Gebärmutterhalskrebs - Zervixkarzinom ...

...Ursachen und Behandlung

Beim Zervixkarzinom handelt es sich um bösartige Veränderungen des Gebärmutterhalsgewebes. Es ist weltweit die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jedes Jahr über sechstausend Frauen. Dennoch ist es in Vorsorgeuntersuchungen meist erkennbar und im Frühstadium oft heilbar.

Gebärmutterhalskrebs - Zervixkarzinom

Defintition des Gebärmutterhalskrebses

Der Gebärmutterhals (Cervix uteri) befindet sich am unteren Teil der Gebärmutter (Uterus). Er ist die Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide und endet im Gebärmuttermund. Als Gebärmuttermund werden die Öffnungen des Gebärmutterhalses bezeichnet. Man unterscheidet einen inneren von einem äußeren Muttermund. Am Uterus gibt es hauptsächlich zwei unterschiedliche Krebsarten. Zum einen den Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und zum anderen den Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom). Im Gegensatz zum Gebärmutterschleimhautkrebs, der meist nach dem fünfzigsten Lebensjahr auftritt, erkranken am Gebärmutterhalskrebs überwiegend jüngere Frauen - meist liegt das Alter hier zwischen dreissig und fünfzig Jahren. Der Gebärmutterhalskrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Die Erkrankung sowie ihre Vorstufen (Dysplasien) können in Vorsorgeuntersuchungen gut erkannt werden.

Bekannte Risikofaktoren und Symptome

Heute gilt es als gesichert, dass an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs die sogenannten Humanen Papillomaviren (HPV) ursächlich beteiligt sind. Dabei handelt es sich um Warzenviren, welche die Zellen in bestimmten Hautarealen angreifen können. Die Viren werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch Rauchen, Therapeutika zur Unterdrückung des Immunsystems, häufiger Partnerwechsel, eine Chlamydien- und Herpes-simplex-Virus-Infektion können zu der Krankheitsentstehung beitragen. Grundstock der Erkrankung ist meist die Übergangszone zwischen Plattenepithel und Schleimhaut des Muttermundkanals. Weitere begünstigende Faktoren, die zu Dysplasien führen können sind Hormoneinnahmen (z. B. Pille) oder die Spirale. Auch mangelnde Hygiene bei Männern stören das empfindliche Milieu. So wird bei bereits veränderten Zellen oft die Empfehlung ausgesprochen, für die Zeit der Behandlung Kondome zu benutzen. Leider macht der Gebärmutterhalskrebs in den meisten Fällen keine Beschwerden. Ein frühes Symptom können Schmierblutungen nach dem Geschlechtsverkehr sein. Später kommen vom Zyklus unabhängige Schmierblutungen, anhaltender, übelriechender Ausfluss und Schmerzen im Beckenbereich hinzu. Zusätzlich können sich auffällige, einseitige geschwollene Beine zeigen. Auch Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen können auftreten. Seit Einführung des Früherkennungsprogrammes hat sich die Zahl von Frauen, die am Gebärmutterhalskrebs sterben erheblich reduziert. Mittlerweile haben alle Frauen ab dem zwanzigsten Lebensjahr in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Geschichtlicher Abriss!

Als in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Früherkennung mit dem Krebsabstrich (Pap-Abstrich) eingeführt wurde, kam es zu einer deutlichen Reduzierung von Krebsfällen. In Deutschland erkranken derzeit etwa sechstausend Frauen neu am Zervixkarzinom, von denen um die zweitausend pro Jahr an den Folgen versterben. Weltweit erkranken fünfhundertausend Frauen, etwa dreihundertfünfzigtausend sterben daran - hauptsächlich in den Entwicklungsländern. Der Grund dafür ist, dass in armen Ländern die Früherkennungsuntersuchung zu selten oder überhaupt nicht durchgeführt wird. Der Krebsabstrich wurde im Jahr 1942 von dem griechischen Arzt George Papanikolaou - daher der Name «Pap-Abstrich» - entdeckt. Mit einem Watteträger, Spatel oder einem Bürstchen, dem sogenannten «Zyto-Brush», werden vom Muttermund Zellen entnommen, im Labor gefärbt und von ausgebildeten Ärzten untersucht. Dabei prüft man den Abstrich auf einem Objektträger unter dem Mikroskop auf verdächtige Zellen. Nach dem griechischen Arzt Papanikolaou wird das Ergebnis in «Pap-Werte» eingeteilt. Diese Untersuchungsmethode wird mittlerweile auch zur Entdeckung von Vorstufen (Dysplasien) des Gebärmutterhalskrebses angewandt.

Wie ein Abstrich beurteilt wird!

