Schüßler Salze - Funktionsmittel, Wirksamkeit und Einnahme

Viele Alltagsbeschwerden lassen sich mit Schüssler-Salzen lindern oder treten gar nicht erst auf. Die zwölf Basissalze eignen sich durch ihre einfache Handhabung ideal zur Selbstmedikation.

Der deutsche Arzt und Homöopath Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler beschäftige sich intensiv mit verschiedensten Erkrankungen. Aus seinen Forschungen entwickelte er letztendlich eine alternativmedizinische Methode. Die sogenannte Biochemische Heilweise. Schüßler war davon überzeugt, dass ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe innerhalb von Körperzellen der Grund für eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden ist. Seine Methode basiert auf zwölf Funktionsmitteln, die heute als Schüßler-Salze bekannt sind.

Schüßler Salze - Funktionsmittel, Wirksamkeit und Einnahme
Bild: pixabay.com (stevepb)

Die Wirksamkeit der Salze ist bei Kritikern stark umstritten. Trotz dieser Tatsache vertrauen viele Verbraucher auf die heilende Kraft und ausgleichende Funktion. Vor der Einnahme sollten sich Patienten ausführlich beraten lassen. Die folgenden Zeilen informieren über Funktionsmittel, Wirksamkeit und Einnahme.

Der Hintergrund

Eines der primären Ziele Schüßlers war es eine Möglichkeit zu entwickeln, damit Mineralsalze vom Körper aufgenommen werden können. Denn in ihrer ursprünglichen Form kann der menschliche Organismus diese nicht verwerten. Er reicherte Mineralien in stark verdünnter Form an. Das Verfahren der Potenzierung kam zum Einsatz. Dank des Verfahrens konnte Schüßler die Salze zum Einnehmen verarbeiten. Über den Verdauungstrakt gelangen die Mineralien ins Blut und von dort aus wiederum in die Körperzellen, wo sie ihre heilende Wirkung entfalten sollen. Dort gleichen sie laut Schüßler Störungen des Mineralstoffwechsel aus, die damit verbundenen Beschwerden werden gelindert oder sogar vollständig geheilt. Die Einnahme der entsprechenden Salze aus der Liste der Funktionsmittel reiche nach Schüßler, um die positiven Effekte zu erzielen.

12 Funktionsmittel als Lösung

Insgesamt hat Schüßler die folgenden zwölf Funktionsmittel entwickelt, die heute unter dem Begriff Schüßler-Salze verkauft werden:

  • Nr. 1 Calciumfluorid
  • Nr. 2 Calciumphosphat
  • Nr. 3 Eisenphosphat
  • Nr. 4 Kaliumchlorid
  • Nr. 5 Kaliumphosphat
  • Nr. 6 Kaliumsulfat
  • Nr. 7 Magnesiumhydrogenphosphat
  • Nr. 8 Natriumchlorid – Kochsalz
  • Nr. 9 Natriumphosphat
  • Nr. 10 Natriumsulfat
  • Nr. 11 Kieselsäure
  • Nr. 12 Calciumsulfat

Jedes der Zwölf „Salze“ ist für bestimmte Körperregionen zuständig. Schüßler-Salz Nr. 1 Calciumfluorid gilt als Salz der Gelenke, Haut und des Bindegewebes. Es soll einen Kalziummangel ausgleichen, der unter anderem für Beschwerden wie Müdigkeit und Muskelkrämpfe verantwortlich ist.

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Schüßler Salz Nummer 2 Calciumphosphat dagegen ist ein wichtiger Aufbaustoff im Körper. Die Einnahme soll Wachstumsstörungen, Karies und Knochenbrüchen vorbeugen. So wie diese beiden Salze für bestimmte Einsatzzwecke dienen, werden alle weiteren Funktionsmittel spezifisch eingesetzt. Die gründliche Auseinandersetzung mit den Wirkungsweisen ist vor der Einnahme daher unverzichtbar. Auf der Webseite der Grüne Apotheke wurde ein ausführlicher Ratgeber zum Thema Schüßler Salze erarbeitet, der eine individuelle Beschreibung jedes einzelnen Funktionsmittels enthält. Wer sich nicht tiefgründig in die Thematik einlesen möchte, lässt sich in der Apotheke beraten.

Wirksamkeit und Einnahme

Wissenschaftlich ist die auf Dr. Schüßlers Forschungen basierende Methode nicht anerkannt. Die „Biochemische Heilweise“ steht daher, wie viele alternative Heilmethoden stark in der Kritik. Nachweisbar ist die Wirksamkeit bis heute nicht. Nach Schüßler sollen die Funktionsmittel zur Anregung der Selbstheilungskräfte dienen und den Mineralstoffhaushalt regulieren. Der Anteil der Arzneistoffe in den Schüßler-Salzen ist minimal. Um den Körper bei seinen lebensnotwendigen Funktonen zu unterstützen, sind die Salze sicherlich sinnvoll und anwendbar. Kleinere Alltagsbeschwerden lassen sich damit lindern. Auch als vorbeugende Maßnahme sind die Salze empfehlenswert. Als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung dürfen sie aber keinesfalls betrachtet werden. Der Mineralstoffbedarf wird durch die Einnahme nicht gedeckt, weshalb die Salze lediglich als Ergänzung zum Einsatz kommen sollten. Da keinerlei Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt sind, ist die Einnahme nach korrekter Anweisung unbedenklich. Im Interview geht Dr. Thomas Heitkamp ausführlicher auf die Wirkungsweise ein.

                

                    

Schüßler-Salze werden nach Grundsätzen der Biochemie verabreicht. Um die heilende Wirkung zu optimieren, müssen die Salze optimal auf den Bedarf des Patienten abgestimmt sein. Im Idealfall erfolgt die Einnahme der Salze direkt vor dem Essen. Die Präparate sollten im Mund zergehen, so dass die Mineralien über die Mundschleimhaut schnellstmöglich in den Blutkreislauf gelangen. Generell werden die apothekenpflichtigen Schüßler-Salze in verschiedenen Formen angeboten. Besonders komfortabel ist die Einnahme in Tablettenform. Für lactoseintolerante Menschen werden Alternativen ohne den Trägerstoff Lactose verkauft. Ergänzt wird das Repertoire durch Salben, Lotionen, Tropfen und Globuli. Die Einnahme über einen gewissen Zeitraum ist ratsam, da sich die positiven Auswirkungen nur langsam zeigen.

Weitere Informationen zum Thema Schüßler Salze unter schuessler.dhu.de. Die Geschichte von Dr. Schüßler haben wir hier bereits näher beschrieben.

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Grundlagen, Materia medica, Repertorium
von Thomas Feichtinger, Elisabeth Mandl, S. Niedan-Feichtinger

Gebundene Ausgabe: 752 Seiten
Verlag: Karl F. Haug

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