Paracelsus - der Vater der Naturmedizin

Der Arzt und Lehrer Paracelsus, mit bürgerlichem Namen «Theophrastus Phillipus Aureolus Bombastus von Hohenheim» war eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Heilkunde des Mittelalters im deutschen Sprachraum. Er ebnete den Weg für die Entstehung der Spagyrik sowie andere alternative Heilverfahren.

Paracelsus erblickte als Sohn des Arztes Wilhelm Bombastus von Hohenheim vermutlich am 10. November 1493 in Einsiedeln in der Schweiz das Licht der Welt. Das Geburtshaus befand sich damals direkt am Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela in Galicien in Spanien. Sein Vater führte den Buben bereits sehr früh in die Vielfalt der Welt der Pflanzen ein und weckte dadurch seinen Forscherdrang und die Neugierde an den in der Natur herrschenden Kräften. Zudem war wenige Jahre vorher (1450) der Buchdruck erfunden worden, so dass der junge Theophrast, der sich später Paracelsus nannte, sich ein großes Wissen in den Bereichen der Philosophie, Naturkunde, Medizin und Alchimie aneignen konnte. Nach dem Tod der Schweizer Ehefrau und Mutter im Jahr 1502 zogen die beiden nach Villach in Kärnten, wo Wilhelm von Hohenheim eine ärztliche Praxis eröffnete und als Stadtarzt zu arbeiten begann. Gleichzeitig wirkte der Vater als Dozent an der Bergschule der Fugger (bedeutendes schwäbisches Unternehmens-Imperium), wo Paracelsus das Wesen sowie die Eigenschaften von Metallen, Salzen und Gesteinen erlernte. Dort kam er auch zum ersten Mal mit der Alchimie in Berührung - er sammelte hauptsächlich Erfahrungen, wie man Gold, Arsen, Quecksilber oder Antimon in Reinform gewinnen konnte.

Etappen eines ...

Zwischen 1509 und 1515 besuchte Paracelsus verschiedene europäische Hochschulen. Man vermutet, dass er an den Universitäten Heidelberg, Tübingen, Mainz, Köln, Freiburg, Wien und Leipzig Medizin studierte. Mit ziemlicher Sicherheit kann jedoch zurück verfolgt werden, dass er im italienischen Ferrara den Doktor der Medizin für die Fachdisziplinen innere Medizin und Chirurgie absolvierte. Danach durchquerte Paracelsus bis zum Jahr 1524 zu Fuß, zu Pferd oder via Schiff ganz Europa. Damals waren solche Lehr- und Wanderjahre üblich, allerdings mehr in handwerklichen als in medizinischen Berufen. Er bereiste die Länder Italien, England, Schweden, Spanien, Portugal, Frankreich, Griechenland, Ostpreußen, Polen, Ungarn, Kroatien, Siebenbürgen und Russland. Die Reiselust und der Wissensdurst trieben ihn als Arzt, Feld- und Naturforscher ständig in die Ferne. Seine wichtigsten Erkenntnisse über die verschiedensten Heilmittel verdankte er Gauklern, Zigeunern und Bauern sowie dem fahrenden Volk. Um 1524 ließ sich Paracelsus in Salzburg als Arzt nieder. Dort fing er an, Arzneien aus Naturstoffen herzustellen, die man als sogenannte «Iatrochemie» bezeichnete. Die Herstellung dieser Naturheilmittel erfolgte unter dem Aspekt der Alchemie, die Paracelsus auch «Spagyrik» nannte. Zudem unterstützte er als eigenständiger Denker die Menschen im Bauernkrieg und machte sich dadurch beim Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg (1468 bis 1540) unbeliebt. Daraufhin musste er Salzburg fluchtartig verlassen.

