Pflanzensteckbrief: Filipendula ulmaria L.

Mädesüß - ein sanftes Schmerz- und Fiebermittel

Mädesüss

Ab dem 1600 Jahrhundert wurde Mädesüß als harntreibendes Mittel, bei Durchfall, Erkältungen und Bluterkrankungen sowie bei Rheuma eingesetzt. In der Volksheilkunde nutzte man die Inhaltsstoffe der Pflanze zur Blutreinigungskur. Der Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (1527 bis 1586) bezeichnet sie in seinem Kräuterbuch mit dem Namen «Roter Steinbrech» und berichtet: «Dieses Krauts Wurzel ist gut für den Stein, desgleichen denjenigen, die mit Mühe harnen und Lendensucht haben.» Das erste «Europäische Arzneibuch», auch «Circa instans» genannt, widmet dem Mädesüß ein eigenes Kapitel gegen die bereits genannten Beschwerden.

Namen aus dem Volksmund

Geißbart, Geißletere, Rüsterstaude, Spierstaude, Wiesengeißbart, Wiesenkönigin, Beielichrut, Wiesenschönchen, Johanneswedel, Bocksbart, Federblume, Wilder Flieder, Sumpfspiren, Roter Steinbrech.

Botanik, Inhaltsstoffe und Wirkungen

Mädesüss

Mädesüß kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen und zählt wie Frauenmantel, Heckenrose, Odermenning, Schlehe oder Weißdorn zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceen). Die Pflanze liebt nährstoffreiche, feuchte Böden, sie gedeiht an Bachufern, auf moorigen Wiesen und in Gräben - sie ist in Europa und Nordamerika anzutreffen. Ihr Stängel hat eine rote Farbe, an ihm sind wechselständig angeordnete gefiederte Blätter zu sehen. Die Blätter sind am Rand gesägt, an der Unterseite sind sie silbrig behaart. Am Ende des kantigen Stängels befinden sich kleine gelblich-weisse, in Trugdolden angeordnete Blüten. Blütezeit ist von Juni bis August. Der botanische Name «Filipendula» setzt sich aus dem Wort «filum» (Faden) und «pendulus» (hängend) zusammen und bezieht sich auf die vom Wurzelstock herabhängenden Knöllchen. Gesammelt werden die Blüten, wenn sie vollständig ausgebildet sind. Man bündelt sie und hängt sie an einem geeigneten Platz zum trocknen auf, dabei wird unter die abfallenden Blüten noch ein Tuch zum Auffangen gelegt. Die Trockentemperatur sollte maximal bei vierzig Grad Celsius liegen. Danach werden die Blüten aromageschützt aufbewahrt. Ihr Geruch ist schwach und erinnert an Salicylsäuremethylester - auch Methylsalicylat genannt. Methylsalicylat ist ein künstlich hergestellter Wirkstoff aus der Gruppe der Salicylate (ähnlich wie Aspirin), der anstelle des natürlichen Wintergrünöls verwendet wird. Es hat eine schmerzlindernde Wirkung. Der Geschmack der getrockneten Pflanze fühlt sich zusammenziehend an und ist bitter. Für arzneiliche Zwecke werden die getrockneten Mädesüßblüten verwendet. Die Pflanze enthält wenig ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbsoffe und Salicylsäureverbindungen. Mit dieser Wirkstoffkombination ergeben sich harntreibende Effekte. Auch bei Muskelschmerzen, Gelenkrheuma, Gicht und Kopfschmerzen werden diese genutzt. Wissenschaftlich anerkannt ist die Wirkung bei Erkältungskrankheiten. Die Droge hat fiebersenkende, schweiß- und harntreibende sowie entzündungshemmende Eigenschaften. In der Homöopathie wird Spirea ulmaria aus der frischen Wurzel zubereitet. Es wird bei Gelenkrheumatismus und Ischiasbeschwerden eingenommen.

