Stürzen, Abschürfungen und stumpfen Traumen eingesetzt. Es setzt den Heilungsprozess verletzter Gewebe in Gang. Arnica sollte gleich nach einer Verletzung bzw. innerhalb der ersten 24 Stunden verabreicht werden. Danach muß abgeklärt werden, welche Behandlung fortgeführt wird. Zudem ist Arnica das «klassische» Mittel bei Zahnproblemen, wenn dumpfe oder ziehende Schmerzen nach dem Bohren oder Zähneziehen auftreten. Auch bei Verletzungen des Zahnfleischs durch das Zähneziehen kann Arnica eingenommen werden. Dabei besteht Mundtrockenheit, der Geschmack im Mund ist bitter oder wie von faulen Eiern. Die betroffene Person ist nachts trotz Übermüdung schlaflos und unruhig. Liegen Druckbeschwerden oder wunde Stellen durch einen neuen Zahnersatz vor, kann Arnica ebenfalls Abhilfe schaffen.

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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