Die Welt des Amethyst

Der Amethyst ist ein Edelstein, um den sich viele Legenden und Mythen ranken. Ein beliebter Edel- und Schmuckstein, der schon seit grauer Urzeit geschätzt wird.

Schon immer war der Amethyst ein beliebter Stein unter den Menschen. In der Antike erhielt er den Namen «Amethystos» was so viel wie «nicht betrunken sein» bedeutet. Deshalb galt er über viele Jahrhunderte hinweg als Schutz vor Trunkenheit. Die Griechen waren davon überzeugt, dass mit der schönen violetten Farbe des Steins die Trunkenheit abgemildert werden würde, wenn man Rotweine aus Amethyst-Trinkgefäßen kredenzte. Dadurch galt der auffälligste Vertreter der Quarzfamilie bald als Symbol der Enthaltsamkeit und wurde ein begehrtes Juwel von kirchlichen Würdenträgern. Noch heute kann man den violetten Kristall im Papstring, der aus dem 15. Jahrhundert stammt, im Pforzheimer Schmuckmuseum bewundern.

Mineralogie

Der violette Amethyst zählt zu den beliebtesten Steinen aus der Familie der Quarze, die sichtbare Kristalle ausbilden und somit zur Mineralklasse der Oxide gehören. Die wichtigsten Vorkommen befinden sich in Brasilien, Australien, Mexiko, Namibia, Sambia und Madagaskar. Er wird gelegentlich auch als Amethystquarz (stark getrübter Stein), Chevron-Amethyst (undurchsichtiger Stein mit weissen Quarzbändern), Kap-Amethyst (heller Stein aus Namibia) oder Maraba-Amethyst (durchsichtiger Stein aus Brasilien) bezeichnet. Das funkelnde Juwel entsteht bei Temperaturen zwischen hundert bis zweihundertfünfzig Grad Celsius in hydrothermalen Prozessen aus schwach eisenhaltiger Kieselsäurelösung. Seine wunderbare Farbe erhält der Edelstein durch Spuren von vierwertigem Eisen. Auf der Mohs'schen Härteskala (benannt nach dem deutsch-österreichischen Mineralogen Friedrich Mohs) hat er den Härtegrad Sieben. Amethyst enthält wenig Aluminium, Calcium, Magnesium, Eisen, Lithium und Natrium. Er bildet dreikantige (trigonale) Kristalle, die sehr gross werden können. Vor mehr als fünfhundert Millionen Jahren entstand der Amethyst in vulkanischen Gesteinen. Hildegard von Bingen schreibt: «Der durchsichtige, violette Kristall wächst, wenn die Sonne ihren selten zu sehenden Lichtring, den Sonnenhalo zeigt.» Sie weist damit darauf hin, dass der Amethyst nicht mitten im Vulkanfeuer auskristallisiert, sondern im Hof des Vulkans beim Abkühlen des Magma. In den charakteristischen Amethystdrusen bilden sich die Kristalle innerhalb eines Hohlraumes, der von einer Schicht Chalcedon umgeben ist.

Eigenschaften

Der Amethyst verliert durch das Erhitzen seine Farbe, daher sollte er nicht allzu lange einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Rauchige Steine werden oft bei zwischen zweihundertfünfzig bis vierhundert Grad Celsius gebrannt, sodass ein leuchtendes Gelb ähnlich dem «Citrin» entsteht. Sie werden dann im Handel unter der Bezeichnung «Goldtopas», «Quarztopas» oder «Madeiratopas» angeboten. Bei Rohsteinen gibt es keine Fälschungen, allerdings gibt es Farbaufbesserungen durch Röntgenbestrahlungen. Als Edelsteine werden heute häufig synthetische Amethyste oder Imitationen aus Glas angeboten. Eine genaue Beurteilung des Steines ist nur durch eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung möglich.

Begehrter Schmuck- und Heilstein

Amethyst ist mit seinem mystischen violett bis lilafarbenen Schattierungen ein begehrter Schmuckstein und ein seit Jahrtausenden geschätzter Heilstein. In der Esoterik wird er in der Edelsteintherapie gegen die verschiedensten Beschwerden eingesetzt. So verwendet man ihn bei körperlichen Beschwerden wie Allergien, Bandscheibenschmerzen, Hautirritationen, Heuschnupfen, bei Schwäche des Immunsystems, Kurz- und Weitsichtigkeit, Kopfschmerzen, Leberschäden, Schlafstörungen, Wasseransammlungen im Gewebe, Schließmuskelerschlaffung des Darms und der Blase, Stimmbandentzündung, Verdauungsbeschwerden, Schwellungen, Verspannungen und Zahnfleischentzündung. Auf der seelischen Ebene soll er vor negativer Energie schützen. Er verbessert die Konzentrationsfähigkeit, fördert logisches Denken und trägt zu geister Wachheit bei. Besonders bei Lernschwierigkeiten und Ängsten vor Prüfungen sowie bei Mangel an Durchhaltevermögen soll er seine gesundheitsfördernden Eigenschaften entfalten. Auch bei der Heilstein-Meditation wird der Amethyst gerne in Form eines Handschmeichlers verwendet oder er wird auf die betroffenen Stellen am Körper aufgelegt. Amethyst-Drusen sollen - im Zimmer angewendet - auf den ganzen Raum reinigend und befreiend wirken.

Heilsteine: von Amethyst bis Zirkon

Die stimulierende und lindernde Wirkung von Steinen ist seit Jahrtausenden bekannt. Jeder Stein verfügt über eigene Schwingungen und gibt unterschiedliche Energien ab, die auch heute noch für heiltherapeutische Zwecke genutzt werden. Welche Heilsteine bei welchen Beschwerden zum Einsatz kommen und welche Bedeutung sie für die Psyche haben, wird in diesem umfassenden Nachschlagewerk übersichtlich und anschaulich vermittelt.

  • Fundorte, chemische Zusammensetzung, Härtegrad, Kristallisation und handelsübliche Formen auf einen Blick
  • Fachkundige Hinweise zu Anwendung und Pflege der Heilsteine
  • Detaillierte Zuordnung sämtlicher Steine zu den einzelnen Tierkreiszeichen

Heilsteine: von Amethyst bis Zirkon
Die wichtigsten Steine mit ihren heiltherapeutischen Wirkungen und Anwendungen
von Flora Peschek-Böhmer und Gisela Schreiber

Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: Irisiana