Volksmedizin sowie heutige Anwendungsgebiete

Mädesüss

Die Blüten der Pflanze kommen in der Volksheilkunde in Form einer Teezubereitung bei Kopfschmerzen, Migräne, Muskelschmerzen, Gelenkrheumatismus, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie bei Gicht und Erkältungskrankheiten zur Anwendung. Meist wird Mädesüß in Kombination mit anderen Pflanzen wie Linden- und Holunderblüten sowie Quendelkraut, Süßholzwurzel, Pfefferminzblättern, Kamillenblüten, Löwenzahnkraut oder Weidenrindenextrakt verwendet.
Die Inhaltsstoffe der Pflanze werden bei fiebrigen Erkältungen, bei denen eine Schwitzkur erwünscht ist sowie zur Erhöhung der Harnmenge genutzt. Mädesüßtee darf nicht angewendet werden, wenn eine Salicylsäure-Empfindlichkeit vorliegt.

Darreichungsformen, Nebenwirkungen und Dosis beim Tee

  • Tee, Teemischungen, Fertigpräparate, und Homöopathika.
  • Beim Mädesüßblütentee darf die Tagesdosis von maximal 3,5 g nicht überschritten werden. Bei Einhaltung der Dosierungsanleitungen sind derzeit keine Nebenwirkungen bekannt. Der Tee darf nicht angewendet werden, wenn eine Salicylsäure-Empfindlichkeit vorliegt. Bei Überdosierung kann es zu Magenschmerzen und Übelkeit kommen. Bisher liegen keine Erkenntnisse während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.
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Altes Wissen

Die Kelten legten Mädesüß auf offene Wunden, wenn ein Mensch von einem tollwütigen Tier gebissen wurde. Nach keltischen Glauben war sie eine heilige und wichtige Pflanze.  Das Christentum hat diesen Brauch übernommen - so soll die Heilige Mutter Gottes die Pflanze selbst ausgesät haben. In Anlehnung an alte Sitten reinigen die Imker noch heute ihre Bienenstöcke mit Mädesüß, um ihren Haustieren eine gemütliches Heim zu gestalten. Der Name Mädesüß stammt von dem Wort «met», denn die Blätter der Pflanze wurden ursprünglich einem Honiggetränk beigefügt. Heute noch wird in England das Bier oder der Wein mit Mädesüß gewürzt und gesüßt.


Mädesüß-Rezeptur und Produkte


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Ein zubereiteter Mädesüßtee wird bei Erkältungskrankheiten empfohlen. Bei Blasen- und Nierenbeschwerden, Kopfschmerzen und Gelenkrheumatismus ist er ebenso hilfreich. Durch seine leicht schweisstreibende Wirkung wird er auch zur Blutreinigungskur angewendet.

Teezubereitung:

Bei genannten Beschwerden 1 EL der getrockneten Blüten (Spiraea flos) mit 150 ml heissem Wasser übergießen, zehn Minuten bedeckt ziehen lassen und abseihen. Zweimal täglich jeweils eine Tasse trinken.

Anwendungsbeschränkungen und Nebenwirkungen:

Der Tee darf nicht angewendet werden, wenn eine Salicylsäure-Empfindlichkeit vorliegt. Bei Überdosierung kann es zu Magenschmerzen und Übelkeit kommen. Bisher liegen keine Erkenntnisse während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

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In der Homöopathie wird Spirea ulmaria aus der frischen Wurzel zubereitet. Es wird bei akutem und chronischem Gelenkrheumatismus, Ischiasbeschwerden und bei dumpfen Kopfschmerzen eingenommen.

Einnahmeempfehlung:
Erwachsene nehmen 2 bis 3mal täglich 5 Tropfen mit etwas Flüssigkeit ein. Bei Besserung der Beschwerden ist die Häufigkeit der Anwendung zu reduzieren. Packungsbeilage beachten! Verschwinden die Beschwerden während der Einnahme nicht, dann sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen sind derzeit keine bekannt.

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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