Gründonnerstagssuppe...

...das Rezept für die Osterzeit

Bereits bei den Kelten und Germanen gab es eine Suppe aus neun Kräutern, bekannt auch als die sogenannte «Neunkräutersuppe». Die ersten Kräuter im Frühjahr sollten dem Körper nach der langen Winterzeit Gesundheit verleihen. Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren Inhaltsstoffen eine entschlackende und immunstärkende Wirkung. Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, allerdings mit einem anderen Hintergrund: So soll die leicht bitter schmeckende Suppe während der Karwoche an das Leiden Christi erinnern.

Zutaten für die Gründonnerstagssuppe

  • Je eine Handvoll (etwa 30 Gramm) kleingeschnittene Brennnesselblätter, Bärlauchblätter, Löwenzahnblätter, Rauke, Wegerichblätter, Vogelmiere u. Gierschblätter
  • Einige Gänseblümchenköpfe
  • 8 bis 10 Gundelrebenblätter
  • 2 EL Butter
  • 2 Zwiebeln fein gehackt
  • 2 EL frisch gem. Weizenmehl
  • 125 ml süsse Sahne
  • 1 Liter Gemüsebouillon
  • Pfeffer und Kräutersalz
Gründonnerstagssuppe

Zubereitung:

Die Kräuter waschen, abtropfen lassen und fein schneiden. In der geschmolzenen Butter die feingehackten Zwiebeln dünsten. Danach das Vollkornmehl darüber streuen und unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe langsam dazu giessen. Die Suppe kurz aufkochen und dann für etwa fünf Minuten weiter köcheln lassen. Die kleingehackten Kräuter dazu geben und die geschlagene Sahne vorsichtig unter die Suppe heben. Zum Schluss die Gänseblümchen darüber streuen und mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.

Von der Neunkräutersuppe zur Gründonnerstagsuppe

Bereits lange vor Jesus Christus begrüßten die Menschen den Frühling mit ganz bestimmten Ritualen, Tänzen oder Speisen. Vor allem um die Zeit zwischen dem 20. bis 23. März zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche feierten sie den Beginn des Frühlings. Dabei entzündeten die Kelten und Germanen die Frühlingsfeuer (heute Osterfeuer), verehrten die Erdgöttin «Ostara» oder «Freya» und bereiteten die Neun-Kräuter-Suppe zu. Nach der Christianisierung wurde daraus die Gründonnerstagssuppe.

Gänseblümchen

Schon immer glaubte man, dass Heilpflanzen und Kräuter von verschiedenen Gottheiten gesät seien und daher himmlische Kräfte in sich bargen. So ist es nicht verwunderlich, dass man die Götter anrief, um sich der Wirkung der Pflanzen zu versichern. Während der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche wurde das «Licht der Erde» zu Ehren der Göttin «Ostara» gefeiert und unsere Vorfahren suchten Frühlingskräuter, neun an der Zahl, um daraus eine Suppe zuzubereiten, die die Frühjahrsmüdigkeit vertrieb. Neun Kräuter mussten es sein, galt doch die «Neun» als heilige, magische Zahl. Ostara, deren Existenz allerdings nicht völlig gesichert ist, war die germanische Göttin der Fruchtbarkeit und Morgenröte, die Angelsachsen hingegen nannten sie «Eostre». Das Christentum übernahm diesen heidnischen Brauch. Der Begriff «Ostara« schlug sich so wahrscheinlich im Wort «Ostern» nieder. Die Kräuter dieses Festes waren vor allem Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich, Gundermann, Bärlauch und Taubnessel.

Wegen des unterschiedlichen regionalen Vorkommens der Pflanzen landeten auch andere grüne Kräuter wie beispielsweise Scharbockskraut, Kresse, Schafgarbe oder Sauerampfer im Suppentopf. In vielen Gebieten des deutschsprachigen Raumes wird die alte Tradition der Zubereitung dieser Neun-Kräuter-Suppe oder Gründonnerstagssuppe bis in die heutige Zeit gepflegt.

Sammelhinweise zu Wildkräutern

Viele essbare Wildpflanzen lassen sich zu schmackhaften Suppen und Salaten zubereiten und sind eine willkommene Nahrung auf dem täglichen Speiseplan. Wildkräuter wachsen im Vergleich zum Kulturgemüse ohne zusätzliche Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Sie enthalten gegenüber Kulturpflanzen wesentlich mehr Vitamine und Mineralstoffe und besitzen zudem einen würzigeren und kräftigeren Geschmack. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Ballaststoffe, pflanzlichen Enzyme, Chlorophyll, ätherischen Öle und anderen wichtigen Inhaltsstoffen wirken sich positiv auf den menschlichen Stoffwechsel aus und kräftigen den Organismus. Dennoch gibt es beim Sammeln einiges zu beachten: Vermeiden Sie Standorte mit hoher Verschmutzung und Umweltbelastung und pflücken Sie nur saubere und gesunde Kräuter.

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Verlag: AT

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