Infektionen der Harnwege: Bärentraubenblätter-Extrakt stellt eine gute Alternative dar

An einer akuten Harnwegsinfektion erkrankt jede zweite Frau wenigstens einmal im Laufe ihres Lebens. Die häufigste therapeutische Maßnahme besteht in der Einnahme eines Antibiotikums. Antibiotikatherapie ist aber mit einer Reihe von Problemen verbunden. Oft wäre daher die Einnahme eines pflanzlichen Medikaments, z.B. eines Extrakts aus Bärentraubenblättern, eine sinnvolle Alternative.

Infektionen der Harnwege: Bärentraubenblätter-Extrakt stellt eine gute Alternative dar

Eine Harnwegsinfektion (HWI) ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der Hausarztpraxis. Frauen sind aufgrund ihrer anatomisch kürzeren Harnröhre deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Gabe eines Antibiotikums löst zwar das akute Problem, doch birgt diese Art der Behandlung unschöne Nebenwirkungen wie die negative Beeinflussung der Darmflora oder im schlimmsten Fall die Ausbildung von Resistenzen. Eine lange Geschichte der medizinischen Verwendung in der Behandlung von HWI haben Zubereitungen aus Blättern der Echten Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi (L.) Spreng (Ericaceae)). Ihr wichtigster Inhaltsstoff ist das Prodrug Arbutin. Es wird im Körper zu Glucose sowie Glucuronsäure- und Schwefelsäurekonjugaten umgewandelt. Diese gelangen über den Urin in die Blase und werden dort von uropathogenen Bakterien aufgenommen und innerhalb dieser in antibakteriell wirkendes freies Hydrochinon gespalten. Wiederholt wurde ein mögliches mutagenes Potential für freies Hydrochinon diskutiert, doch die Forschung hat gezeigt, dass bei der Einnahme von Bärentraubenblätter-Extrakt wohl Entwarnung gegeben werden kann. Probandenstudien konnten zeigen, dass nur ≤ 0,6 % einer verabreichten Arbutindosis als freies Hydrochinon ausgeschieden werden, jedoch 70 – 75 % als Hydrochinonkonjugate innerhalb von 12 – 36 Stunden. (Z Phytother 2010; 31(2): 95-97, DOI: 10.1055/s-0030-1247652).

AMES-Test

Auf dem letzten Kongress der Gesellschaft für Phytotherapie in Rostock-Warnemünde wurden außerdem Ergebnisse aus Experimenten präsentiert, die zeigen, dass die Arbutinmetabolite, die nach Aufnahme einer durch die Monographie empfohlenen Tagesdosis von Arbutin im Urin von Patienten entstehen, toxikologisch unbedenklich sind. Im dem von der „Organisation for Economic Cooperation and Development“ (OECD) anerkannten AMES-Test auf Mutagenität zeigte sich in zwei unabhängigen Experimenten kein mutagener Effekt. Auch ein nach Richtlinien des „Committee for proprietary medicinal products“ (CPMP) erstellter und routinemäßig genutzter Test ergab kein mutagenes Risiko. Zudem zeigten sich im „Good Laboratory Practice“ (GLP) konformen Mikronukleus-Test, der dem Aufdecken von Chromosomenschäden und Schäden des Spindelapparates dient, weder toxische Symptome noch genotoxische Veränderungen.

Weitere Informationen zu Phytotherapie finden Sie unter www.kfn-ev.de
KFN 03/2016 – 23.03.2016


Pflanzensteckbrief - Bärentraube


Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), im Volksmund auch Harnkraut, Moosbeere, Wolfstraube oder Wilder Buchs gennant, zählt zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Der niedrig kriechende Strauch kommt bevorzugt im Norden Europas sowie in den Alpen vor und gedeiht in Mooren, Bergwäldern und Heiden. Die Äste der Pflanze sind dicht mit ovalen, ledrigen, ganzrandigen Laubblättern besetzt, die im Winter nicht abfallen. Der immergrüne Strauch besitzt weisse bis rosafarbene Blüten, die zwischen April und Mai zum Vorschein kommen. Aus den Blüten entwickeln sich dann später kugelige, rote, beerenartige Steinfrüchte. Der Strauch hat grosse Ähnlichkeit mit der Preiselbeere. Im Gegensatz zu den Blättern der Preiselbeere, weist der Bärentraubenstrauch jedoch an der Unterseite seiner Blätter keine braunen Tupfen auf.

