Natürliche Hautpflege ohne Schadstoffe

Tagtäglich wird unsere Haut stark beansprucht. Sie ist nicht nur den Einflüssen von Wind und Wetter, sondern auch chemischen Substanzen wie Silikon oder Paraffinen ausgesetzt.

Natürliche Hautpflege ohne Schadstoffe
Quelle Bild bei pixabay.com / Giuliamar

Die Kosmetikindustrie überhäuft den Verbraucher mit tausenden von Produkten zur Hautpflege. Nicht selten werden immense Summen für Gesichtscremes, Körperlotionen und Reinigungsprodukte verlangt. Gesund sind viele der Artikel nicht. Silikone, Paraffine und synthetische Duftstoffe sind nur einige der Stoffe, die sich negativ auf das Hautbild auswirken können. Um das wertvolle Organ Haut optimal zu schützen und dauerhaft zu pflegen, gilt es eine natürliche Hautpflege anzuwenden. Der folgende Beitrag zeigt, auf welche Stoffe besser verzichtet wird, welche Produkte empfehlenswert sind und wie natürliche Hautpflege mit einfachsten Hausmitteln realisiert werden kann.

Negative Inhaltsstoffe

Angesichts der Popularität von sogenannter Naturkosmetik nutzt die Kosmetikindustrie diesen bisher rechtlich nicht geschützten Begriff um Hautpflegeprodukte besser zu vermarkten. Viele Marken setzen die Beschreibung gezielt ein, um den Verbraucher zu täuschen. Wie irreführend Verpackungen gestaltet sein können, beweist auch der WDR-Beitrag Servicezeit zum Thema „Mogelpackung: Naturkosmetik“, worin Haushaltsexpertin Yvonne Willicks über die scheinbar „grünen“ Produkte informiert.

               

                   

Kunden sollten die Inhaltsstoffe daher genauestens unter die Lupe nehmen und prüfen, ob schädliche Stoffe enthalten sind. Die nachfolgende Liste dient zur Orientierung und zeigt einige Bestandteile, auf die besser verzichtet wird.

  • Paraffine: Destillat aus Erdöl. Die künstliche Fettschicht, die Paraffin bildet, kann das Atmen der Haut verhindern, damit die Faltenbildung fördern und die Haut austrocknen. Zudem behaupten Kritiker, dass sich die Substanz in inneren Organen ablagern kann. Echte Naturkosmetik-Firmen verzichten zudem auf Paraffine, weil die Klimabilanz aufgrund der Gewinnung aus Erdöl entsprechend schlecht ist.
  • Parabene: Parabene haben nicht nur eine negativ konservierende Wirkung, die der Haut schadet, gleichzeitig leidet der gesamte Körper. Obduktionen an Krebstumoren ergaben, dass Paraben-Rückstände ermittelbar waren. Auch das Allergiepotenzial ist bei diesem Inhaltsstoff hoch. Parabene können sich unter den Bezeichnungen Methylparaben, Propylparaben oder Butylparaben verstecken.
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  • Silikone: Unter zahlreichen Begriffen auffindbar. Darunter Cyclomethicone und Phenyl Methicone. Generell handelt es sich um eine Verbindung zwischen Sauerstoff und Silizium. Je nach dem werden weitere chemische Elemente verwendet, wodurch das Silikon verschiedene Eigenschaften aufweisen kann. Silikone sorgen scheinbar für glattere Haut. Dies ist jedoch nur eine oberflächliche Erscheinung. Hauttrockenheit, Falten und Verhornungsstörungen werden nur oberflächlich verbessert und behandelt. Die geschädigte Hautbarriere oder ähnliche Ursachen für diese Symptome werden aber nicht verbessert, die Haut wird bei der Regeneration nicht unterstützt. Im Gegenteil: Bei der dauerhaften Anwendung von Produkten mit Silikon kann die natürliche Fähigkeit der Haut, Wasser nach außen hin abzugeben, stark eingedämmt werden. Dadurch entsteht ein Feuchtigkeitsstau von Schweiß, der dauerhaft zu trockener Haut führt. Wer auf Silikone nicht verzichten kann oder möchte, sollte darauf achten dass zumindest die Dosierung gering ist. Der Inhaltsstoff sollte auf den letzten Plätzen der Liste stehen. 
  • Emulgatoren: Emulgatoren dienen dazu Fette und Öle mit Wasser und wasserlöslichen Stoffen zu verbinden. Sie können sich in der oberen Hautschicht anreichern und dort auf Dauer schaden. Wertvolle Hautfette werden langfristig ausgewaschen. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird gestört.
  • Synthetische Duftstoffe: Parfüm ist zwar generell sehr beliebt, in pflegenden Hautprodukten sollte darauf aber verzichtet werden. Die komplexen Duftgemische enthalten hunderte von Bestandteilen, die häufig Allergien auslösen. Bezeichnet wird Parfüm als Aroma, Parfum oder Fragrance.

                

Echte Naturkosmetik
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Echte Naturkosmetik

Als echte Naturkosmetik können sich nur wenige Produkte bezeichnen. Für den Verbraucher ist die aktuelle Marktlage sehr verwirrend. Einige Hersteller beispielsweise verkaufen ihre Produkte als Naturkosmetik, obwohl sie lediglich ihren Einsatz für fairen Handel vermarkten, keinesfalls aber  ausschließlich pflanzliche Wirkstoffe einsetzen. Mit echter Naturkosmetik hat dies jedoch in vielen Fällen nichts zu tun. Unter flaconi.de werden die Vorteile von Naturkosmetik und die Voraussetzungen erläutert, die Hersteller erfüllen müssen, um ihre Produkte als solche anpreisen zu dürfen. Ein wesentlicher Faktor ist, dass die Rohstoffe umweltfreundlich sind und aus biologischem Anbau stammen, der kontrolliert wird. Zu bekannten Marken gehören Weleda und lavera.

Effektive Hausmittel

Verbraucher, die ganz sicher gehen möchten, verzichten auf industriell hergestellte Produkte und greifen stattdessen zu altbewährten Hausmitteln. Vom Zitronensaft über Quark bis hin zu Honig liefert die Natur alles, was für eine reichhaltige und natürliche Hautpflege benötigt wird. Die Tabelle enthält einige Beispiele.

Hautproblem Hausmittel Anwendung
rauhe Hände Zitronensaft
Puderzucker
Zu einem Brei vermischen und damit die Hände einreiben, mit klarem Wasser abspülen. Haut wird weich und glatt.
raue Haut und Falten Honig
Zitronensaft
Honigmaske mit Honig und einigen Tropfen Zitronensaft herstellen. Auftragen, 20 Minuten einziehen lassen und mit feuchten Tüchern abnehmen
gerötete Gesichtshaut Quark
Lauch
Maske aus Quark und wenig püriertem Lauch herstellen. Maske auftragen, 20 Minuten einziehen lassen und mit feuchten Tüchern abnehmen
rissige, trockene Haut Mandelkleie Statt Seife Mandelkleie verwenden
reife Gesichtshaut Mandelöl
Eigelb
Eine Maske mit einem Eigelb und einigen Tropfen Mandelöl anrühren. Maske einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser gründlich abspülen

                                                                        

Grundsätzlich gilt: Nicht jedes Hausmittel eignet sich für jeden Hauttyp. Vor der Anwendung ist zu prüfen, ob das gewählte Mittel tatsächlich zur Haut passt. Während Rosmarinöl beispielsweise bei fettiger Haut hilft, wäre Olivenöl für trockene Haut die richtige Lösung.

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