Buchweizen: Heilpflanze Fagopyrum esculentum

Buchweizen: Gut für die Gefäße

Über einen sehr langen Zeitraum galt Buchweizen als Getreideersatz. Erst Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts begann auch das Interesse an der Heilpflanze. Nicht umsonst wurde der Buchweizen im Jahr 1999 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Buchweizen: Gut für die Gefäße

Vermutlich war Buchweizen als Heilpflanze schon im 16. Jahrhundert bekannt. Im Jahr 1546 gibt der der Botaniker und Arzt Hieronymus Bock (1498 bis 1554) bereits eine genaue Beschreibung der Pflanze. Hierbei wird die Verwendung bei «Rotlauff» (das sind Beschwerden, die sich im Rotwerden der Haut äussern) beschrieben. Verbreitet war jedoch die Nutzung des Buchweizens als Korn, das zu Mehl verarbeitet wurde. Sowohl der Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs (1501 bis 1566) als auch der Arzt, Botaniker und Naturforscher Adam Lonitzer (1528 bis 1586) rühmten die Wirkung des sogenannten «Türkischen Korns». Der Arzt und Botaniker Tabernaemontanus (Jacob Theodor, 1522 bis 1590) schreibt in seinen Schriften: «Das Heidekorn ist eine gute Speis / die wol sättigt und nehret / den Kindern und dem jungen Volk». Ferner sind die Buchweizenfrüchte in den Aufzeichnungen auch als Breiumschlag bei Drüsenschwellungen, Brustentzündung und eiternden Geschwüren aufgeführt. Als Arzneipflanze gewann der Buchweizen erst in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts an Bedeutung. Heute wird das Buchweizenkraut bei venösen Stauungsbeschwerden und zur unterstützenden Therapie bei Krampfadern eingesetzt. Auch bei peripheren Durchblutungsstörungen und Beingeschwüren kann es begleitend zur konventionellen Therapie verwendet werden.

Weitere Namen:

Welschkorn, Haden, Franzweizen, Tatarenkorn, Heidl, Türkenkorn, Sarazenenkorn, Heidekorn, Tatelkorn, Heidekraut, Brandkorn, Dreikantiger Weizen oder Heidegrütz.

Botanik und Inhaltsstoffe

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) zählt nicht zum Getreide, sondern zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae) und ist mit dem Sauerampfer und dem Rhabarber verwandt. Bei den Knöterichgewächsen sind die Stängel knotig gegliedert. Wegen seiner mehlhaltigen Früchte wird der Buchweizen ähnlich wie Getreide genutzt. In Deutschland gibt es den gewöhnlichen Buchweizen (Fagopyrum esculentum Moench oder F. sagittativum Gilib.) und den Tatarischen Buchweizen. Der gewöhnliche Buchweizen ist einjährig, wird etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch und hat gestielte, herzförmige Blätter. Die weissen bis rosaroten Blüten stehen zu Rispen zusammen. In jeder Blüte reift ein dreikantiges Nüsschen bzw. Frucht, die wie kleine Bucheckern aussieht. Auch der Tartarische Buchweizen (F. tataricum Gaertn. bzw. Linné) ist eine einjährige Pflanze. Diese Sorte ist kräftiger und hat mehr Blattmasse. Die Stängel färben sich jedoch vor der Fruchtreife nicht rot, sondern bleiben grün. Der Tartarische Buchweizen wurde gerne in grösseren Gebirgsgegenden kultiviert und löste dadurch den kältempfindlichen Fagopyrum esculentum ab. Buchweizen trägt während dieser Phase oft mehr als hundert kleine, stark duftende Blüten, die nur einen Tag blühen und als echte Bienenweide für die Insekten eine Wohltat sind. Die Pflanze besitzt feine Wurzeln, dadurch schliesst sie Nährstoffe im Boden auf und lockert ihn. Verkrustung und Erosion des Bodens wird vermieden, was zur Folge hat, dass Wildkräuter nicht gedeihen können. Wegen dieser Besonderheit hat man den Buchweizen in den letzten Jahren auch als Gründüngungspflanze entdeckt. Für den ökologischen Landbau ist Buchweizen bestens geeignet. Seit etwa 30 Jahren wird das blühende Kraut auch für therapeutische Zwecke gegen Gefässerkrankungen genutzt. Buchweizenkraut hat einen hohen Rutingehalt und wurde aus diesem Grunde im Jahr 1999 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Für pharmakolgosiche Zwecke wird das Kraut acht Wochen - noch im frühen Blühstadium vor der Fruchtausbildung - geerntet, weil es einen Mindestgehalt von vier Prozent Rutin aufweisen sollte. Da Fagopyrum esculentum in kalten Gebieten empfindlich gegen Bodenfrost ist, müssen die Standorte gut besonnt sein. Dadurch bildet sich genügend Rutin. Im Buchweizenkraut finden sich weitere Wirkstoffe wie Kaffeesäurederivate, Phenylcarbonsäuren und wenig Fagopyrin sowie Sitosterol und Anthocyane.