  • Pap 1: normal, keine Maßnahmen
  • Pap 2: normal mit leichter Entzündung. Eine Nachkontrolle wird empfohlen
  • Pap 3: Der Befund ist unklar. Die Ursachen können Entzündungszellen oder Hormonmangel sein. Unter Umständen wird eine Lupenbetrachtung der Scheide und des Muttermundes in Erwägung gezogen.
  • Pap 3D: Es bestehen leichte bis mittelgradige Zellveränderungen (Dysplasien). Sofortige Lupenbetrachtung der Scheide und des Muttermundes. Nachkontrolle wird empfohlen.
  • Pap 4: Es besteht ein krankhaftes Zellbild. Verdacht auf frühes Krebsstadium (Carcinoma in situ «Krebs an Ort und Stelle»). Therapie: Gewebeprobe, Konisation, Ausschabung.
  • Pap 5: Im Abstrich sind eindeutig Zellen eines Gebärmutterhalskrebs zu erkennen. Therapie: Operation, Chemotherapie und Bestrahlung

Weitere diagnostische Verfahren!

Anstelle des Pap-Abstriches wird auch manchmal die sogenannte CIN-Einteilung benutzt. Die Abkürzung «CIN» heißt «cervikale Intraepitheliale Neoplasie» und bedeutet eine Zellveränderung der Gebärmutterschleimhaut. CIN I bis II ist eine leichte bis mittelschwere Dysplasie und ist mit Pap 3D gleichzusetzen. CIN III ist eine schwere Dysplasie und ist konform mit Pap 4. Eine weitere Untersuchungsform ist der HPV-Test. Er kann feststellen, ob sich im Gewebe am Gebärmutterhals Humane Papillomaviren befinden. Durch diesen Test lässt sich herausfinden, mit welchem Virus-Typ man sich infiziert hat. Ist der Pap-Test auffällig, übernehmen in der Regel alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen HPV-Test. Fällt dieser wiederum positiv aus, werden weitere Untersuchungen wie beispielsweise vaginaler Ultraschall, die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie vorgenommen. Auch die Lupenbetrachtung (Kolposkopie) wird zur Früherkennung des Krankheitsgeschehens angewendet. Dabei wird der äußere Muttermund auf Zellveränderungen untersucht. Mit dieser Untersuchung können kleinste Gewebedefekte, Geschwülste oder Blutungen sichtbar gemacht werden. Entsteht bei der Kolposkopie der Verdacht auf bösartige Veränderungen, kommt entweder eine Gewebeentnahme durch Konisation infrage oder die gesamte Gebärmutter wird entfernt. Bei der Konisation wird der erkrankte Bereich mit einem Laser oder einer bestimmten chirurgischen Technik kegelförmig rund um den Muttermund herausgeschnitten. Diese Vorgehensweisen hängen jedoch von den individuellen Umständen ab. Von Fall zu Fall entscheidet der Befund, ob zusätzlich Chemotherapie mit oder ohne Bestrahlung als zusätzliche Maßnahmen eingeleitet werden. 

Unterstützung durch Komplementärmedizin

Unterstützung durch Komplementärmedizin

Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie können komplementäre Verfahren dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Unter komplementärmedizinischen Verfahren versteht man Methoden wie beispielsweise gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel, Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Ayurveda, Osteopathie, Akupunktur, Entspannungstechniken oder Ernährungslehre. Darüber hinaus hat sich die Naturheilkunde zum Ziel gesetzt, das vom Krebs geschwächte Immunsystem des Erkrankten zu stärken. Das bekannteste und derzeit häufigste naturheilkundliche Begleitverfahren zur klassischen Krebstherapie ist die Behandlung mit Mistelextrakten. In vielen Fällen trägt die Misteltherapie dazu bei, dass die Lebensqualität und der Allgemeinzustand verbessert werden. Zudem stärkt sie die Immunabwehr, steigert den Appetit, vertreibt Schlafstörungen, lindert Schmerzen und kurbelt das psychische Wohlbefinden an. Die Misteltherapie ist eine Langzeittherapie, wobei zwei- bis dreimal wöchentlich eine Injektion unter die Haut (subkutan) verabreicht wird. Ihr Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Bei der klassischen Homöopathie bekommt jede Patientin ein individuell auf sie abgestimmtes Mittel. Dennoch gibt es homöopathische Arzneimittel, die direkt einen starken Bezug zum Zervixkarzinom haben. Dies sind beispielsweise Arsenicum album, Aurum muriaticum natronatum, Bufo rana, Graphites naturalis, Kreosotum, Lachesis muta, Medorrhinum, Phosphorus, Sepia oder Thuja. In der Regel wird der homöopathisch arbeitende Therapeut aber erst dann ein Mittel aussuchen, wenn er die erkrankte Person eingehend befragt hat. Darüber hinaus gibt es im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung noch weitere Verfahren, die Körper und Geist positiv beeinflussen. Dazu zählen Meditation, Yoga, Hypnose, Reiki oder Shiatsu. Auch kreative Aktivitäten wie Malen, Tanzen oder Trommeln tragen zur inneren Ruhe bei.

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