Gänseblümchen: Heilpflanze Bellis perennis L.

Gänseblümchen - zarter Frühlingsbote

Gänseblümchen - Bellis perennis

Das Gänseblümchen kommt in der Schulmedizin nicht zu Anwendung, obgleich es als Tee, in Teemischungen sowie als Wildkraut - wie beispielsweise in der Gründonnerstagssuppe - den Gesamtstoffwechsel unterstützt. Aber auch in der Homöopathie hat sich Bellis perennis bei stumpfen, tieferen Gewebeverletzungen und Hautausschlägen als wirksam erwiesen. Der schöne Volksname «Maßliebchen» stammt wahrscheinlich aus dem keltischen ab: So bedeutet «maas» eine Wiese bzw. ein Feld. Andere Sprachforscher hingegen sind der Meinung, dass Maßliebchen auf das niederländische «mateliev, magdelief», «der Jungfrau Maria lieb» zurückgeht. Nichtsdestotrotz schätzte Kräuterpfarrer Künzle das Gänseblümchen und schrieb: «Eine Prise Maßliebchen soll man jeder Mischung Kindertee beifügen; es hat es in sich, Kindern, die wegen guter Kost nicht gedeihen wollen, auf die Beine zu helfen.»

Weitere Namen aus dem Volksmund:

Angerbleamerl, Augenblümchen, Gritilibluem, Himmelblume, Mairöserl, Kindsblümle, Marienblume, Maiblume, Mondscheinblume, Osterblume, Sonnentürchen, Tausendschön.

Botanischer Steckbrief:

Das mehrjährige Gänseblümchen (Bellis perennis L.) gehört wie die Arnika oder Ringelblume zur großen Familie der Korbblütler (Compositae, Asteraceae). Die hübsche «Daisy» - wie es in England genannt wird - kann das ganze Jahr über blühen, vorausgesetzt, die Schneedecke im Winter ist weg und die Sonne scheint. Das Gänseblümchen wächst bevorzugt auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und Parkrasen sowie in Vorgärten. Aus einer Blattrosette entwickelt sich ein etwa 15 cm langer Blütenstiel. Auf jedem Stiel thront eine gelbe Blütenscheibe, aus der weisse bis schwach rosafarbene Zungenblüten hervorgehen. 

Verwendete Pflanzenteile, Inhaltstoffe und Wirkungen

Gänseblümchen
Bellis perennis L. - Gänseblümchen

Die Blüten und Blätter werden zu Beginn der Blütezeit von April bis August gesammelt -  idealerweise werden sie bei Sonnenschein gepflückt. Vermeiden Sie das Sammeln an Stellen mit hoher Verschmutzung und pflücken Sie nur saubere und gesunde Blümchen. Für einen Gänseblümchentee trocknet man die Blüten gründlich an der frischen Luft.Das Gänseblümchen ist reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Zudem enthält es viel Vitamin C und A. Desweiteren sind im Gänseblümchen Saponine, Bitter- und Schleimstoffe, ätherisches Öl und organische Säuren zu finden. Bellis perennis besitzt entzündungshemmende, schleimlösende sowie stoffwechselanregende Eigenschaften. Die Saponine sorgen für eine gute Entgiftung des Körpers. Die Bitterstoffe regen den Stoffwechsel und damit die Verdauung an. Zudem eignen sich die Inhaltsstoffe bei Hautleiden und zur Frühjahrskur.

Anwendungsgebiete in der Pflanzenheilkunde:

Innerlich zur Anregung des Stoffwechsels, bei Verdauungsstörungen, zur Frühjahrskur, bei Hautleiden (z. B. Milchschorf, Ekzeme) sowie bei Appetitlosigkeit bei Kindern. Äußerlich bei Verstauchungen, Zerrungen und Prelllungen sowie bei kleinen Schürfwunden.

