Harnwegsinfekte: Phytotherapeutika statt Antibiotika

Bakterien in der Blase sind vor allem ein Frauenthema: Einerseits bleiben sie oft asymptomatisch, andererseits bescheren sie rund 40 Prozent aller Frauen wenigstens einmal im Leben einen akuten, unkomplizierten Harnwegsinfekt. Bei der Frage, ob und wie gegen Blasenkeime vorzugehen ist, gelten pflanzliche Arzneimittel zunehmend als eine wichtige Therapie-Option.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.)
Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.)

Wie alle bakteriellen Krankheitserreger entwickeln auch uropathogene Keime – zumeist hoch spezialisierte Escherichia coli – zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika. Der ursächliche Zusammenhang mit der häufigen Verschreibung ist eindeutig. Deshalb sollte auch in der Urologie bewusster mit Antibiotika umgegangen werden, fordert Prof. Dr. Kurt G. Naber. Wie der Urologe und früherer Chefarzt der Urologischen Klinik im Klinikum St. Elisabeth, Straubing, betont, brauche man zum Beispiel nicht jede Patientin, bei der sich Bakterien im Urin nachweisen lassen, antibiotisch zu behandeln – zumal das symptomlose Vorhandensein von Keimen in der Harnblase auch von Vorteil sein könne: Davon betroffene Frauen leiden weniger unter den Beschwerden rezidivierender Harnwegsinfekte als Patientinnen, die wegen ihrer asymptomatischen Bakteriurie ein Antibiotikum eingenommen haben.

Ebenso wenig, so Prof. Naber, seien Antibiotikagaben bei Harnwegsinfekten grundsätzlich nötig. Obwohl dies laut den wissenschaftlichen Fachgesellschaften nach wie vor die Therapie der Wahl sei, konzentrierten sich neuere Forschungsansätze mehr auf die Behandlung der Beschwerden als auf den Kampf gegen die Krankheitserreger. Dies eröffne zunehmend Möglichkeiten, auf Antibiotika ganz zu verzichten und sie z.B. durch pflanzliche Arzneimittel zu ersetzen. So belegt eine Pilotstudie an 125 Frauen mit akuten, unkomplizierten Harnwegsinfekten den heilsamen Effekt eines pflanzlichen Arzneimittels. Nachdem die Patientinnen eine Woche lang eine Kombination von Extrakten aus Rosmarinblättern, Tausendgüldenkraut und Liebstöckelwurzel eingenommen hatten, klangen ihre Beschwerden – hauptsächlich häufiges und brennendes Wasserlassen sowie massiver Harndrang – rasch und deutlich ab.   

Ähnlich gut bewähren sich bei Harnwegsinfekten auch Arzneimittel, die Extrakte aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel enthalten. Wie klinische Studien belegen, besitzen die darin enthaltenen Senföle nicht nur die Fähigkeit, Bakterien zu töten, sondern wirken auch Rezidiven entgegen. Eine wichtige Eigenschaft, denn oft kommen Harnwegsinfektionen trotz vorheriger Antibiotikabehandlung in kurzer Zeit wieder.

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KFN 04/2014 – 26.06.2014


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