Die Bärentraube war den antiken Ärzten wie beispielsweise Dioskurides nicht bekannt. Erst im dreizehnten Jahrhundert fand die Pflanze erstmals in einem walisischen Arzneibuch Erwähnung. Im Jahr 1601 wurde sie auch von dem niederländischen Arzt und Botaniker Carolus Clusius (Charles de l’Écluse) näher beschrieben, der ihre Anwendung bei den verschiedensten Erkrankungen des Urogenitaltraktes empfahl. Wissenschaftliche Anerkennung findet die Bärentraube bei Infektionen der Harnwege. So befürworten die Kommission E und ESCOP die Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, sofern keine Behandlung mit einem Antibiotika erforderlich sei. In den Bärentraubenblättern sind vor allem Hydrochinonglykoside vorhanden, hauptsächlich das Arbutin, welches nur im alkalischen Harn antibakteriell wirkt. Aber auch Gerbstoffe, Chinone und Flavonoide (Quercetin als  Hauptflavonoid) sind in den frischen oder getrockneten Laubblättern enthalten. Die Wirkstoffe sind aber nur wirksam, wenn sie nicht zusammen mit Lebensmitteln eingenommen werden, die den Urin sauer machen. Hierzu gehören vornehmlich tierische Produkte wie beispielsweise Fleisch oder Milch. Da magenempfindliche Personen mit Übelkeit oder Erbrechen - wegen des hohen Gerbstoffgehalts der Pflanze - reagieren können, sollte die Einnahme mit einem Arzt besprochen werden. Generell ist zu beachten, dass arbutinhaltige Arzneimittel nicht länger als eine Woche und höchsten fünfmal im Jahr anzuwenden sind. Während der Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren muss die Einnahme unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Hierfür keine Alleingänge unternehmen!


Cystinol akut Dragees


Cystinol akut enthält den Bärentraubenblätter-Trockenextrakt. Das pflanzliche Arzneimittel wird zur Behandlung von akuten, unkomplizierten Harnwegsinfektionen unterstützend eingesetzt. Es besitzt eine antibakterielle Wirkung gegen die Erreger der Harnwegsinfekte und kann zu einem deutlichen Rückgang der Keimzahl führen, dadurch kommt es zu einer Reduzierung der Beschwerden. Während Antibiotikatherapien häufig zu Resistenzen führen, wird dies durch das pflanzliche Mittel vermieden.

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Anwendungsgebiete:
Entzündungen der ableitenden Harnwege. Bei Auftreten von Fieber oder Blut im Urin sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Anwendungshinweise:
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt überschritten werden. Ohne ärztlichen Rat sollte das Fertigpräparat nicht länger als sieben Tage eingenommen werden. Die Anwendung sollte höchstens 5 mal jährlich erfolgen.

Überdosierung u. Packungsbeilage beachten:
Bei einer Überdosierung kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Blut im Urin kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung. Lesen Sie die Packungsbeilage genau durch und achten Sie auf eine gewissenhafte Dosierung.

Mehr Infos zu dem Fertigpräparat «Cystinol akut» finden Sie auf der Homepage der Online-Apotheke:  >> online bestellen

Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte im «Forum-Naturheilkunde» keinen Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung durch eine professionelle Fachkraft darstellen. Suchen Sie im Bedarfsfall immer einen Arzt auf. Auch bei der Anwendung von Arzneimitteln sollten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage des Herstellers genau durchlesen und beachten.

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Pflanzenkraft für die Frau
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von Thomas Klein

Broschiert: 136 Seiten
Verlag: Verlagshaus der Ärzte

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