Mann stirbt 8 Jahre nach dem Verschlucken einer lebenden Schnecke

Ein Australier namens Sam Ballard wurde eine eklige Wette zum Verhängnis: Er schluckte eine lebende Gartenschnecke. Da die Schnecke von einem Parasiten befallen war, erlitt der junge Mann einen Hirnschaden, der ihn sogar lähmte. Ballard starb im Alter von 28 Jahren in einem Krankenhaus in Sydney.

Schnecke

Der seltsame und traurige Fall trat auf, weil Ballard zusammen mit der Schnecke einen Parasiten namens Angiostrongylus cantonensis verschluckt hatte, der allgemein als Rattenlungenwurm bekannt ist. Infiziert hatte sich die Schnecke über Rattenkot.

Eine Infektion mit Rattenlungenwürmern kann nach Angaben der Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) zu einer bakteriellen Meningitis führen, zu der Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und "abnormale Empfindungen" in Armen und Beinen gehören.

Typischerweise bessern sich Lungenwurminfektionen bei Ratten bei Behandlung. Unbehandelt können jedoch schwerwiegende Komplikationen auftreten, die zu einer schweren Störung des Nervensystems oder sogar zum Tod führen.


In den Tagen nach dem Verschlucken der Schnecke bekam Ballard Schmerzen in den Beinen und wurde nach Anfällen von anhaltendem Schwindel und Erbrechen ins Krankenhaus eingeliefert. Ärzte diagnostizierten bei ihm eine Ratten-Lungenwurminfektion und er fiel in ein Koma, das 420 Tage dauerte. Nachdem Ballard aus dem Koma aufgewacht war, war er vom Nacken abwärts gelähmt, hatte Kommunikationsschwierigkeiten und musste rund um die Uhr versorgt werden.


Die Geschichte des Australiers machte Anfang dieses Jahres Schlagzeilen, nachdem die für seine Pflege verwendeten medizinischen Mittel, die vom National Disability Insurance Scheme der australischen Regierung bereitgestellt wurden, um die Hälfte reduziert wurden. Die Regierung hob die Entscheidung schließlich nach einer umfassenden Berichterstattung in den Medien und einem Aufruf von Ballards Familie auf.


Laut CDC können Menschen die Exposition gegenüber dem Rattenlungenwurmparasiten vermeiden, indem sie vermeiden rohe oder ungekochte Schnecken, Frösche, Landkrabben und Süßwassergarnelen zu essen. Gemüse, das möglicherweise mit Schnecken oder Schnecken in Kontakt gekommen ist, sollte gewaschen werden bevor es roh verzehrt wird und Menschen die Schnecken zubereiten sollten ihre Hände und Utensilien danach gründlich reinigen, so die CDC.

Kommentar unserer Expertin Jana Dave:

Eine Infektion mit dem Ratten-Lungenwurm ist sehr selten und solch schwerwiegende Komplikationen kommen bei einer entsprechenden Behandlung so gut wie nie vor. Parasiten führen in der Regel auch nicht zu Tod des Patienten. Viele Menschen beherbergen Parasiten, u.a. auch in der Lunge und haben keine oder nur unspezifische Symptome. Die Gefährlichkeit von Parasiten liegt nicht in ihrer akuten Gefahr, sondern in der chronischen Auswirkung. Lungenparasiten beispielsweise produzieren eine Menge Schleim, was die Lungentätigkeit fakultativ einschränkt. Dadurch kann es zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehalts im Körper kommen. Außerdem kann die muköse Flüssigkeit Toxine enthalten, die über die Schleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Dies kann die Funktion des Immunsystems deutlich einschränken. Nicht nur die Lunge kann von Parasiten befallen sein. Auch andere Organe wie der Darm, das Herz oder auch das Gehirn.

Unsere Expertin:

Jana Dave, Neurobiologin

Jana Dave ist Expertin für Neuropathologie und Parasitologie.

Bei allen Themen Rund um dieses Thema unterstützt sie uns mit fachkundigen Informationen.

Ihre Praxiserfahrung stammt aus ihrer Tätigkeit als Therapeutin, unter anderem beim Online-Parasitenprogramm ParasiteExperts.

Jana Dave, Neurobiologin
Jana Dave, Neurobiologin

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