... Wanderlebens

Im Jahr 1527 wurde Paracelsus vom Rat der Stadt Basel zum Stadtarzt ernannt. Gleichzeitig gab er Vorlesungen - entgegen den üblichen Gepflogenheiten nicht in lateinischer, sondern in deutscher Sprache - an der Universität, er unterrichtete über seine eigenen naturwissenschaftlichen und ärztlichen Erfahrungen, führte seine Studenten auf botanischen Exkursionen in die Welt der Pflanzen ein und rühmte «alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken». Gleichzeitig hatte Paracelsus das Amt der Oberaufsicht über die Zunft der Apotheker inne. Der querköpfige, unruhige Geist übte ständig heftige Kritik an Ärzten und Apothekern und machte sich diese so zu Feinden. Paracelus warf den Apothekern ihre «Drecksmedizin» vor, weil die damaligen Arzneien vor allem aus Stoffen von mumifizierten Leichenteilen bestanden oder auch tierische Exkremente zusammen mit Kräutern vermischt wurden. Es kam immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen, sodass er im Jahr 1529 nach Nürnberg ging. Dort fand er einen Verleger für seine Schriften über die bis dahin unerforschte Syphilis. Ein Jahr später führten ihn seine Wanderjahre nach Beratzhausen bei Regensburg. Auf Schloss Beratzhausen beendete er sein Werk «Paragranum» über die vier Säulen der Heilkunde. Zwischen 1531 und 1535 zog es den ruhelosen Aussenseiter nach Schwaben, Tirol und in die Schweiz. Während dieser Zeit schrieb er zum Buch «Paragranum» die ergänzende Schrift «Paramirum» über das Thema Krankheitsursachenlehre sowie einige Werke von der Bergsucht. Im Jahr 1536 fand Paracelsus in Augsburg einen Verleger, der sein Buch «Die grosse Wundarznei» veröffentlichte - das Werk wurde ein Bestseller. 1540 zog es den ewigen Wanderer nach Kärnten. Dort entstand die Schrift «Vom Irrgang der Ärzte» (Labyrinthus medicorum errantium), die kein gutes Haar an der medizinischen Wissenschaft ließ.

Alchemie und Spagyrik

Alchemie und Spagyrik

Der Bekannheitsgrad des Paracelus lässt sich auf seine hermetische Denkweise zurückführen. Das Wort Spagyria, von Paracelsus mit der Alchemie gleichgesetzt, stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie «trennen-scheiden» und «binden-vereinigen». Die Kunst der Spagyrik lässt sich bereits 3000 vor Christus nach Ägypten zurückverfolgen, dort wurde sie als «Theut» bezeichnet und von den Ägyptern als Gott verehrt. Die Griechen nannten diese Gottheit «Hermes» und die Römer gaben ihr den den Namen «Mercurius». Das Wissen um die Hermetik wurde stets geheimgehalten. Jede Weitergabe geschah von Generation zu Generation immer nur mündlich. Unter Paracelsus, der neben anderen Naturwissenschaftlern auch Agrippa von Nettesheim zum Lehrer hatte, erreicht die Spagyrik ihren Höhepunkt. Paracelus bereitete Heilpflanzen durch verschiedene chemische Prozesse auf und fertigte ein Destillat an. Der verbliebene Rückstand wurde getrocknet und zu Asche verbrannt. Anschließend führte er die Endprodukte wieder zusammen. «Trenne und vereine», ein Grundsatz der Spagyrik, die auch heute noch Gültigkeit hat.

Letzte Lebensstation

Paracelsus zog im Jahr 1540 erneut nach Salzburg. Mit Unterstützung des Erzbischofs Herzog Ernst von Bayern - einer seiner Befürworter - fand er nach langer Zeit endlich ein Zuhause. Leider war ihm hierfür nur eine kurze Zeitspanne vergönnt: Er starb am 24. September 1541 im Alter von nur 48 Jahren. Während dieser kurzen Periode seines Schaffens schrieb er noch eine ganze Reihe von Werken, die teilweise auch von theologischen Inhalten geprägt waren. Selbst an Kirche, Klerus und der Gesellschaft übte er bis zuletzt schärfste Kritik. Ob Paracelsus eines natürlichen Todes starb, ist bis heute nicht genau geklärt. Seine sterblichen Überreste wurden 1960 einem forensischen Gutachten unterzogen, dabei fand man heraus, dass der Schädel an der linke Schläfe zertrümmert war. Einige Quellen geben an, dass Paracelsus an den Folgen einer Leberzirrhose oder an Leberkrebs gestorben sei, weil er sich durch seine Experimente mit Quecksilber und Arsen eine chronische Vergiftung zugezogen hatte. Erst lange nach seinem Tod verstand die medizinische Wissenschaft die Genialität dieses kleinen und dennoch so großen Mannes.

Das Heilwissen des Paracelsus

Uraltes Heilwissen in moderner Anwendung: So heilen wir uns selbst - sanft und wirkungsvoll. Kräuter, Edelsteine und Metalle sind die Bestandteile der Hausapotheke des Paracelsus. Die daraus entwickelten ganzheitlichen Heilmittel der Spagyrik erreichen in gleichem Maße Körper, Geist und Seele. Die Naturheilmittel aus dieser alten europäischen Heiltradition sind praktisch ohne Nebenwirkungen, unkompliziert in der Auswahl und Anwendung und bei Alltagsbeschwerden auch für Kinder problemlos einzunehmen. Die Expertin gibt wertvolle Tipps aus ihrer Praxis, wie man körperliche und seelische Leiden selbst behandeln und auch vorbeugend etwas für Gesundheit, Schönheit und Vitalität tun kann.

Das Heilwissen des Paracelsus
Naturheilmittel der Spagyrik aus Kräutern,
Edelsteinen und Metallen

von Gabriele Zimmerman
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Herbig

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