Anwendung in der Homöpathie:

Bei Hautausschlägen (Akne und Herpes um die Lippen). Auch bei Brustkrebs, der durch stumpfe, tiefe Gewebeverletzungen entstanden ist. Die Einnahme sollte jedoch unter fachlicher Aufsicht geschehen, da Bellis perennis in der Homöopathie starke Erstreaktionen hervorrufen kann. Der englische Arzt und Homöopath James Compton Burnett (1840 - 1901) beschrieb die Entstehung von Brustkrebs nach Verletzung oder Quetschung der Brust. Er war der Überzeugung, dass «Bellis perennis» als organotropes Mittel bei der Behandlung von Brustkrebs wirksam sei.

Darreichungsformen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:

  • Tee, Teemischungen, Urtinktur und Homöopathische Arzneimittel.
  • Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind derzeit keine bekannt. Die Einnahme von homöopathischen Mitteln sollte unter Aufsicht geschehen.
  • Da die Schulmedizin das Gänseblümchen nicht verwendet, gibt es leider für Teezubereitungen keine Angaben über eine Tagesdosis.

Verwendung in der Küche

Gänseblümchen ist ein beliebtes Wildgemüse. Ihre Blüten und Blätter besitzen einen leicht scharfen bis nussigen Geschmack und verleihen Salaten, Suppen und Gemüsegerichten eine besondere Note. Außerdem können die Knospen wie Kapern in Essig eingelegt werden.


Gänseblümchen-Rezepturen


Gänseblümchen - Bellis perennis
Gänseblümchentee


Zubereitungen aus den getrockneten Gänseblümchenköpfchen  werden in der Volksheilkunde und Erfahrungsmedizin zur Anregung des Stoffwechsels, bei Verdauungsstörungen sowie zur Frühjahrskur eingesetzt.
Zubereitung zur inneren Anwendung:
Einen Teelöffel der getrockneten Blütenköpfe und Blütenblätter mit 250 Milliliter kochendem  Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Zwei Tassen täglich trinken.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind derzeit keine bekannt.

Gänseblümchen - Bellis perennis
Teemischung gegen Akne


Die Teemischung zur inneren Anwendung findet Verwendung bei Hautkrankheiten wie Akne. Für diesen Tee werden jeweils zwanzig Gramm getrocknete Gänseblümchen, Stiefmütterchen, Zaubernussblätter, Kamille und Birkenblätter benötigt. Von dieser Mischung einen Teelöffel mit heissem Wasser übergiessen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zweimal täglich eine Tasse Tee über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen trinken.
Nebenwirkungen:
Bei bestimmungsgemässem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Lediglich bei Kamille können in sehr seltenen Fällen allergische Reaktionen auftreten.

Gänseblümchen - Bellis perennis
Traumeel S Creme bei Verletzungen

Das Gänseblümchen zählt wie Arnika und Ringelblume in der Volksheilkunde zu den bewährten Wundheilmitteln. Oft wurde es zu Pflanzenbrei verarbeitet und bei Quetschungen auf die Haut gelegt. Die beiden Ärzte und Botaniker Pier Andrea Mattioli (Matthiolus,1501 bis 1577) sowie Hieronymus Bock (1498 bis 1554) empfahlen ganz besonders die wundheilende Wirkung des Maßliebchens. Heute verwendet man das Gänseblümchen als zusätzlichen Bestandteil mit anderen homöopathisch hergestellten Pflanzen und Substanzen als Wundmittel wie etwa in Traumeel S Creme von Heel.

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In Traumeel sind folgende Stoffe enthalten: Gänseblümchen (Bellis perennis), Beinwell (Symphytum officinale), Bergwohlverleih (Arnica montana), Eisenhut (Aconitum napellus), Mercurius solubilis Hahnemanni, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Kalkschwefelleber (Hepar sulfuris), Kamille (Matricaria recutita), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Ringelblume (Calendula officinalis), Schafgarbe (Achillea millefolium), Schmalblättriger Sonnenhut (Echinacea), Tollkirsche (Atropa belladonna), Zauberstrauch (Hamamelis virginiana). Traumeel S Creme kann bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Sehnenscheidenentzündungen sowie bei kleineren Sportverletzungen verwendet werden.

Zu Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Vorsichtsmaßnahmen während der Anwendung, Wechselwirkungen, Dosierung und Dauer der Behandlung bitte die Packungsbeilage genau durchlesen.

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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