Mariä Himmelfahrt...

...Marias Aufnahme in die göttliche Herrlichkeit

Mariä Himmelfahrt ist ein katholischer Feiertag und wird von vielen Gläubigen am 15. August begangen. Nach altem Brauch der Kräuterweihe wird zum Fest der heiligen Mutter Gottes ein Strauß aus besonders heilkräftigen Pflanzen gebunden.

Mariä Himmelfahrt

Im gesamten Alpenraum, im Saarland sowie in weiten Teilen Bayerns feiern viele Gläubige nach katholischer Tradition jedes Jahr am 15. August das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, das im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Mariä Himmelfahrt bezeichnet wird. Aber auch in anderen Ländern mit überwiegend katholischer Bevölkerung wie etwa Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal oder Spanien ist Mariä Himmelfahrt ein wichtiger gesetzlicher Feiertag. In Anlehnung an diesen bedeutendsten Gedenktag unter den Marienfesten ranken sich nicht nur christliche Mythen und Legenden um die Jungfrau Maria, seit dem 10. Jahrhundert werden auch vor allem in den ländlichen Gebieten Süddeutschlands besondere Kräuter im Anschluss an den Gottesdienst geweiht.

Entschlafung der Gottesmutter

Der Todestag der heiligen Maria gilt zugleich auch als deren Gedenktag. Bereits im 5. Jahrhundert wurde das Marienfest im Osten geehrt und in der Folge als staatlicher Feiertag im Byzantinischen oder Oströmischen Reich festgelegt. In der westlichen Kirche hingegen wird die «Aufnahme Mariens in den Himmel» seit der Mitte des 7. Jahrhunderts gefeiert. Die bis in das 5. Jahrhundert zurückreichende Vorstellung und der Glaube, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel empfangen worden sei, wurde am 1. November 1950 vom Papst Pius XII. zum Dogma erhoben. Dies erklärt er mit den Worten: «Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.» Durch seine Verkündung gewann das Fest immer mehr an Bedeutung und in vielen Ländern ist es bis heute ein gesetzlicher Feiertag geblieben.

Die Kräuterweihe

Mariä Himmelfahrt, im Volksmund auch «Großer Frauentag», «Maria Würzweih» oder «Büschelfrauentag» genannt, ist tief mit dem alten Brauch der Kräuterweihe verwurzelt. Dieser ist wahrscheinlich im 10. Jahrhundert entstanden, wobei die Ursprünge des Rituals weitgehend unbekannt sind. Die «Legenda Aurea» oder Goldene Legende - verfasst von dem Dominikanermönch Jacobus de Voragine (um 1230-1298) - berichtet, dass auf Weisung eines Engels eine Palme vor dem Leichnam Mariens einhergetragen worden sei und sich beim Herabkommen des Herrn, um seine Mutter in den Himmel zu begleiten, ein unaussprechlicher Duft verbreitet habe. Es bleibt jedoch zu bezweifeln, ob aufgrund dieser Legende Mariä Himmelfahrt mit der Kräuterweihe in einem Zusammenhang gebracht werden kann. Eher ist zu vermuten, dass - aufgrund der alljährlichen Ernte von Getreide und anderen Pflanzen zwischen August und September - die Segnung der Kräuter am Tag des Festes Mariä Himmelfahrt entstanden ist.

Die Zeit der Frauendreissiger

Die Zeit der Frauendreissiger - Bild Königskerze

Die Zeitspanne zwischen dem 15. August und dem 14. September wurde als der «Frauendreissiger» bezeichnet und galt seit langem als besonders günstig zum Sammeln von Wildfrüchten und Kräutern. Die besonders heilkräftigen Pflanzen - oft in Form von Sträußen oder Buschen -  werden im Volksbrauchtum auch heute noch nach der Weihe im Haus aufbewahrt. In früheren Zeiten hat man Teile der Kräuterbuschen bei Heranziehen eines Unwetters ins Herdfeuer geworfen, um das Haus vor Blitz zu schützen. Aber auch zum Heilen von Krankheiten wurden sie genutzt. Dabei durften es aber nicht irgendwelche Pflanzen sein, diese waren genau vorgeschrieben. So fanden sich in den Sträußen vor allem das Tausendgüldenkraut (das mittlerweile zu den streng geschützten Pflanzen gehört), Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Alant, Wermut, Wegwarte, Baldrian, Pfefferminze, Arnika und in der Mitte thronte die wunderschöne Königskerze. Auch heute noch werden in ländlichen Gebieten Bayerns die Kräuter von den Buschen abgezupft, zerrieben und mit Weihrauch versetzt. Mit dieser Mischung werden beispielsweise Krankenzimmer geräuchert, was besonders, so sagt man, die Genesung der Kranken beschleunigen soll. Darüber hinaus ist im christlichen Glauben die Zeit der Frauendreissiger dem Mariengebet geweiht und so Anlass für viele Marienwallfahrten, in denen unter anderem auch Rosenkranzgebete abgehalten werden.

Text: TerraNova Verlag / Annette Weinzierl

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