Wirkungen

Der Wirkstoff Rutin befindet sich in den Blättern und Blüten. Es ist ein Flavonoid mit antioxidativer Wirkung und lindert Entzündungen, sorgt für eine gute Durchblutung und kann auch gegen Krampfadern und Hämorrhoiden hilfreich sein. Rutin hat eine gefäßschützende Funktion und dichtet die Venen ab. Es wirkt gegen Brüchigkeit und übermässige Durchlässigkeit der Blutgefässe, zudem erhöht es deren Elastizität. Das beugt Wasseransammlungen im Gewebe vor, wirkt abschwellend und fördert den Durchfluss der kleinsten Gefäße (Kapillaren). Ferner kommt es zum Rückgang der Entzündungsbereitschaft und Spannungsgefühle in den Beinen werden gemindert. Ob auch eine leicht anti-thrombotische Wirkung durch Hemmung der Thrombozytenaggregation vorliegt, wird derzeit noch diskutiert. Als Thrombozytenaggregation wird der Vorgang der Zusammenlagerung von Blutplättchen (Thrombozyten) bezeichnet. Lysin ist eine Aminosäure und durch Aufnahme und Einbau von Calzium am Knochenwachstum beteiligt. Auch durch die Bildung von wertvollen Enzymen, Antikörpern und Hormonen trägt die Aminosäure zur Gesunderhaltung des Körpers bei. Ferner spielt Lysin eine grosse Rolle bei der Reduzierung von Kalkeinlagerungen und der Stärkung der Blutgefässe.

Buchweizen in der Volksmedizin und heutige Anwendungsgebiete

Buchweizenkraut

In der Erfahrungsheilkunde nutzt man das Buchweizenkraut gegen Bluthochdruck, Erfrierungen, Lungenblutungen, Kopfschmerzen und diabetische Netzhautentzündung. In manchen Gegenden wurde das Kraut sogar wegen seiner schlafförderndernden Eigenschschaften verwendet. Leider wird Buchweizen weder von der Kommission E, der ESCOP noch von der HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) als Heilpflanze bewertet. Dennoch hat man Fagopyri herba (Buchweizenkraut) in das Europäische Arzneibuch aufgenommen. Nichtsdestotrotz beweisen klinische Studien, dass das Buchweizenkraut bei chronisch venöser Insuffizienz im Stadium eins und zwei sowie Mikrozirkulationsstörungen bei Zerebralsklerose (Durchblutungsstörungen im Gehirn), diabetischer Retinopathie (Erkrankung der Netzhaut des Auges) und bei Wadenkrämpfen unterstützend zur konventionellen Therapie seine Wirksamkeit entfaltet. Ferner eignet sich der therapeutische Einsatz von Buchweizenkraut zur Arteriosklerose-Prophylaxe. Bei einer Studie wurde 166 Patienten, die unter Venenleiden und Durchblutungsstörungen litten, über einen Zeitraum von drei Monaten Buchweizentee entsprechend einer Tagesdosis zwischen 180 mg und 350 mg Rutin verabreicht. Gegen Ende der Behandlungsdauer konnte eine Verbesserung von 71 Prozent verzeichnet werden.

Darreichungsformen, Dosierung und Nebenwirkungen

  • Tee, Teemischungen, Fertig-Arzneimittel (Kombinationspräparate, Monopräparate), Salben, Naturkosmetik von Dr. Hauschka.
  • In seltenen Fällen Kopfschmerzen. Buchweizenkraut kann die Lichtempfindlichkeit durch intensive Sonneneinstrahlung erhöhen (Photosensibilität). Bei Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sollte dies vorher mit einem Arzt besprochen werden.
  • Gegenanzeigen sind derzeit keine bekannt.
  • Die Tagesdosis beträgt beim Tee für erwachsene Personen fünf bis sechs Gramm, 150 Milligramm Rutin bei Fertigarzneimitteln. Es ist gut verträglich und wird zur Daueranwendung empfohlen.
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Buchweizen-Rezepturen und Produkte

Zwei Teelöffel getrocknetes Buchweizenkraut (1,8 mg) mit 200 Milliliter Wasser etwa drei Minuten kochen. Dann zehn Minuten ziehen lassen (dadurch geht der Wirkstoff Rutin in Lösung) und abseihen. Über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen dreimal täglich jeweils eine Tasse trinken. Anschliessend eine Pause von drei Monaten einhalten. 

Hinweis:

Da der Wirkstoff Fagopyrin nicht wasserlöslich ist, besteht bei der Anwendung des Tees auch keine Gefahr der Erhöhung der Lichtempfindlichkeit.

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Teemischung für die Venen

Je zwanzig Gramm getrocknetes Buchweizenkraut, Schafgarbenkraut und Weißdorn. Das ganze zehn Minuten (ein bis zwei Teelöffel) ziehen lassen und abseihen. Über einen Zeitraum von etwa vier Wochen dreimal täglich eine Tasse trinken.

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Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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